Gabriele Wohmann

Abschied für länger

Eine junge Frau nimmt mit 33 Jahren von ihrem Elternhaus «Abschied für länger». Doch es haftet ihr weiter an – mit Erinnerungen, die nicht zu verbannen sind. Da ist der in seiner ängstlich verdeckten Sorge rührende Vater, der Bruder mit seiner Schlagermusik und seinen Kampffischen, die gar nicht kämpfen – ein Symbol für das Verhalten der Personen des Romans –, die beängstigende tatkräftige Mutter, die beiden sich ewig streitenden Tanten. Auch Ruthie, die vor zwanzig Jahren tödlich verunglückte Schwester, an die sich die Erzählerin in Gedanken wendet und an deren Tod sie sich mitschuldig fühlt, erinnert sie an die Vergangenheit. Ihr Geliebter Strass ist Fachmann für Betriebsorganisation und ständig auf Geschäftsreisen, auf denen die Erzählerin ihn begleitet. Das Leben der beiden wird vom Terminkalender und vom Leerlauf des modernen Berufslebens bestimmt. In den Gesprächen mit Strass ist von allem die Rede, nur nicht von der Zukunft, denn er ist verheiratet und hat einen Sohn. Außerdem hat er ein unheilbares Leiden. In dieser ausweglosen Situation kommt die Erzählerin auf den Gedanken, Strass die Qualen eines langsamen Sterbens zu ersparen. Doch ihr Versuch, befreiend einzugreifen, scheitert, und sie reist zurück zu ihren Eltern.
Dieser Roman ist eine Komposition aus Gesprächen und Erinnerungen, aus Erdachtem, Erträumtem und Erhofftem. Er bietet das genaue Bild einer Gesellschaft, in der die menschlichen Beziehungen zermürbenden Belastungen unterworfen sind.

Themen:   Moderne und zeitgenössische Belletristik; Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Seelenleben; City of London; Schwaben; Westdeutschland, BRD bis 1990; 1960 bis 1969 n. Chr.

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