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Alles beginnt mit einer Flaschenpost, die am Ende einer Hochzeitsfeier von einer wütenden, frustrierten Frau in die Ostsee geworfen wird. Und die, oh Wunder!, tatsächlich gefunden wird. Ja, es gibt sie noch, die märchenhaften Zufälle im Leben – man muss sie nur zu packen kriegen. Herz an Herz ist eine wunderschöne Liebesgeschichte voller Umwege und Verwicklungen, einer ernsthaften Irritation und einem turbulenten Finale.
Seit ihrem über 100.000-mal verkauften Überraschungserfolg SMS für dich werden Sofie Cramers Bücher von einer großen Fangemeinde mit heißer Vorfreude erwartet. Für diesen Roman hat sich die in Hamburg lebende freie Drehbuchautorin mit ihrem Kollegen Sven Ulrich zusammengetan. Im Parallelflug haben sie an einer Geschichte geschrieben, die nicht nur unverbesserliche Romantiker hinreißend finden werden. Eine Liebesgeschichte in Briefen, E-Mails, SMS- und Chatnachrichten – einfallsreich, charmant, sexy. Und herzerwärmend bei jedem Wetter.
Die Hochzeit von Marie und Peter ist für die frisch geschiedene und grenzenlos desillusionierte Sara eine Strafe. Nur glückliche Paare, so weit das Auge reicht. Der einzige männliche Single bei der Feier entpuppt sich als dumm-zynischer Macho, der sie mit seinen hohlen Sprüchen nervt. Hätte sie doch nur auf ihren Instinkt gehört und wäre nicht nach Boltenhagen gereist? Kein Sex ist keine Lösung, kein Alkohol aber auch nicht, zumindest nicht an desaströsen Abenden wie diesem. Findet Sara – und gibt sich mit reichlich Prosecco die Kante. Und dann noch dieses blöde Hochzeitsspielchen! Statt guter Wünsche für das Brautpaar nutzt Sara ihre Flaschenpost zu einer Botschaft in eigener Sache:
Betreff: SOS. 26.6.'10 (irgendwann nachts mit 2 Promille)
Lieber Flaschenpostfinder,
gratuliere, du bist Opfer eines dämlichen Hochzeitsspielchens geworden! Diese Post richtet sich an alle angeschlagenen Flaschn, deren Leben genauso lehr … äh, leer is, wie dieses braune kackbraune Altglas. Eigentlich sollen wir hier Wünsche für das Brautpaar aufschreiben. Aber alle guten Wünsche nur zu mir, dem einsamsten Menschen im ganzen Universum! Ahoi!
Sara Becker, Lappenbergsallee 185, 20257 Hamburg
Als zwar nicht eingeborener, so doch zugezogener Hamburger vergewissert man sich natürlich umgehend bei Google Maps, ob es diese Adresse gibt. Scheint genau die Postanschrift der Apostelkirche an der Lappenbergsallee in Hamburg-Eimsbüttel zu sein. Das kann ja lustig werden, Sara Becker!
Kaum zu glauben, aber wahr: Saras Frust-Flaschenpost wird gefunden. Obwohl: nicht gerade «gefunden». Sie prallt mit Schmackes gegen den Kopf eines Mannes, der sich mit einem kühnen Sprung in die Ostsee wirft. Berti Huber heißt der Verunfallte. Der schreibt Sara einen netten Brief («Meine Beule ist schon fast verheilt, und Ihr Attentat sei Ihnen verziehen»), aus dem sich in der Folge ein entzückender Kontakt ergibt. Erst in Briefform, später werden auch sogenannte moderne Kommunikationsformen fleißig genutzt (bis aufs Telefon, wofür es einen stichhaltigen Grund gibt …)
Kleine Geschenke werden zwischen Nord und Süd hin und her geschickt: Schmerztabletten. Brezen, Labskaus. Schließlich lebt Sara in Hamburg und Berti in München. Beide werfen sich mit Lust und Spaß in den Briefwechsel. Es gibt nichts, worüber sie nicht mit Wonne schreiben. Wie sie wohnen, worauf sie von ihren Balkonen blicken, weshalb der eine Rosé-Sekt verabscheut (den die liebesbedürftige Nachbarin Petzi anzuschleppen pflegt) und die andere für ihr Leben gern Anna Netrebko hört usw. Immer mehr Persönliches geben sie von sich preis, nur eben das Wichtigste nicht: was sie beide verstört und zu einsamen Seelen gemacht hat.
Das amüsierte Geplänkel wird zum Flirt, der heiße Flirt zur Verliebtheit. Längst ist aus dem Sie ein vertrautes Du geworden. Als sie zu chatten beginnen (tweety76 & teetrinker71), knistert es vor romantischem Verlangen. Wäre es nicht bald an der Zeit, sich auch jenseits der geschützten Brief-, Mail- und SMS-Welt persönlich zu treffen?
Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Sie das hier erfahren?! Nur so viel: Es wird zu einem großen magischen Finale kommen. Wo? Na, wo schon?