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Verschwörungstheorien in Krimis gibt es wie Sand am Meer. Die Geheimgesellschaft der Illuminaten gab der legendären Illuminatus!-Trilogie ihren Namen, die Mitte der 1970er Jahre zum ersten Mal in Amerika erschien und rasch Kultstatus erlangte. Robert Shea und Robert Anton Wilson waren ihrer Zeit damit weit voraus. Eine Wiederentdeckung ist überfällig – denn das Original übertrifft seine Nachfolger bei Weitem. Und einen besseren Zeitpunkt zum Kennenlernen des Originals kann es nicht geben: Erstmals erscheint die Kultserie Illuminatus!- (Das Auge der Pyramide, Der goldene Apfel, Leviathan) bei rororo in einem Band.
Mit einer Bombe, die in New York explodiert, geht alles los. Der Anschlag gilt einem Redaktionsbüro, das sich eher abgedrehten Themen widmet. Die Polizei ermittelt, aber Licht ins verworrene Geschehen bringt erst der Anarchist Hagbard Celine mit seinem Supercomputer ‹Fuckup›. Doch was heißt schon Licht in diesem munteren Genre-Mix aus Polit-Krimi, Science-Fiction, psychedelischem Märchen inklusive Fantasy- und Thriller-Satire. Die Zeit der Handlung? 150 Millionen Jahre vor bis 2025 nach Christus. Höchste Zeit also, mit der Lektüre zu beginnen.
In Illuminatus! hängt alles mit allem zusammen: die Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy mit den Freimauren, dem Untergang von Atlantis und natürlich mit der magischen Zhal 23. Und das alles, weil zwei rivalisierende Gruppierungen extrem Unterschiedliches im Sinn haben: die einen arbeiten am Untergang der Welt, die anderen an der Erleuchtung der Menschheit.
In den Siebzigern war die Angst vor der drohenden Allmacht der Computer besonders ausgeprägt, und das Autorengespann Shea/Wilson bediente diese Angst prächtig. Menschen werden künstlich «programmiert», Handlungen und Charaktere wechseln permanent. Wie viele Wirklichkeiten gibt es, was ist Wahrheit?
Immer wieder wurde auf die Wirkung der Trilogie als Lesedroge hingewiesen. Das Buch selbst berichtet von halluzinativen Erfahrungen jeglicher Art, Drogen, Sex & Rock ’n ’Roll. Lässt man sich auf diesen wilden Literaturtrip ein, bleibt einem nichts übrig, als eigene Erklärungsversuche zu entwerfen. Der zentrale Imperativ von Illuminatus! weist sogar ausdrücklich darauf hin: «Denk für dich selbst, Narr!»
Aber keine Sorge: «Am Ende wacht der Leser ohne Kater auf: Wilson und Shea haben diesen Trip so gestaltet, dass man beim Lesen nicht nur über die Geschichte, sondern auch über sich selbst lachen kann: Nichts ist wirklich, alles ist Illusion.» (Tons May, www.fluter.de) «Ein Buch für jedermann, der einen intellektuellen Spaß erster Güte erleben will.» (Bayerischer Rundfunk)