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Es ist sechs Uhr morgens, als Will Connelly sein Hochhausbüro im Embarcadero Center in San Francisco betritt. Kein ungewöhnlicher Arbeitsbeginn für einen jungen Wirtschaftsanwalt, der an diesem Tag als neuer Partner der Kanzlei Reynolds, Fincher & McComb LLP vorgestellt werden soll. «Als er aufblickte, sah er Ben Fisher. Draußen, vor dem Fenster. Achtunddreißig Stockwerke hoch. Im freien Fall.» Der Mord an seinem jungen Kollegen wird das Leben Connellys auf den Kopf stellen. Bald ist die Mafiya, die russische Mafia, ebenso hinter ihm wie das FBI und andere Bundesbehörden. Und Wills Optionen erscheinen mehr als trist: Flucht, Knast, Tod.
Wie in einem rasanten Actionfilm ziehen in Reece Hirschs Debütroman Der Informant die Szenen vorüber. Wenn es bei diesem Thriller etwas gibt, was nicht überrascht, dann die Tatsache, dass Hirsch selbst Partner einen großen US-Anwaltskanzlei ist. Er weiß, um was es bei einer «Elefantenhochzeit» wie der geht, die dem jungen Anwalt Will Connelly das Genick zu brechen droht – der Fusion zwischen Jupiter Software, weltweit die Nummer eins in der Entwicklung von Verschlüsselungsprogrammen, und dem Computergiganten Pearl Systems.
Ehe Connelly sich versieht, ist er nicht mehr Zeuge des Todessturzes von Ben Fisher, sondern Mordverdächtiger. Will ist verstört und doch seltsam euphorisch – an diesem Tag, an dem sein Kollege starb und er selbst neuer Teilhaber von Reynolds, Fincher & McComb LLP wird. Abends verschlägt es ihn in die hippe Whiskey Bar; es geht ihm um nichts anderes als um Alkohol und Sex. Als er am nächsten Morgen im Bett von Katya Belyshev erwacht, nimmt das Unheil seinen Lauf. Zwei Landsleute der schönen Russin fallen über Will her und prügeln ihn windelweich.
Yuri und Nikolai wissen mit System zuzuschlagen; sie sind es gewohnt, für die Russenmafia in der Oakland Bay die Schmutzarbeiten zu erledigen. Wahrscheinlich hätten sie Will totgeschlagen, wäre er für die Pläne des Mafia-Paten Boka nicht so wichtig gewesen. Er soll Boka Insiderinformationen über den Megadeal zwischen Jupiter Software und Pearl Systems liefern: für die russischen Kriminellen ein hochprofitables Geschäft.
Es dauert nur wenige Tage, bis Will seinen Kanzleischreibtisch räumen muss. Insiderhandel, Kontakte zur Russenmafia, Mithilfe bei der Planung eines Terroranschlags, der Mord an Ben Fisher – je nach Perspektive und Paranoia ist es eine ganze Menge, was man ihm anlastet. Zu viel auf jeden Fall, um weiterhin für seine noble Kanzlei arbeiten zu können. Dass jemand ihn ins offene Messer laufen lässt, ist klar; solange er aber nicht beweisen kann, wer bei Reynolds, Fincher & McComb LLP mit Bokas Truppe unter einer Decke steckt, hilft ihm das wenig.
Als dann auch noch seine Kollegin Claire Rowland gefeuert wird, schrillen bei Will sämtliche Alarmglocken. Durch «Zufall» ist ihr ein Verschlüsselungsalgorithmus in die Hände gefallen, mit dem sich die geheimsten, gefährlichsten Daten der westlichen Hemisphäre wie reife Nüsse knacken lassen. Ein Terrorist wie Aashif Agha, der einen Nervengasanschlag auf das Bahnsystem der Bay Area plant, würde für den Datenschlüssel über beliebig viele Leichen gehen.
Das Ende der Geschichte ist pure Action, Nervenkitzel. Von einem Shootout inmitten der legendären Schwulen- und Lesbenparade bis zur finalen Konfrontation mit der Inkarnation des Bösen – Will Connelly bleibt nichts, aber auch gar nichts erspart …