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Roger Cicero: Weggefährten

© Jens Boldt

Mit elf Jahren stand er zum ersten Mal auf der Bühne, inzwischen füllt er Säle: Roger Cicero, Musiker mit wechselvoller Geschichte, erzählt in seinem Buch Weggefährten von intensiven Begegnungen und überraschenden Wendungen seines Lebens.

Er ist der ungekrönte, unangefochtene König des Swing in neuem Gewand. Er hat ihn mit Popmusik vereint, und seine ausverkauften Konzerte zeigen, dass diese scheinbar in die Jahre gekommene Musik heute wieder ein riesiges Publikum zu begeistern vermag.

It's up to you! Von Gilbert O'Sullivan bis Stevie Wonder

Jetzt macht Roger Cicero, was Musiker neben dem Spielen am liebsten tun: Er «schwafelt über Musik». Er erzählt sein Leben anhand von Songs, die jeweils für eine bestimmte Wegmarke stehen – eine «Kombination aus Musik- und Fotoalbum».

Mit vierzehn fährt er mit dem berühmten Vater, dem Jazzpianisten Eugen Cicero, zum ersten Mal nach Rumänien zur Großfamilie. Auf der Fahrt bahnt ihm Gilbert O’Sullivans «Alone again» den Weg in die Musik. Das erste Konzert mit Cool and the Gang, im Alter von zwölf, lehrt ihn, dass Musik erst auf der Bühne ihren ganzen Zauber entfaltet.

Prince steht für den Abschied von Berlin. «I was brought to my senses» von Sting begleitet ihn auf all den endlosen Autofahrten durch Holland, zum nächsten verhassten Auftritt mit der FirstShowBand. Der Bogen ist weit gespannt und reicht von Mario Lanza über Roy Hargrove, Eva Cassidy und die Beatles bis Chaka Khan und Joni Mitchell. Und über allem thront der unvergleichliche Stevie Wonder: «Naturgewalten muss man demütig hinnehmen.»

Autoreninfo

Roger Cicero, geboren 1970 in Berlin, stand bereits als Elfjähriger auf der Bühne. Er wurde in den Fächern Klavier, Gitarre und Gesang ausgebildet und...
Popsongs im Swinggewand

Ganz nebenbei erfährt der Leser einiges über das Handwerk des Musikers, über den Aufbau von Liedern und wie man Kompositionen bis zum Äußersten ausreizt. Er findet Fotos von Ciceros Kindheit bis zu den umjubelten Bühnenauftritten und Dutzende von Anekdoten. Am Ende kehrt die musikalische Erinnerung noch einmal zum Vater zurück, den er 1997 tot auffand: «Ich hätt’ so gern noch tschüss gesagt.»

Und auch den jüngsten Cicero namens Louis grüßt er mit einem «Lied für `nen Kerl». Ein schönes Buch, nicht nur für Swingliebhaber. Denn Roger Cicero gehört zu den Musikern, die nicht nur Gold in der Stimme haben und den Rhythmus im Blut. Sondern auch einiges im Kopf.

(Aus: Rowohlt Revue 90, Autor: Rainer Hurtig)

Roger Cicero rororo 256 S.
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