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Er sieht Dinge, die anderen verborgen bleiben. Und er besitzt Fähigkeiten, die anderen unheimlich sind. Ein paar Referenzen gefällig? «Havener ist eine Sensation.» (Süddeutsche Zeitung) «Die Gedanken sind frei? Nicht, wenn Thorsten Havener in der Nähe ist.» (TV Spielfilm) Er ist der Mann, der Johannes B. Kerner fassungslos, Stefan Raab sprachlos und Jürgen Drews orientierungslos machte. Talkshow-Macher reißen sich um ihn, Veranstalter von Managementseminaren und Events ebenso. Seine Bücher Ich weiß, was du denkst und Denken Sie nicht an einen blauen Elefanten avancierten zu Bestsellern. Sein neues Buch Denk doch, was du willst ist Haveners großem Thema gewidmet: der Freiheit der Gedanken. (Und es enthält bereits auf Seite 15 ff. einen Kartentrick samt Auflösung, der Nichteingeweihte in den Wahnsinn treiben kann …)
Wir alle kennen das Wort Rapport. Aber nicht unbedingt in der Bedeutung, die im Repertoire Haveners von zentraler Bedeutung ist. Rapport bedeutet hier NICHT die in schneidigem Ton vorgetragene militärische Meldung, sondern im französischen Wortsinn allgemein das Herstellen einer Beziehung oder eines Verhältnisses. Es geht darum, die Welt mit den Augen des anderen sehen zu lernen – das ist die Grundlage jeder erfolgreichen Kommunikation. In Haveners neuem Buch lernen wir, mit welchen Mitteln wir «Rapport herstellen» können. Jenseits der Inhaltsebene erreichen wir unser Gegenüber mit einer Vielzahl von Facetten der nonverbalen Kommunikation wie Körperhaltung und Gestik, Lautstärke und Sprechtempo, Atemrhythmus und Betonungen. Alle diese Parameter der Kommunikation können wir lernen: in bestimmten Grenzen.
Thorsten Havener konfrontiert uns in Denk doch, was du willst mit einer Fülle faszinierender Techniken der Beeinflussung resp. Manipulation: vom Spiegeln von Körperhaltungen und der «Architektur der Trance» bis zu Risiken und Nebenwirkungen der Hypnose und dem Enträtseln der sieben Basisemotionen (Überraschung; Angst; Trauer und Verzweiflung; Wut, Ärger, Zorn; Ekel; Verachtung; Freude) durch das aufmerksame Registrieren von Stimme, Gesten und Sprache. Dazu noch die oben erwähnte Kartenzauberei und last but not least der finale Trick, herkömmliche Lügendetektortests auszutricksen: ein Buch mit üppigem Nutzwert!
Eine gesunde Distanz gegenüber okkulten und übersinnlichen Fähigkeiten – auch das zeichnet Deutschlands bekanntesten Gedankenleser aus. Die des irrationalen Überschwangs gänzlich unverdächtige FAZ hat sich den Mann mit der Lizenz zum Verblüffen genau angeschaut und kommt zu dem Urteil, der studierte Übersetzer sei ein begnadeter Hingucker, ein Mensch mit einer phänomenal ausgeprägten Beobachtungs- und Kombinationsgabe. Der gebürtige Saarländer, der mit seiner Familie in München lebt, «entlockt den Menschen mit nonverbaler Kommunikation die intimsten Gedanken aus dem Oberstübchen». Telepathie? Fehlanzeige. Stattdessen intensive Auseinandersetzung mit Entspannungsmethoden, Hypnose, Körpersprache und Aufmerksamkeitslenkung. «Wenn man das alles kombiniert, sieht es nach Gedankenlesen aus.»
Haveners Karriere begann als Illusionist: mit Zaubertricks in der heimischen Kirchengemeinde. In Las Vegas sah er Siegfried und Roy – und war fasziniert. Nach seinem Studium der angewandten Sprachwissenschaften hatte er gleich reihenweise Aha-Erlebnisse als Dolmetscher für Englisch und Französisch; als er merkte, dass er sich immer mehr neben dem Was auf das Wie der zwischenmenschlichen Kommunikation zu konzentrieren begann, war der Funke übergesprungen. Den riskanten Entschluss, die Gabe der Einfühlung zu seinem Beruf zu machen, hat er nicht bereut (und auf der Bluesgitarre lässt sich auch in der Freizeit spielen).
Scharf grenzt Havener sich von Scharlatanen ab, den schwarzen Schafen seiner Zunft: von Wahrsagern, die behaupten, in die Zukunft sehen zu können; von Spinnern, die ernsthaft weiszumachen versuchen, Kontakt mit dem Geist Verstorbener aufnehmen zu können. Sein Spezialgebiet sind faszinierend «einfache», faszinierend wirksame Techniken der mentalen Selbstkonditionierung kennen.
Die FAZ resümiert: «Haveners Verdienst liegt deshalb eher darin, die vielen Rezepte zur Küchenpsychologie zu einem Kochbuch zusammengeführt zu haben.» Und das ist ein durchaus schönes Kompliment.