Tschick

Die Geschichte

Wolfgang Herrndorfs TSCHICK begeisterte Millionen Leser. Maik und Tschick sind beide Außenseiter auf ihrer Schule. Maik, aus ebenso bürgerlichem wie zerrüttetem Elternhaus, muss die Sommerferien allein verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf und hat es von der Förderschule irgendwie aufs Gymnasium geschafft. Außerdem hat er einen geklauten Lada zur Hand. Und damit beginnt ein abenteuerlicher Roadtrip durch die deutsche Provinz – eine unvergessliche Reise und der Anfang einer ungewöhnlichen Freundschaft.


Fatih Akins Verfilmung von TSCHICK kommt am 15.9.2016 in die Kinos. Mehr Informationen zum Film findet ihr auf www.tschick-film.de. Stimmt euch jetzt schon mit dem Trailer auf das Kinoerlebnis ein ...

Das INTERVIEW – Fatih Akin über «Tschick»

Fatih Akin ist ein Autorenfilmer, fast ausnahmslos verfilmst Du eigene Stoffe. «Tschick» ist Deine erste Literaturverfilmung.
Es gibt zwei, drei Schlüsselsequenzen im Roman, danach wusste ich: Das will ich verfilmen. Tatjana, die dem Helden das Herz bricht, das kenne ich sehr gut aus meiner eigenen Jugend: Ich war als 14jähriger unheimlich verliebt in eine Mitschülerin, die nichts von mir wissen wollte. Das Erlebnis der abgewiesenen Liebe als Teenager ist bestimmt einer der Gründe, warum ich überhaupt Filmemacher geworden bin, so wie in dem Song der «Ärzte»: «Eines Tages werde ich mich rächen.» Ein anderer Moment: Wie Tschick und Maik in den Himmel schauen und darüber philosophieren, ob es noch jemanden da draußen gibt. Oder der Dialog Maik und Isa am Steg. Als ich das gelesen habe, da war mir Herrndorf sehr nahe, und ich habe gedacht: Das will ich inszenieren.
Ich liebe Coming-of-Age-Filme, «Stand By Me», «Crazy» oder «The Breakfast Club». «Nordsee ist Mordsee» von Hark Bohm gehört zu meinen Lieblingsfilmen. «Huckleberry Finn» habe ich mit 14 gelesen, übrigens weit besser als «Tom Sawyer». In meiner Jugend waren Bücher und Filme meine Freunde – niemand versteht mich, aber diese Bücher, diese Filme, da fand ich mich wieder.
Und dann kam im Sommer dieser Anruf: In sieben Wochen wird gedreht. Ich habe das Angebot, «Tschick» zu verfilmen, an einem Mittwoch bekommen, und am Sonntag musste ich mich entschieden haben, denn am Montag darauf sollte mein erster Arbeitstag sein. Das hat mich ganz schön aus der Bahn geworfen. Normalerweise hätte ich mich nie darauf eingelassen – aber es ging um «Tschick».
Der Roman ist filmisch geschrieben, ein literarisches Roadmovie. Wolfgang Herrndorf war ein Cineast, und er orientierte sich bei «Tschick» an der Struktur der sog. Heldenreise, wie sie in Drehbuchmanuals steht.
«Als Erstes ist da der Geruch von Blut und Kaffee.» So beginnt der Roman, einen besseren Anfang kann man sich gar nicht denken. Aber so filmisch das Buch auch ist, wir haben erst den Roman noch einmal zerlegt und uns gefragt: Was wollen wir im Film sehen, was nicht? Wir haben ganz klassisch blaue, gelbe und rote Karteikarten an die Wand gesteckt. Neues Material wollten wir nicht hereinbringen, sondern aus dem vorhandenen die Essenz herausarbeiten. Das funktionierte sehr lange gut, doch das letzte Drittel des Romans, ab der Begegnung mit Fricke, fand ich problematisch für den Film. Die Dramaturgie löst sich auf, Szenen werden additiv aneinandergereiht, es wirkt anekdotisch und doppelt sich. Maik und Tschick bauen einen Unfall, die nette Sprachtherapeutin bringt sie ins Krankenhaus, dort gibt es nachts um vier dieses legendäre Telefonat mit «Tante Mona», sie flüchten aus dem Krankenhaus, der total verbeulte, trotzdem noch fahrtüchtige Lada steht auf dem Krankenhaus-Parkplatz, am nächsten Morgen sind sie wieder auf der Autobahn und bauen noch einen Unfall. Im Film musste das anders laufen und alles auf den einen Unfall mit dem Schweinetransporter zusteuern.
Hier weicht der Film auf der äußeren Handlungsebene stark vom Roman ab, doch die Stationen der inneren Reise des Helden seid ihr in einem veränderten Setting genauso abgefahren.
Die Brücke wird im Roman beschrieben als das Ende der Welt. Waste Land. So etwas haben wir gesucht, u.a. in einem Tagebau, irgendwo im Osten, wo es riesige abgebaute Flächen gibt. Aber keine Brücken. Im Harz gab es eine Brücke, 200 Meter Höhe, Wahnsinn, aber man konnte dort nicht ohne Absicherung drehen, alles musste angebunden werden, auch das Auto – kurz, es war unmöglich. Die Sümpfe kommen schon im Roman vor, und dann hatte Rainer Klausmann, mein Kameramann, die Idee, anstelle der Brücke einen Holzsteg zu bauen, ein bisschen wie bei «Lohn der Angst». (Ich bin mir sicher, dass Herrndorf «Lohn der Angst» gesehen und auch zitiert hat, wenn nicht in «Tschick», dann mit Sicherheit in «Sand».) Diese Sümpfe, wenn sie am Ende stecken bleiben, Bäume, nichts als Bäume, und Wasser, das ist das Ende der Welt, der Zivilisation. Eine Szenarie, wie in «Das Herz der Finsternis» von Joseph Conrad …
(Das Interview führte Michael Töteberg für die Rowohlt Medienagentur. Das vollständige Interview finden Sie hier: http://www.rowohlt-medienagentur.de/magazin/.3457231.html)

Tschick im Ausland

TSCHICK wurde in über 35 Ländern veröffentlicht. Von Japan über Serbien bis nach Schweden: Überall wird der Erfolgsroman von Wolfgang Herrndorf gelesen. Eine Auswahl der schönsten internationalen Cover findet ihr hier – einfach durch die Galerie klicken.

Tschick

Tschick

Der beste Sommer von allen
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie ...  Weiterlesen

Preis: € 9,99
Seitenzahl: 272
rororo
ISBN: 978-3-499-27257-8
26.08.2016
Erhältlich als: Taschenbuch
Top