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Patrick Lee: Die Pforte

© Fotolia/malko; Fotolia/Yang Ming Qi; Fotolia jaddingt; Fotolia/Sdecoret

Mitten in der eisigen Gebirgslandschaft Alaskas, findet Ex-Polizist Travis Chase ein Flugzeugwrack. Die Menschen an Bord der havarierten Boeing 747 starben nicht an den Folgen des Absturzes. Sie wurden erschossen. Unter den Opfern: die First Lady der USA. Ehe er sich versieht, wird Chase zu einer wichtigen Figur in jenem apokalyptischen Spiel, das in den 1970er Jahren mit einem wissenschaftlichen Geheimprojekt begonnen hatte: ein Experiment in der tiefsten Einöde Wyomings, das auf fatale Weise aus dem Ruder gelaufen war– eine tickende Zeitbombe, die den Fortbestand des Planeten bedroht. «Mutig und furchterregend – und unheimlich glaubwürdig.» (Lee Child)

Eigentlich hätte Chase ein verbitterter, zynischer, gebrochener Mnan sein müssen. Seine über alles geliebte Freundin Emily Price ist schon lange tot, umgebracht von denen, die es auf ihn abgesehen hatten. Anderthalb Jahrzehnte saß er im Gefängnis, von Gott und der Welt verlassen. In Alaska will er in Ruhe über seine Zukunft nachdenken. Zurück nach Minnesota zieht ihn nichts, andererseits – was soll er auf Dauer hier am Polarkreis? Das metallische Kreischen des abstürzenden Flugzeugs und die Ereignisse der nächsten Tage machen die Klärung dieser Fragen obsolet. Weil sein Leben eine dramatische Wendung nehmen wird …

Border Town – das Portal in eine andere Welt

Ellen Garner,, die First Lady der Vereinigten Staaten, hatte unmittelbar vor ihrer Ermordung noch ein paar Zeilen zu Papier bringen können, für Chase absolut rätselhafte Sätze. «Hoffentlich findet dies jemand von Tangent. Sollte das jemand anders finden, verständigen Sie nicht die örtlichen Behörden. Machen Sie umgehend ein Telefon ausfindig und wählen Sie die Nummer 289-112-0713. Jemand wird sich melden. Sagen sie ihm/ihr, dass Box Kite abgestürzt ist, Position 67° 40,65’ Nord, 151° 50,31’ West. Alle tot bis auf zwei Gefangene, verschleppt von sieben Feinden.»

Chase, schwer bewaffnet mit diversen Schnellfeuerwaffen aus dem Flugzeug, gelingt es, die für das Massaker verantwortlichen Männer auszuschalten. Paige Campbell, eine der Gefangenen, kann er aus derr Hand der Folterknechte befreien; für ihren Vater kommt jede Hilfe zu spät. Paige beschließt, den Fremden, der ihr das Leben gerettet hat, einzuweihen. Weshalb sie hier sind. Was es mit der Organisation Tangent auf sich hat, dem Portal, den Entitäten … Damit er eine Ahnung hat, dass es in diesem Horrorszenario um mehr als das eigene Überleben geht, um viel mehr. «Tangent ist eine Organisation. Wir kümmern uns ausschließlich um das Portal. Bewachen es. Kontrollieren es. Das Portal ist, streng wissenschaftlich betrachtet, ohne jede Übertreibung, die kurioseste Sache auf der Welt. Es ist eine Quelle. Eine Quelle, die Technologien liefert. Die Technologien, die wir aus dem Portal erhalten, werden Entität genannt …»

Zwei dieser Entitäten lernt Chase umgehend kennen. Die eine ist eine Art Tarnazug, er macht seinen Träger unsichtbar und damit so gut wie unverwundbar. Die andere, Portal-Entität 0247, genannt Das Flüstern, ist ein 10 x 10 cm großes Kästchen. Es ermöglicht nicht nur, in die Zukunft zu sehen und zukünftiges Wissen zu antizipieren, es ist auch ein perfides Medium der Gehirnwäsche. Wer dem Flüstern zu nahe kommt oder es gar länger in der Hand hält, wird als Agent des Bösen schreckliche Dinge tun, mörderische Dinge.

Es wird Tote geben, viele Tote

Ein Einsatzkommando fliegt Paige und Travis in die Zentrale von Tangent nach Wind Creek in Wyoming, siebzig Meilen von der nächsten menschlichen Ansiedlung entfernt. Hier endlich begreift Chase, was es mit dem Portal, der «Pforte», auf sich hat. «Nicht wir haben dieses Ding konstruiert. Nicht wir Menschen», hatte Paige orakelt. Ursprünglich war die bunkerähnliche Anlage für ein Großprojekt des US-Energieministeriums mit höchster Geheimhaltungsstufe angelegt worden. Sie wurde am 7. März 1978 in Betrieb genommen, zum ersten und gleichzeitig zum letzten Mal. Weil der Beschuss von Objekten im Sehr Großen Ionen-Speicherring (SGIS) mit hochenergetischen Teilchen in einer Katastrophe endete …

Das Portal ist ein klaffendes Oval,, es eröffnet den Blick in einen ein Meter breiten Tunnel, der sich endlos in die Tiefe erstreckt. «Was wir das Portal nennen, ist eine Pforte, eine Pforte in eine andere Welt. Diese Pforte führt irgendwohin. Wohin, das wagen wir nicht mal zu mutmaßen. Von unserer Seite kann nichts hindurchgelangen. Und von der anderen Seite ist noch nie etwas Lebendiges herausgekommen. Dafür aber Gegenstände. Durchschnittlich drei bis vier am Tag, seit nunmehr über dreißig Jahren. Entitäten.»

Manche dieser Entitätensind harmlose Spielereien, andere ungemein nützlich, wieder andere nur rätselhaft, Zweck: unbekannt. Und dann gibt es solche, die in den Händen skrupelloser Figuren der Welt den Garaus machen könnten.

Zürich, Theaterstraße 7: das gefährlichste Gebäude der Welt

Ein Mann verfolgt mit fanatischer Konsequenz das Ziel, den unterirdischen Gebäudekomplex in Wyoming in seine Gewalt zu bekommen. Sein Name: Aaron Pilgrim. In den 70er Jahren einer der Gründer des SGIS-Projekts und engster wissenschaftlicher Berater des US-Präsidenten, befehligt er jetzt eine Organisation skrupelloser Technikfreaks und Killer, die ihm aufs Wort gehorchen. «Wenn sie Border Town auch nur eine halbe Stunde unter ihre Kontrolle bringen, besteht keine Aussicht mehr, sie zu stoppen. An dem tag haben sie die Welt in ihrer Gewalt. Und egal welchen verdammten Drecksplan sie umsetzen wollen, sechseinhalb Milliarden Menschen werden ihnen ausgeliefert sein.»

Ein Ort spielt in Pilgrims Plänen eine entscheidende Rolle. Ein Haus, eine HighTech-Festung. Adresse: Theaterstraße 7, Zürich. «Es ist mehr als bloß ein Gebäude. Es ist eine Waffe.» Paige und Chase fliegen mit einem Tangent-Kommando nach Zürich. Die Bombe tickt, der Zünder ist scharfgestellt, die Zeit läuft ab – im Tötungsumkreis des Sprengkopfs leben 400.000 Menschen. Die Entscheidungsschlacht um das Schicksal der uns bekannten Weltordnung hat begonnen …