Wolf Schneider

Wörter waschen

26 gute Gründe, politischen Begriffen zu misstrauen 

«Wörter sind Vorurteile.»

Gleichheit herzustellen ist unmöglich, Gesundheit lässt sich nicht definieren, der Naturschutz verschweigt, ob er auch Krätzmilben schützen will, und was Fortschritt eigentlich bedeuten soll, hat noch keiner befriedigend erklärt. Schillernde, oft angeschimmelte Begriffe segeln durch die Politik und kanalisieren unser Denken. Wörter waschen!, hieß der gute Rat Bert Brechts. Hier wird er befolgt. Und wo Reinigen nicht reicht, da werden Wortgötzen vom Sockel gestoßen - umgekehrt aber auch ein paar verfemte Begriffe in ihr Recht eingesetzt: Lügen ist oft überlebenswichtig, Neid fördert die Gerechtigkeit, und ohne Vorurteile könnten wir nicht leben.

Themen:   Sprachwissenschaft, Linguistik; Medienwissenschaften; Politik und Staat; Deutsch

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