![]()
Ein Kloster, hoch oben im Himalaya; keiner kennt den Weg dorthin. Zwei junge britische Bergsteiger, bereit für das Abenteuer ihres Lebens. Ein kleiner tibetischer Junge – auf ihm ruht die Hoffnung eines ganzen Volkes. Er wird von einem Trupp chinesischer Soldaten gejagt. In der grandiosen Bergwelt des Himalaya spielt sich ein Drama ab, ein tödliches Katz- und Maus-Spiel. Der Einsatz ist das Schicksal Tibets …
Patrick Woodhead Thriller ist ein Mix aus packender Action, Bergsteigerromantik und östlicher Mystik. Woodhead selbst ist ein Abenteuerer, wie er im Buche steht: ER hat den Südpol bereits, als Erster diverse Gipfel in Tibet und Kirgisien bezwungen, per Kajak den Atlantischen Ozean übequert.
Luca Matthews und Bill Taylor, zwei britische Bergsteiger, sind im Himalaya auf dem letzten Abschnitt zum Gipfel des Makalu. Der mit 8463 Metern fünfthöchste Berg der Erde, östlich vom Mount Everest im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet gelegen, stellt selbst für erfahrene Bergsteiger eine enorme Herausforderung dar. Hier, vor dem Gipfelsturm auf den Makalu, erleidet Bill einen Schwächeanfall. Luca muss sich entscheiden, ob er Bill im Stich lässt und die Besteigung alleine versucht oder ob er mit Bill den Abstieg beginnt.
In diesem Moment lichten sich die dichten Wolken um sie herum und in einem nahen Bergmassiv erkennt er eine unglaubliche Erscheinung: Ein Berg, perfekt geformt wie eine Pyramide, umschlossen von einem symmetrischen Kreis aus Bergen. «Licht strömte durch die Wolkenlücke, ließ erst die eine Seite, dann die andere erstrahlen. Schließlich befreite sich das, was darunter Gestalt annahm, von dem Wolkenwirbel und Luca starrte auf eine Pyramide, die so perfekt proportioniert war wie von Menschenhand geschaffen.» Luca hat noch nie von diesem Berg gehört. Zurück in England, beginnt er mit Nachforschungen über dieses Wunder der Natur.
In diversen historischen Texten in der Universitätsbibliothek von Cambridge findet er Hinweise auf uralte Klöster, die tief in der geheimnisvollen Bergwelt versteckt liegen. Hierhin zieht es ihn und seinen Freund Bill zu ihrem größten Abenteuer. Von Tibets Hauptstadt Lhasa aus versuchen sie ihr Zielgebiet zu erreichen. Dabei ergeben sich neue Schwierigkeiten, da sie nur im Besitz von normalen Aufenthaltsgenehmigungen sind und sie für die Reise eine Sondergenehmigung der chinesischen Behörden bräuchten, die mit harter Hand in Tibet durchgreifen.
China muss sich zur gleichen Zeit aus einem ganz anderen Grund mit der widerspenstigen Region auseinandersetzen. Der alte Panchen Lama, ein spiritueller Führer der Tibeter, ist vor kurzem verstorben. Tibetische Mönche sind auf der Suche nach seiner Reinkarnation – und finden sie in einem 9-jährigen Jungen. Die chinesische Regierung will ihren eigenen Kandidaten durchbringen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Skrupellos hetzten sie ihre Soldateska in die Berge, um den Jungen zu finden und zu beseitigen. Tatsächlich spüren sie einen verdächtigen Knaben auf und bringen ihn um, aber es ist der falsche.
Der zukünftige Panchen Lama flieht durch Tibet, verfolgt von ist, wird einer der härtesten und gnadenlosesten Männer, Hauptmann Zhu soll «das Problem» auf seine Weise lösen: jagen, aufspüren, liquidieren. Als die beiden englischen Bergsteiger seiner Truppe in die Quere kommen, beginnt für Luke und Bill ein Kampf auf Leben und Tod. Von Waffengleichheit kann hier keine Rede sein …
Patrick Woodheads Roman zeigt in illusionsloser Härte, was es für die tibetische Bevölkerung heißt, unter chinesischer Herrschaft zu leben. Ein Nachwort des Autors umreißt den aktuellen Hintergrund der im Roman geschilderten dramatischen Vorgänge: 1989 war der zehnte Panchen Lama gestorben; auf der Scuhe nach seiner Reinkarnation kam es zu schweren politischen Auseinandersetzungen. Zwar erkannte der gegnwärtig amtierende Dalai Lama den sechsjährigen Gedhun Choekyi Nyima als rechtmäßigen Nachfolger an, nicht aber die chinesischen Behörden. Mitsamt seiner Familie musste der Junge Tibet verlassen. Niemand weiß, wo er sich heute aufhält. «Die chinesischen Behörden geben an, ihn „zu seiner eigenen Sicherheit“ in Verwahrung zu halten. Bis heute – 2009 – wurde keiner Menschenrechtsorganisation gestattet, sich davon zu überzeugen, ob er noch lebt oder womöglich tot ist.»
(Autorin: Suriama Velasco)