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Will Adams: Wächter der Finsternis

© www.shutterstock.com

Es hätte die Sensation des Symposiums über einen rätselhaften antiken Kult werden sollen; die Entdeckung des sagenumwobenen Goldenen Vlies in einem unterirdischen Höhlensystem bei Agias Giorgios auf Kreta. Aber einen Tag vor seinem Auftritt wird der französische Archäologen Roland Petitiertot in seinem Athener Hotelzimmer gefunden. Anders als die griechische Polizei ist sich Daniel Knox sicher, dass sein Freund Augustin mit dem Tod des verschrobenen französischen Forschers nichts zu tun hat …

Wie schon in seinen Bestsellern Das Gottesgrab und Die Jagd am Nil zieht Will Adams auch hier alle Register der Thrillerkunst: Er schafft es, seinen Lesern in einer packenden Action-Story profundes archäologisches Wissen zu vermitteln: über die Eleusinischen Mysterien, die minoische Kultur, den Diskos von Phaistos, die Legende von Atlantis. Und er lässt das Ganze in einem Finale enden, das jedem James-Bond-Film zur Ehre gereichen würde …

Schatzsucher, Potentaten, Auftragskiller

Der Roman beginnt mit einer Szene, die einen frösteln lässt. Im Broward County Jail versucht die Psychologin Dr. Mansfield, einen Häftling zum Geständnis zu überreden. Aber sie schafft es nicht, Michail Nergadse zu knacken. Nergadse, Sohn eines georgischen Oligarchen, steht im Verdacht, ein 13-jähriges Mädchen aus Fort Lauderdale verschleppt, vergewaltigt und getötet zu haben. Nergadse ist eiskalt und manipulativ – ein Soziopath und Sexmonster bar jeder Fähigkeit zur Empathie. Die Enge der Vernehmungszelle hindert ihn nicht, auch mit der Psychologin seine grausamen Spielchen zu treiben. Wenige Tage später ist der Georgier auf freiem Fuß. Und Dr. Suzanne Mansfield tot, erhängt in ihrer Wohnung. Selbstmord, behauptet die Polizei …

Fragen wirft auch der Tod Petitiers im Kastelli Hotel in Athen auf. Für die Polizei kommt als Täter nur der Archäologe Augustin in Frage; bei der Verhaftung durch einen Sturmtrupp Uniformierter wird er lebensgefährlich verletzt: Schädelbasisbruch, Gehirnblutung. Der Ägyptologe Knox und seine Freundin Gaille Bonnard, die das Grab von Alexander dem Großen gefunden haben (vgl. Will Adams, Das Gottesgrab), wissen, was sie ihrem Freund Augustin schuldig sind, und stellen eigene Ermittlungen ab. Ehe sie sich versehen, ist eine Gruppe brutaler Gangster hinter ihnen her; dass sie im Auftrag des georgischen Clans unterwegs sind, erfahren sie aber erst, als es fast zu spät ist.

Ilja Nergadse, Michails Großvater, möchte Präsident Georgiens werden; damit wäre die Mafia in Tiflis direkt an der Macht. Auf dem Weg nach oben sind ihm seine pädophilen Neigungen ein geringeres Hindernis als das Misstrauen weiter Teile der georgischen Gesellschaft in seinen Clan. Das Gerücht vom angeblich gefundenen Goldenen Vlies elektrisiert Sandor, Ilja Nergadses Sohn und Wahlkampfleiter; würde er das in der georgischen Nationalmythologie so wichtige Vlies in die Hände bekommen, läge ihnen das Volk zu Füßen – und der Machtkampf mit dem aktuellen Präsidenten wäre ein Kinderspiel. Der Legende zufolge hatte Poseidon zur Rettung von Phrixos und Helle, den Zwillingen des Königs Athamas, einen fliegenden goldwolligen Widder geschickt, um die Mädchen zu retten. «Als der Widder übers Meer flog, stürzte Helle tragischerweise ins Wasser und ertrank an einem Ort, der seither Hellespont heißt. Phrixos schaffte es bis Kolchis, das heute in Georgien iegt. Aus Dankbakeit gegenüber Poseidon opferte er dort den Widder und hängte sein Vlies in einen heiligen Hain.»

Autoreninfo

Will Adams, geboren 1963, hat in seinem Leben schon viele Berufe ausgeübt. Er arbeitete als Verkäufer, Maler, Dekorateur, Pförtner und Techniker,...
mehr über den Autor
Atlantis lebt!

Die Nergadses schicken Edouard Zdanevich, einen renommierten Antiquitätenexperten, nach Athen, um beim Aufspüren des kostbaren Schatzes dabei zu sein. Weil sich seine Frau mit den 15-jährigen Zwillingen und dem kleinen Sohn Kiko in der Gewalt der Nergadses in Nikortsminda befinden, der Bergfestung der Nergadses, bleibt Zdanevich keine Wahl. Wozu diese in der Lage sind, um Menschen gefügig zu machen, erfährt er hautnah, als er Zeuge wird, wie die georgische Journalistin Nadja Petrowa bestialisch gefoltert wird. Zdanevich weiß, dass er nicht zum Helden geboren ist. Was er noch nicht weiß, ist, dass er bald genau das sein wird: ein Held - der Mann, der dem Nergadse-Imperium den tödlichen Schlag versetzen wird.

Während Daniel Knox auf der Flucht vor Michail Nergadse und dessen Schergen nach Beweisen für Augustins Unschuld sucht, ist seine Freundin Gaille nach Kreta geflogen. Iain Parkes, ein mit Knox befreundeter Wissenschaftler, soll ihr helfen herauszufinden, woran Roland Petitier in den Bergen von Agios Georgios gearbeitet hat – und was er dort fand. Aber als sie endlich in dem unterirdischen Labyrinth vor der antiken Schatzkammer mit den schönsten Artefakten aus der Atlantis-Epoche steht, ist sie nicht allein. Michail Nergadse ist ihr gefolgt. Sie will er, Gaille – erst lebend, dann tot …