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P. J. Tracy: Thriller in neuer Ausstattung

P. J. (Patricia Jean) und Traci Lambrecht alias P.J. Tracy beherrschen meisterlich das Spiel mit falschen Fährten. Ihre Thriller sind packend, perfekt komponiert und glänzend geschrieben. Wer noch nichts von P. J. Tracy gelesen hat, sollte unbedingt mit ihrem fesselnden Erstling Spiel unter Freunden beginnen. Denn hier formiert sich das Personal aller Tracy-Thriller zum ersten Mal. Und das sollte man nicht verpassen! Pünktlich zum Erscheinen ihres fünften Romans Sieh mir beim Sterben zu (Besprechung ab 15.9. in Bookmarks) präsentiert rororo die vier Vorgängerbände in neuer Ausstattung.

Spiel unter Freunden

In Kingsford County, Wisconsin, werden die Kleinfeldts, ein altes Ehepaar, in einer Kirche per Kopfschuss ermordet. Zur gleichen Zeit beginnt in Minneapolis eine Mordserie, die sich mit schockierender Präzision an das Drehbuch eines Computerspiels hält: Serial Killers Detective (SKID). Entwickelt wurde es von den Kreativen der Softwarefirma Monkeywrench, die bis dato mit ihrer Lern- und Spielsoftware einen exzellenten Ruf genoss.

Die Programmierer müssen mit ansehen, wie SKID als Blueprint für ein Massaker benutzt wird. Eine junge Frau, makaber aufgebahrt auf den Schwingen eines Friedhofsengels, ein Jogger, ein Partygast auf einem Raddampfer, eine Kundin in der Mall of America – alle exakt so liquidiert, wie in der Serial-Killers-Testversion vorgegeben. Es könnten noch viel mehr Opfer werden: das Spiel besitzt 20 Level, und erst Level 4 ist erreicht.

Das ist die Konstellation, der sich Leo Magozzi und Gino Rolseth vom Morddezernat Minneapolis konfrontiert sehen. Aber erst als sich ihre Ermittlungen mit denen von Michael Halloran, Sheriff von Kingsford County, und seinen Deputies kreuzen, gibt es plötzlich eine erste Spur. Weshalb sind die bigott-fanatischen Kleinfeldts von einem Ort zum nächsten geflohen, um sich schwer bewaffnet vor wem auch immer zu schützen? Und weshalb sind die Monkeywrench-Leute damals an der University of Georgia in Atlanta abgetaucht, um unter anderen Namen in Minneapolis ein neues Leben zu beginnen? Am Ende steht ein ungeheuerlicher Verdacht steht im Raum …

Autoreninfo

P.J. Tracy ist das Pseudonym eines Autorenteams aus Mutter und Tochter. Die ehemaligen Drehbuchautorinnen erzielten mit ihrem Krimidebut "Spiel unter...
Der Köder & Mortifer

In St. Paul, der Hauptstadt von Minnesota, wurde Morey Gilbert, der 80-jährige Besitzer einer Gärtnerei, erschossen, Kurz darauf sterben drei weitere alte Menschen. Zwei wurden wie Morey mit einem Kopfschuss exekutiert, während das dritte Opfer an Schienen gekettet gefunden wurde. Arlen Fisher starb aus Angst vor einem nahenden Zug – an einem Herzschlag. Unter den alten Menschen in und um St. Paul macht sich Panik breit.

Aber kein paranoider Rentnerhasser steckt hinter der Mordserie. Das wissen Magozzi und Rolseth spätestens, als die eingebrannten Ziffern auf den Armen der Toten sie als Überlebende deutscher Konzentrationslager ausweisen. Wer aber kann ein Interesse an der Liquidierung alter Juden haben, die schon einmal durch die Hölle gehen mussten? Das Auffinden der Mordwaffe ist ein Schock – und eine heiße Spur: Mit der Pistole wurden seit mehreren Jahrzehnten Menschen in aller Welt erschossen. Und kein einziger dieser Fälle konnte bis dahin aufgeklärt werden… «Grotesk, witzig, traumhafte Dialoge. Ein Autorenduo mit Power.» (KrimiWelt)

Kaum zu überbieten an Spannung ist P .J. Tracys Nr. 3 Mortifer (lat.: «todbringend»). Die Idee entstand schon vor vielen Jahren, als Traci und ihre Eltern durch ein hübsches Landstädtchen fuhren. Es war ein strahlend schöner Herbsttag, eine friedliche Idylle. Aber weshalb war kein einziger Mensch auf den Straßen zu sehen? P.J. und Traci spielten die wildesten Phantasien durch: Eine Stadt ohne Menschen, was kann passiert sein? Die Giftgasattacke in der Tokioter U-Bahn 1995 und der Anschlag in Oklahoma City, als der rechte Fanatiker Timothy McVeigh 168 Menschen in den Tod bombte, ließ auf einmal eine Idee reifen. Was P.J. Tracy in Mortifer aus ihr gemacht haben, ist einfach atemberaubend.

In Four Corners, wo der Wechsel von Wetter und Jahreszeit zu den aufregendsten Attraktionen des Alltags zählen, bringt ein nit Giftgas beladener Milchlaster Tod und Verderben in das ländliche Idyll. Durch eine Autopanne geraten Grace und Annie, zwei der Monkeywrench-Frauen, und die FBI-Agentin Sharon, mitten hinein in ein Inferno. Eine bis an die Zähne bewaffnete Söldnertruppe macht Jagd auf die drei, weil sie einen teuflischen Plan zu vereiteln drohen …

Memento

Als in Minneapolis nach einem lausigen Winter der Schnee in dicken Flocken fällt, kann endlich auch der große Schneemann-Wettbewerb stattfinden, auf den sich die Kinder der Stadt so gefreut haben. Die Freude endet jäh mit einer makabren Entdeckung. Zwei der Schneemänner entpuppen sich als ermordete Polizisten, Tommy Deaton und Toby Myerson vom 2. Revier in Minneapolis. Wenig später taucht in Dundas County im tiefsten Minnesota ein dritter toter Schneemann auf.

Gino und sein Kollege Leo sind wenig begeistert, diesen Fall gemeinsam mit der völlig unerfahrenen Iris Rikker lösen zu müssen, die gleich an ihrem ersten Tag als Sheriff einen Toten quasi im Vorgarten serviert bekommt. Wieder einmal finden die Computertüftler von Monkeewrench die entscheidende Spur, als es ihnen gelingt, einen durch unzählige Firewalls gesicherten Chatroom zu knacken. Bald ist klar, dass alles irgendwie mit Bitterroot zu tun hat, einer Einrichtung für verfolgte und misshandelte Frauen, die auf Besucher wie ein riesiger Hochsicherheitstrakt wirkt. Die Wahrheit, die sich ihnen in Bitterroot enthüllt, trifft die Ermittler wie ein Schock …

«Knallhart und gut.» (Focus)