Aharon Appelfeld

Blumen der Finsternis

Der Zweite Weltkrieg ist auf seinem Höhepunkt, Tag für Tag wer-den Juden aus einem Ghetto in Südosteuropa deportiert. Fieber-haft versuchen die Eltern, für ihre Kinder ein Versteck zu fin-den. Als sich die letzte Hoffnung für den elfjährigen Hugo zer-schlägt, bringt ihn seine Mutter zu Mariana, einer Jugendfreun-din, die in einem Freudenhaus arbeitet und wohnt.
Plötzlich findet er sich in einer dunklen Abstellkammer wieder, in der er zwischen stinkenden Fellen liegen muss. Wenn Mariana in ihrem rosa Zimmer nichts zu tun hat, bringt sie ihm belegte Brote oder holt ihn zum Aufwärmen in ihr breites Bett. Alles versetzt ihn in Erstaunen, und er versucht es zu verstehen. Nachts fürchtet er sich vor den Männerstimmen, die zu ihm he-reindringen – es sind die Stimmen deutscher Soldaten und Juden-jäger, denen Mariana gegen Bezahlung schöne Stunden schenkt. Bei ihr lernt er alles über das Leben und dessen Grausamkeit, aber auch über Verantwortung, Liebe, sogar Glück.
Dieser bezaubernde, kunstvoll rhythmisierte Roman erzählt auf lakonische, dennoch eindringliche Weise von einem Jungen und einer Prostituierten, die in Zeiten der Bedrohung Glauben und Würde nicht verlieren.

Themen:   Ukraine; 1940 bis 1949 n. Chr.; Bezug zu Juden und jüdischen Gruppen; Moderne und zeitgenössische Belletristik; Belletristik in Übersetzung

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