Elfriede Jelinek

Das schweigende Mädchen / Ulrike Maria Stuart

Zwei Theaterstücke 

«Die Deutschen. Ihr Reich wird kein Ende haben, das ist bereits bewiesen, da dieses Reich ja noch besteht und das Ende sicher auch, nur weiß ich nicht, wo und wann und wie ich die beiden zusammenführen könnte, die Deutschen und das Ende, ich meine, sie hatten schon so viele Enden! Sie haben keinen Anspruch auf noch mehr.»
Zwei Königinnen kämpfen in «Ulrike Maria Stuart» um die Deutungshoheit des Diskurses. Als beredte Untote geistern sie durch das Gefängnis ihrer RAF-Vergangenheit: Kinder einer revolutionären Ideologie, die sie längst ausgespien hat.
Ganz gegenwärtig ist hingegen «Das schweigende Mädchen»: letzte Überlebende eines Neonazi-Trios, das eine Mordspur durch das Land zog. Als stumme Leerstelle steht sie vor Gericht, das sich zu einem Tribunal biblischen Ausmaßes weitet.
In zwei großen, sprachmächtigen Stücken umkreist Elfriede Jelinek linken wie rechten Terrorismus – und schreibt zugleich deutsche Mentalitätsgeschichte.
«Elfriede Jelinek ist die politischste, für die Katastrophen der Gegenwart empfänglichste Dramatikerin unserer Zeit.» (Süddeutsche Zeitung)

Themen:   Moderne und zeitgenössische Dramen (ab 1900)

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