Erscheinungstermin: 20.02.2018

Leseprobe

Die 21

Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer

Im Frühjahr 2017 reiste Martin Mosebach nach Ägypten. Er besuchte im Dorf El-Or die Familien der 21 koptischen Männer, die zwei Jahre zuvor von IS-Terroristen an einem Strand in Libyen ermordet worden waren. Er saß in Empfangszimmern, durch die die Schwalben flogen, und machte sich ein Bild: von den Madonnenbildern und Jesus-Porträts an den Wänden, den grob geschreinerten Reliquienschränken, von einer Lebenswelt, in der alles die Spiegelung oder Erfüllung biblischer Vorgänge ist. Immer wieder wurde ihm, umgeben von Kindern, Ziegen, Kälbern, auf einem iPad das grausame Propagandavideo des IS vorgeführt; er staunte über den unbefangenen Umgang damit. Von Rache war nie die Rede, sondern vom Stolz, einen Martyrer in der Familie zu haben, einen Heiligen, der im Himmel ist. So erscheinen die 21 auf den neuen Ikonen gekrönt wie Könige.

Martin Mosebach hat ein Reisebuch geschrieben über seine Begegnung mit einer fremden Gesellschaft und einer Kirche, die den Glauben und die Liturgie der frühen Christenheit bewahrt hat – der «Kirche der Martyrer», in der das irdische Leben von der himmlischen Sphäre nur wie durch ein Eihäutchen geschieden ist. Er traf den Bischof und die koptischen Geistlichen der 21 Wanderarbeiter, besuchte ihre Kirchen und Klöster. In den Zeiten des Kampfes der Kulturen sind die Kopten als Minderheit im muslimischen Ägypten zu einem politischen Faktor geworden – und zu einer Art religiösen Gegengesellschaft. Damit ist dieses Buch auch ein Bericht aus dem Innenleben eines arabischen Landes zwischen biblischer Vergangenheit und den Einkaufszentren von Neu-Kairo.

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  • Verlag: Rowohlt Buchverlag
  • Erscheinungstermin: 20.02.2018
  • Lieferstatus: Verfügbar
  • 272 Seiten
  • ISBN: 978-3-498-04540-1
Book Cover
Die 21

Bitte beachten Sie, dass das Cover ausschließlich in seiner Originalgestaltung verwendet werden darf. Ausschnitte und Verzerrungen sind urheberrechtlich nicht erlaubt.

  • Mosebach beherrscht eine besondere Kunst: die tiefe Achtung vor dem Fremden (...). Entzaubert wird in diesem aufwühlenden, beeindruckenden Buch nichts, dennoch erhellt es wie ein Lichtstrahl westliche blinde Flecken und fremde Welten.

    Alexander Cammann, Die Zeit
  • Martin Mosebach ist ein hervorragender Journalist. Kaum etwas entgeht seinem Blick, und er beschönigt nichts.

    Hannes Stein, Die Welt
  • Martin Mosebach beschreibt seine Reise von Anfang bis Ende so detailliert und wortgewaltig, dass seine Leser ihm auf dieser Suche durch Ägypten folgen können, als hätten sie alles mit eigenen Augen gesehen.

    Bianca Schwarz, HR 2 Kultur
  • Voller kluger Beobachtungen über Religion und religiöse Kunst. (...) Aus diesem Buch spricht ein Geist der Versöhnung, der niemandem schadet und allen nützen kann.

    Robert Braunmüller, Abendzeitung München
  • Mosebachs eindringliche Reportage führt uns in die fremde Welt des orientalischen Christentums. (...) ein faszinierendes Buch.

    Martina Läubli, Neue Zürcher Zeitung

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