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Mit ihrem fulminanten SciFi-Thriller Troposphere hat sich Scarlett Thomas einen Platz in der ersten Reihe der jungen britischen Schriftstellergeneration erschrieben. Ein Roman wie ein LSD-Trip, eine wilde Parforcejagd durch äußere und innere Welten, aufgeladen mit einem elektrisierenden Mix aus Naturwissenschaften und Philosophie. «Ein spannender, lustiger und intelligenter Science-Fiction-Postpop-Roman.» (FAZ) d«Ein Irrsinns-Thriller, ein Kultbuch!» (SonntagsZeitung)
Man möchte nicht unbedingt mit Ariel Munto tauschen. Die Londoner Doktorandin lebt in einem Rattenloch von Wohnung, pfeift finanziell aus dem letzten Loch, hat mittelprächtigen Sado-Maso-Sex mit älteren Männern und glaubt, ihre Dissertation über den viktorianischen Schriftsteller Thomas E. Lumas bald vollends gegen die Wand gefahren zu haben. Ohne The End of Mr. Y, Lumas’ verschollenes Hauptwerk, kann sie ihre Doktorarbeit eigentlich gleich an den Nagel hängen.
´Da lacht ihr just an dem Tag, als das Newton Building (!) auf dem Campus unter merkwürdigen Umständen einstürzt, das Glück: In einem kleinen Antiquariat fällt ihr eine gut erhaltene Erstausgabe von The End of Mr. Y in die Hände. Dass eine Seite fehlt, ist ihr zunächst gar nicht aufgefallen – noch weiß sie nicht, dass es die alles entscheidende ist. Mit atemloser Spannung vertieft sie sich in die Geschichte des Spiritisten Mr. Y, der irgendwann im 19. Jahrhundert dank einem geheimnisvollen Elixier in eine andere Dimension gelangte: in die Troposphäre, die Gedankenwelten fremder Menschen.
Auf diesem Buch lastet ein Fluch: Allen, die es lesen oder mit ihm arbeiten, droht der Tod. Lumas selbst starb am Tag der Veröffentlichung von Mr. Y, kurz darauf der Verleger, der Lektor, der Schriftsetzer. Fluch? Einmalige Chance! Da müsste ganz anderes kommen, um eine Frau wie Ariel Minto davon abzuhalten, nach der Formel für den Zugang zum kollektiven Bewusstsein der Menschheit zu suchen.
Als sie die Bibliothek ihres verschwundenen Doktorvaters Saul Burlem in der Uni eingehend inspiziert, segelt ihr aus dem vierten Band von Darwins Zoonomie das herausgetrennte Mr. Y-Blatt mit den Seiten 131 und 132 vor die Füße. Auf ihm findet sie die Ingredienzen jener Substanz, die sie ins Reich der Gedanken katapultieren wird: eine Wunderdroge aus Weihrauch und Carbo vegetabilis, also Holzkohle, Der Selbstversuch, «ein Drogenexperiment der höheren, steppenwölfischen Art» (FAZ), funktioniert. Wie Alice im Wunderland stürzt und stürzt und stürzt sie immer tiefer, genauer gesagt: «voran» …
Ariels Leben ist in doppelter Weise gefährdet: In der Troposphäre existiert eine Grenze, die um den Preis des Todes in der physischen Welt nicht überschritten werden darf. Aber auch in der realen Welt ist sie nicht mehr sicher, denn wer das Sesam-öffne-Dich zur Troposphäre kennt, spielt mit seinem Leben …
Zeitreisen, Quantenphysik, Künstliche Intelligenz, Poststrukturalismus und Paralleluniversen, dazu ein guter Schuss Gruselmystik und Cyberpunk – Kluges und Skurilles, energisch geschüttelt, nicht gerührt, mit Michio Kaku, Simon Singh, Jean Baudrillard, Mary Shelley und vielen anderen «Erkenntnisextremisten» als Referenzgrößen: Troposphere ist eine furiose Collage von hohem intellektuellem Reiz. Denn Scarlett Thomas’ Theoriecocktail ist nicht Bei- oder Blendwerk, er ist das Medium, in der sich eine schwindelerregende Idee in Literatur verwandelt.