Ulrike Syha

Privatleben

Lutz hat sein Privatleben abgeschafft. Ereignisreich war es ohnehin nie, da lassen sich die frei gewordenen Energien gewinnbringender investieren. In was, muss noch entschieden werden, denn beruflich zeichnet sich keine bemerkenswerte Karriere ab. Die Karriere von Karla hingegen wird von einem Überschuss an Privatleben nachhaltig gebremst. Dabei ist es wirklich illusorisch, dass Rainer, ihr Chef, mit dem sie seit Jahren eine Affäre hat, ihretwegen seine Frau verlässt. Auch jetzt streitet Karla mit ihm darüber, via Handy, in einem vollbesetzten Zug, wo sich ihre und Lutz’ Wege kreuzen. Zufällig haben die zwei denselben Zielbahnhof, ein Zuviel an Weißwein zieht eine gemeinsame Nacht in Lutz’ Hotelzimmer nach sich – womöglich nur ein Versehen. Wie es am Ende aber dazu kommt, dass Lutz ohnmächtig im Schneegestöber im Garten seines zukünftigen Schwiegervaters liegt, während sich Karla besorgt über ihn beugt, ist den beiden selbst ein Rätsel …

Themen:   Deutschland; 21. Jahrhundert (2000 bis 2100 n. Chr.); Moderne und zeitgenössische Dramen (ab 1900)

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