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thrill! Das Krimidezernat empfiehlt

© Covermontage

Jo Powell: Die Blutkammer, Leenders/Bay/Leenders: Kesseltreiben, Hannes Sprado: Das dunkle Ritual. Drei spannende Romane für laue Frühlingsabende! Irgendwie muss man ja geerdet bleiben ...

Jo Powell: Die Blutkammer

h berechne die Höhe Falls, den ich ihr zugedacht habe, während ich sie unbemerkt beobachte. In der engen Gasse, in der ich mich aufhalte, vermischen sich die Schatten mit dem dichten, düsteren Nebel. Dort drüben in dem Haus, im gedämpften Licht, mixt sie eine ihrer Tinkturen. Ihren Kopf beugt sie über den Tisch, ihre weißen Hände zittern bei der Arbeit. Sie wartet … wartet auf den Herrn der Blutkammer. (…) Meine Haut fühlt sich an wie nach einem feuchten Kuss, du in dem dichten Nebel schmecke ich das Meer. Der weiße Dunst hat alles Licht verschluckt, nur dumpf ist der ferne Verkehrslärm zu hören. Eine Szenerie wie aus einem seltsamen Traum breitet sich vor mir aus. Sie wartet; ich kann sie beinahe riechen. Der Herr der Blutkammer ist bereit und erwartet die erste Besucherin …»

Eine Serie finsterer Ritualmorde erschüttert Lancaster. Inspektor Hunter ist mit seinem Latein am Ende und bittet die Psychologin Dr. Eva Svenson um Hilfe. Zu den Tatorten wird Eva von der Journalistin Kat Branks begleitet, die an einem Buch über Profiler arbeitet. Doch bereits der erste Fall betrifft Kat persönlich: Das Opfer ist ihre beste Freundin Sarah. Als die Journalistin zu recherchieren beginnt, gerät sie selbst ins Visier des Mörders …

Mit ihrem Thrillerdebüt setzt die studierte Juristin, promovierte Literaturwissenschaftlerin und langjährige Staatsanwältin Jo Powell ein starkes Zeichen. Mehr davon!

Leenders/Bay/Leenders: Kesseltreiben

Sabine Maas ist ein braves Mädchen. Aufgewachsen in der idyllischen Gemeinde Kessel am Niederrhein, fest in der Dorfgemeinschaft integriert. Bis sie in der nahen Großstadt die Freiheiten der siebziger Jahre entdeckt: Anti-AKW-Demos («Stop Kalkar») , Partys, Drogen, Kommuneleben – bald gilt die junge Frau als leichtlebig, zügellos, ja verrückt. Ein Sexmaniac, eine durchgeknallte Irre, eine Gefahr für das ganze Dorf. Sabine lebt ihr Leben, bis sie urplötzlich verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis verfrachtet. «Einer der Bullen sagt, dass Kevin tot ist, der kleine Kevin, der vorgestern sechs geworden ist. Sie haben ihn am Baggersee gefunden. Mit einer Plastiktüte über dem Kopf, erstickt. Mit der Plastiktüte, die ich mit zum See genommen hatte. Sie sagen, meine Perlen und alles lägen noch da rum. Sie sagen, es gibt am Wasser nur Fußspuren von den Kindern und mir. Sie sagen, ich bin eine Mörderin. Sie sagen, ich habe ein Kind umgebracht …»

Endlich – ein neuer Fall für Hauptkommissar Toppe und seine Kollegen vom KK 11! Kaum jemand versteht es so wie Leenders/Bay/Leenders, eine starke Geschichte mit regionalen Besonderheiten und bestechender Präzision im Detail zu verbinden. Was dabei herauskommt, wenn sich eine Germanistin, ein Unfallchirurg und ein Psychologe zusammentun? Spannende, rasante, dialogstarke Krimis mit viel Lokalkolorit kommen dabei heraus. Beklemmend, dialogstark und wie immer mit einem guten Schuss Niederrhein. Man sagt dem Trio Criminale nach, jeden Maulwurfhügel diesseits und jenseits von Kleve zu kennen. Das dürfte nur unwesentlich übertrieben sein, wie auch ihr Roman Kesseltreiben eindrucksvoll beweist.

Hannes Sprado: Das dunkle Ritual

In einem unzugänglichen Waldstück im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, ganz in der Nähe des Senftenberger Sees, wird eine fürchterlich zugerichtete Kinderleiche gefunden. Ein farbiger Junge, höchstens sieben oder acht Jahre alt. In sechs Teile zerlegt: zerhackt wie ein Stück Schlachtvieh. Dem Jungen wurden Galle, Leber und Herz entnommen. Kommissarin Judith von Matt und ihr Team vom Berliner Dezernat für okkulte Verbrechen vermuten einen Ritualmord. Der Kinderleiche fehlt auch der Atlasknochen der erste Wirbel der Wirbelsäule.

«Der Mythologie nach ist das der Knochen, auf dem Atlas die Weltkugel getragen haben soll. Im Atlasknochen vereinigen sich alle Nerven und Blutgefäße des Menschen, deshalb sehen die Anhänger der Muti-Medizin ihn als Zentrum des Körpers an. Wenn es also das ist, was ich glaube, haben wir es mit einer üblen Sache zu tun.» Was die Einsatzgruppe um Judith von Matt herausfindet, lässt selbst sie als Profis schaudern: Muti-Medizin aus Organen von Kindern wird für besonders wirksam gehalten, vor allem, wenn das Opfer bei der Entnahme noch lebt. Und es wird nicht bei einem Toten bleiben – denn der Name eines guten Medizinmannes spricht sich herum …

Hannes Sprado, Chefredakteur und Herausgeber der Zeitschrift P.M., ist berufsbedingt Experte für Okkultes und Mystisches. Die Thriller-Vorgänger von Das dunkle Ritual bekamen höchstes Lob von prominenter Seite: «Sprado verbindet den Drive von Pulp Fiction mit der exakten Recherche von Michael Crichton.» (Denis Scheck) «Lakonisch, eindringlich, messerscharf.» (Frank Schätzing) «Wer Lust auf einen rasanten Krimi in Hochglanzoptik hat, dem ist Lesevergnügen garantiert.» (Süddeutsche Zeitung)