Ernst Toller

Ernst Toller wurde am 1. Dezember 1893 in Samotschin (Bezirk Bromberg) als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er studierte Jura in Grenoble, ging als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg und wurde 1916 nach einer schweren Krankheit entlassen. Er nahm sein Studium an den Universitäten München und Heidelberg wieder auf und war eine Zeitlang Schüler Max Webers. Nach der Revolution von 1918 wurde er Vorsitzender der Unabhängigen Sozialistischen Partei in München und trat 1919 in die Regierung der Räterepublik ein. Ein Standgericht verurteilte ihn zu fünf Jahren Festung.

Nach seiner Entlassung lebte er als freier Schriftsteller in Berlin. Als 1933 der Nationalsozialismus zur Macht kam, emigrierte er über die Schweiz, Frankreich und England in die USA, wo er in schweren Verhältnissen lebte und am 22. Mai 1939 in einem New Yorker Hotel Selbstmord beging. Toller war eine vielseitige literarische Begabung; Drama, Gedicht und erzählende Prosa waren ihm gleichermaßen geläufig. Der größte Erfolg aber war zu Lebzeiten des Dichters seinen zahlreichen Dramen beschieden; es waren die Bühnensensationen des Expressionismus, von den berühmtesten Regisseuren inszeniert: «Die Wandlung» (1919), «Masse Mensch» (1921), «Die Maschinenstürmer» (1922), «Hinkemann» (1924), «Der entfesselte Wotan» (1924), «Hoppla, wir leben!» (1927), um nur die bekanntesten seiner Bühnenwerke zu nennen.

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Eine Jugend in Deutschland

Eine Jugend in Deutschland

Als begeisterter Freiwilliger zog er in den ersten Weltkrieg, und als humanitärer Pazifist kehrte er heim. Er schlug sich auf die Seite der Aufständischen, war in der Festung Niederschönenfeld inhaftiert, und er erkannte die tragische Grenze der Revolution. In seiner aufrichtigen und meisterhaft-schlichten Autobiographie beschreibt er seine frühen ...   Weiterlesen

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