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Wer von Raymond Khourys Welterfolg Scriptum (übersetzt in 35 Sprachen) fasziniert war, darf sich jetzt auf eine Fortsetzung der Geschichte freuen. Khoury versteht es perfekt, historische Zusammenhänge mit spektakulärer Action und Thrillerspannung zu mixen. Dogma beginnt im Konstantinopel des frühen 13. Jahrhunderts, als einer Gruppe Tempelritter der Ausbruch aus der von Kreuzrittern belagerten Stadt gelingt. Und sie endet – nach einer todbringenden Jagd durch Zeiten und Kontinente – in unseren Tagen: mit dem Raub von brisanten Akten aus dem geheimsten Bestand des Vatikans. 556 Seiten Hochspannung!
Konstantinopel, 1203. Die spirituelle Metropole des Ostens wird von Kreuzrittern im Dienste des Papstes belagert. Der Tempelritter Everard von Tyros befindet sich in geheimer Mission in der Stadt. Er und seine Männer haben den Auftrag, einen Schatz durch die feindlichen Linien herauszuschmuggeln: drei hölzerne Truhen aus der kaiserlichen Bibliothek. Zunächst scheint das Unterfangen zu gelingen – doch die Tempelritter kommen nicht weit. Everard und seine Männer werden in einem Kloster vergiftet: von den Mönchen, die um die Gefährlichkeit der gefundenen Objekte wissen.
«Die Truhen waren aufgebrochen, die Schlösser aus den Beschlägen gerissen. Die Mönche wussten um den Inhalt. (...) Seine Brüder lagen kreuz und quer auf dem Boden des großen Raumes, in verdrehter unnatürlicher Haltung, reglos in ihren starren Gesichtern die eisige Blässe des Todes. Nirgends war Blut zu sehen, keinerlei Anzeichen von Gewalt. Es war, als hätten sie einfach aufgehört zu leben, als sei ihnen das Leben ganz langsam ausgesaugt worden. Hinter ihnen standen die Mönche in einem makabren Halbkreis und starrten Everard ausdruckslos an, in der Mitte der Abt, Pater Philippicus. Everard, der ihnen auf zitternnden Beinen gegenüberstand, verstand plötzlich. «Was habt Ihr getan?», fragte er …»
… und so bleibt der sagenumwobene Schatz für Jahrhunderte verschwunden.
Istanbul/Rom, 2010. Weil der aus Teheran stammende Wissenschaftler Behrouz Sharafi in einem historischen Dokument Hinweise auf den so fanatisch gesuchten Schatz aus vergangener Zeit gefunden hat, wird er von einem Unbekannten mit martialischen Mitteln bedroht. Es ist der gleiche, der die Archäologin und Schriftstellerin Tess, Sean Reillys Lebensgefährtin, entführt hat. Der FBI-Agent ist in privater Mission im Vatikan unterwegs. In einer wahren Harakiri-Aktion gelingt es Reilly, sich Zugang zu den geheimsten Arsenalen des vatikanischen Archivs zu verschaffen. Ihnen gelingt es, eines der wichtigsten Dokumente des Archivs mitgehen zu lassen: die historische Akte der Tempelritter.
Zwar kann Reilly nach der abenteuerlichen Flucht aus den Katakomben des Vatikans seine Freundin befreien; aber das FBI und die römische Polizei setzen alles daran, ihn von den Ermittlungen auszuschließen – offiziell mit dem Argument, er habe sich arg rambomäßig durch die Heilige Stadt gepflügt. Dem Einfluss von Kardinal Brugnone haben Reilly und Tess es zu verdanken, dass sie ihre Mission weiter verfolgen können (die sie zunächst auf den Spuren von Mansoon Zahed, dem Mörder Sharafis, in die Türkei führt); Brugnones einzige Bedingung: Die Interessen der Kirche haben im Konfliktfall über jedem anderen Interesse zu stehen. Denn das, was die Akte und der uralte Schatz der Tempelritter zu Tage fördern würden, könnte der römisch-katholischen Weltkirche die Legitimationsgrundlagen entziehen …
In Dogma treibt Khoury auf fesselnde Weise die Geschichte von Scriptum weiter. Man verrät nicht zu viel, wenn man andeutet, dass der Inhalt jener drei Holztruhen vor jenem historischen, vom römischen Kaiser Konstantin I. einberufenen Konzil von Nicäa im Jahre 325 n. Chr. bereits existierte. Der Vatikan würde Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um das Geheimnis von einst zu wahren; Mansoor Zahed dagegen, in Khourys Roman der «Bösewicht» und starker Antagonist des FBI-Manns, will aber genau das: das Geheimnis der Templer lüften und die religiös-kulturellen Grundfesten des Westens erschüttern.