Albrecht Selge

Wach

Er kann nicht mehr schlafen, muss immerzu gehen: abends, nachts, immer länger, immer weiter. August Kreutzer sucht Erleb­nisse, sammelt Bilder und die dahinter verborgenen Geschichten – in heruntergekommenen Laden­zeilen, in Eckkneipen, auf Fried­höfen und auf dem Weg zur riesigen Mall, wo er arbeitet. Dort, in einer künst­lichen Welt ohne schlechtes Wetter, kreiert er Einkaufserlebnisse. Ruhe findet er nur bei Manja, der Crêpe-Ver­käuferin, die ihm Süßes serviert und Geschichten aus ihrem Leben. So vergeht der Sommer zwischen immer längeren Streunereien und der zehrenden Routine des Tags, in bleierner Müdigkeit, die zugleich die Sinne schärft: August sieht sich verfolgt von einem Doppelgänger, der unter seinem Namen obszöne Einträge im Internet verbreitet; und er wird sich selbst verdächtig. Zwischen Tag und Traum, Stadtrand und Hochglanzvierteln entspinnt sich ein heutiges Leben, das vibriert vor vergangenen und verborgenen Möglichkeiten. «Wach» zeichnet ein Bild unserer Zeit, vielfarbig, klar und fein durchzogen von den Fäden viel älterer Geschichten.

Themen:   Berlin; Moderne und zeitgenössische Belletristik; Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Regionalroman

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