Herfried Münkler

«Raum» im 21. Jahrhundert

Über geopolitische Umbrüche und Verwerfungen 

Ob in der Ukraine, in Syrien oder im «Ölkrieg» gegen Venezuela – Konflikte um Grenzen und Machtansprüche auf Territorien gestalten sich heute komplexer denn je. Zugleich erleben wir den Beginn einer neuen Art von Geopolitik, die unter fast paradoxen Vorzeichen steht: Ihre Akteure sind supranationale Organisationen oder Netzwerke, zu ihnen zählen Konzerne, Terrorgruppen und Hacker. Sie selbst sind nicht mehr an feste Gebiete gebunden, auf denen sie verwundbar wären, sie entziehen sich der territorialstaatlichen Politik und können diese dadurch umso leichter treffen.
Herfried Münkler erklärt diese asymmetrische «Raumrevolution» und erläutert ihre möglichen Folgen im historischen Vergleich mit früheren geopolitischen Umbrüchen. Und er legt dar, wie sehr die netzwerkartigen Machtstrukturen schon jetzt Staaten beeinflussen und die künftige Geopolitik verändern: Klassische territoriale Verteidigung wird eine immer geringere Rolle spielen, die neue Raumverteidigung wird sich mehr und mehr dem Ausspähen von Kommunikation und Daten widmen, physische Grenzen und mit ihnen die Nationalstaaten werden an Bedeutung verlieren. Die Veränderungen, die all dies mit sich bringen wird, lassen sich heute erst erahnen – aber man muss die neue Geopolitik verstehen, um für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewappnet zu sein.

Themen:   Spionage und Geheimdienste; Geopolitik; Internationales Recht: Kommunikation, Medien und Telekommunikation

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