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Mons Kallentoft: Blut soll euer Zeichen sein

Eine barbarische Gluthitze liegt über Linköping und ganz Östergötland. Nicht einmal die Alten können sich an einen ähnlich heißen Sommer in Südschweden erinnern. Zu allem Überfluss stehen nun auch noch riesige Gebiete in den Tjällmoswäldern in Flammen. In diesen zermürbenden Wochen, die niemand mehr euphemistisch «Jahrhundertsommer» nennen will, lässt eine Serie grausamer Verbrechen gegen junge Mädchen das ganze Land vor Schreck erstarren … Mons Kallentoft stürmte mit Blut soll euer Zeichen sein, seinem zweiten Kriminalroman um Kommissarin Malin Fors und ihren Kollegen Zeke Martinsson, in Schweden die Bestsellerlisten.

Kommissarin Malin Fors leidet nicht unter den fiebrigen Temperaturen. Ihre Tochter Tove ist mit Janne, ihrem Ex-Mann, nach Bali geflogen – kaum zu glauben, dass ausgerechnet der «Feuerwehrheld» Janne den Hauptgewinn einer Reiselotterie für Gemeindebeamte ergattert. Malin sehnt sich nach den beiden. Hitziger Sex mit ihrem Liebhaber, einem Journalisten, bringt ihr keine Entspannung. Selten hat sie ihre Einsamkeit so schneidend scharf gespürt. Sie vermisst Janne mehr, als es ihr recht ist – den Mann, der vor der familiären Verantwortung immer wieder ausgebrochen war, zu humanitären Einsätzen in Bosnien, Ruanda und Somalia, Hauptsache weit weg. «Sie konnten nicht miteinander und nicht ohne einander. Diese verdammte und unmögliche Liebe» – das war schon immer ihr Problem.

Der Tod ist dort draußen

Da platzt eine Nachricht herein, die Malin aus ihrer Lethargie reißt: Ein 15-jähriges nacktes Mädchen wurde im Spielplatzpavillon im Stadtpark gefunden. Ihr mit Schnittwunden übersäter Körper wirkt merkwürdig sauber, wie weiß geschrubbt; ein leichter Geruch nach Chlorreiniger liegt in der Luft. Josefin Davidson wurde vergewaltigt, so viel ist klar. Das Mädchen ist bei Bewusstsein, als sie gefunden wird, aber ohne Erinnerung an das, was ihr angetan wurde. «Jetzt tut sich die Erde auf, denkt Malin. (…) Zuerst passiert nichts, dann passiert immer noch nichts, und dann passiert alles auf einmal.»

Kurz darauf verschwindet in Linköping eine Vierzehnjährige. Theresa Eckeved wird nicht wieder lebend auftauchen, davon ist Malin überzeugt. Die Spurensuche gestaltet sich frustrierend wie das sprichwörtliche Stochern im Nebel. Niemand hat etwas gesehen, keiner will etwas wissen, was der Polizei helfen könnte. Malins Vorahnung ist bald schreckliche Gewissheit: Theresas Leiche wird an einer Badestelle vor Sturefors gefunden, erwürgt und mit peinlich akkurat gesäuberten Wunden an ihrem Körper. Auch sie wurde mit einem blauen Dildo missbraucht, wie schon Josefin.

Keine heiße Spur, kein erkennbares Motiv. Und so schießen die Spekulationen ins Kraut, und das nicht nur in den Medien, die sich mit der üblichen Mischung aus gezielter Panikmache («Monster von Linköping») und voyeuristischer Lust auf de «Sommermorde» stürzen. Auch im Polizeidezernat faseln einige von einer Gruppenvergewaltigung durch arabische Jugendliche, während andere, durch den Dildo stimuliert, über ein Verbrechen mit lesbischem Hintergrund phantasieren – was umgehend eine hitzige Debatte über Rassismus und Sexismus innerhalb der Polizei auslöst.

Autoreninfo

Mons Kallentoft, Jahrgang 1968, wurde in Linköping geboren. Nach einigen Jahren in Madrid ist er nun in sein Heimatland zurückgekehrt und lebt mit...
mehr über den Autor
Du musst kommen, bevor es zu Ende geht

«Blaue Farbpartikel in der Vagina, der Körper gesäubert, erwürgt. Ich kann euch garantieren, dass wir es mit ein und demselben Täter zu tun haben …», hatte die Pathologin gesagt. Und doch haben sie zunächst nicht ein einziges zwingendes Indiz in Händen. Bis Kommissarin Fors nach dem Mord an Sofia Fredén, der ohne Zweifel vom gleichen Täter verübt wurde, eine vage Ahnung beschleicht, was das missing link zwischen Josefin, Theresa und Sofia sein könnte. Vielleicht ist es ja die nicht enden wollende zermürbende Hitze, die Linköpings Kriminalisten den Blick auf die wichtigste Spur so lange versperrte: der penetrante Geruch nach chemischem Reiniger, der Chlorgeruch, der von den drei Opfern ausging.

Als Malin Fors endlich weiß, nach wem sie zu suchen haben, stürzt sie in einen Albtraum. Mit dem nächsten Opfer soll sie selbst getroffen werden, sie, die leitende Ermittlerin. Und das wird der Mensch sein, den sie mehr als jeden anderen liebt: ihre Tochter Tove …