Klaus SchröterHans WißkirchenUwe Naumann

Die Manns

Thomas Mann (1875-1955) war der bedeutendste Epiker deutscher Sprache im 20. Jahrhundert. Mit seinen Schriften hat er das Kaiserreich Wilhelms II., die Weimarer Republik, die Herrschaft der Nationalsozialisten und dann die Spaltung Deutschlands, aber auch die globalen Entwicklungen seiner Epoche kritisch begleitet und gedeutet. Klaus Schröter schildert die Lebensgeschichte Thomas Manns und interpretiert die wichtigsten literarischen Werke des Lübecker Patriziersohns – von den «Buddenbrooks» bis «Doktor Faustus», vom «Zauberberg» bis «Felix Krull».
Heinrich Mann, geboren 1871 in Lübeck, war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Erzähler und Essayisten des 20. Jahrhunderts. Der ältere Bruder von Thomas Mann zeichnete mit seinem Roman «Professor Unrat» ein satirisches Bild der Verklemmungen und Obsessionen des wilhelminischen Kaiserreichs; berühmt wurde das Werk allerdings erst Jahrzehnte später in der Verfilmung unter dem Titel «Der blaue Engel» mit Marlene Dietrich. Mit dem Roman «Der Untertan» gelang Heinrich Mann ein meisterhaftes Porträt der deutschen Untertanenmentalität. 1933 musste der überzeugte Anhänger der Republik aus Nazi-Deutschland fliehen; er engagierte sich im französischen Exil für die Sache der Hitler-Gegner. 1940 floh er weiter in die USA, konnte aber dort nicht noch einmal Fuß fassen. Heinrich Mann starb 1950 in Kalifornien.
Klaus Mann, 1906 als ältester Sohn von Thomas und Katia Mann geboren, begann als literarisches Enfant terrible. Nach dem Machtantritt der Nazis 1933 wurde er zu einem wichtigen Repräsentanten der Hitler-Gegner. Mit eigenen Zeitschriften und mit Romanen wie «Mephisto» (1936) und «Der Vulkan» (1939) kämpfte er gegen das Dritte Reich. Seine Autobiographie «Der Wendepunkt» ist eine der eindrucksvollsten Epochenbilanzen der deutschsprachigen Literatur. Er starb 1949, nur 42 Jahre alt, an den Folgen einer Überdosis Schlaftabletten.
Die Familie Mann repräsentiert ein Kapitel deutscher Zeit- und Kulturgeschichte. Der britische Diplomat Harold Nicolson nannte die Manns einmal eine «amazing family», eine erstaunliche Familie: voller Talente und Begabungen, Widersprüche und Verwicklungen. Die ungleichen Brüder Heinrich und Thomas Mann, ihre Vorfahren und Geschwister, ihre Lebenspartner und Nachkommen werden im vorliegenden Buch porträtiert. Ihre Biographien verdichten sich zu einer einzigartigen Familienchronik – und zugleich spiegelt sich in den Schicksalen der Familie Mann eine ganze Epoche.

Themen:   Biografien: Literatur; Frankreich; München; Nordwestdeutschland; Zürich / Zurich / Zurigo / Turitg; Vereinigte Staaten von Amerika, USA; Deutschland: Zeitalter des Imperialismus (1890 bis 1914 n. Chr.); Deutschland: Nationalsozialismus (1933–1945)

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