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Reisen bildet, Reisen befreit. Reisen erweitert den Horizont. Alles richtig. Aber Reisen kann auch ganz anders sein. Hygienische Katastrophen, Dreck, Gestank. Hotelanlagen in zivilisatorischen Einöden, angepriesen von skrupellosen Reisebüros als Paradies auf Erden. Traum(a)reisen, Urlaube des Grauens. Niemand schreibt so realistisch, kenntnisreich und lustig über Reisefettnäpfchen wie Mikka Bender. «Wer A sagt wie Abreise, muss auch B sagen wie Bender.» (Dieter Moor) Damit es bei Z wie Zurückkommen doch noch halbwegs ein Happy End gibt, bestückt uns der erfahrene ehemalige Reise- und Expeditionsleiter in seinem Buch «Is Nebensaison, da wird nicht mehr geputzt» auch noch mit den wichtigsten Tipps für prekäre Situationen unterwegs.
«Ich war mit Mikka Bender selber schon unterwegs, irgendwo in Asien, wo sich selbst Google nicht mehr auskennt. Wenn Mikka von seinen Reisen erzählt, hat man Tränen in den Augen, aus vielerlei Gründen: aus Mitleid, aus Erschütterung, aber vor allem – vor Lachen.» (Dieter Nur) Schon als Student zog es Bender hinaus in die weite Welt; mit 19 war er mit einem alten VW-Bus bis nach Nepal gezockelt, um im Hochhimalaya Klimadaten für das Geographische Institut der Universität Bonn zu sammeln. Das, was er bei dieser und späteren Reisen gesehen, gehört und gelernt hatte, konnte er später in anderer Funktion sinnstiftend weitergeben, als Reiseleiter ins «Land der wollüstigen Yeti-Frauen».
Reisen Sie (in sicherer Distanz!) mit Mika Bender an die touristischen Hotspots dieser Erde: nach Nepal, an die Türkische Riviera, nach Teneriffa-Süd, ans Rote Meer, nach Bali, zum Nana Parat, nach Nordzypern und ins Hochland von West-Papua. Sie werden Ihr blaues, grünes oder rotes Wunder erleben! Aber Sie kommen jedes Mal heil zurück – versprochen!
Als kleinen Extra-Reiseservice präsentieren wir Ihnen hier einige der Insidertipps des Autors: kostenlos und ganz und gar nicht unverbindlich.
Handgepäck. «Nehmen Sie kein Handgepäck mit. Es könnte zu groß sein, aus dem Gepäckfach fallen und andere verletzen. Es könnte kurzzeitig – während Sie die Toilette aufsuchen – unbeaufsichtigt stehenbleiben und von einem Sicherheitskommando gesprengt werden. Die meisten Utensilien, die Sie gern im Handgepäck mit sich führen, würden Ihnen sowieso bei der Gepäckkontrolle abgenommen. Nehmen Sie lediglich Ihren Pass und Ihr Ticket – falls vorhanden – in die rechte Hand.»
All inclusive. «Gehen die Türen der Esshalle auf, muss es schnell gehen. Während die Frau sich um den Tisch streitet, stürmt der Mann zur Fischabteilung. Greifen Sie nun so viele Krustentiere wie möglich ab! Nehmen Sie dazu mehrere große Teller, und platzieren Sie diese, ähnlich wie ein guter Kellner, auf dem Unterarm. Danach häufen sie Langusten und Hummer pyramidenförmig auf. Hierbei kann jetzt der Einsatz des standfesten Schuhwerks gute Dienste leisten. Wenn Sie Sandalen tragen, in den Sie herumrutschen, sind die Russen im Vorteil.»
Tauschgeschäfte. «Ihre blonde Freundin eintauschen, vielleicht gegen einen teuren Berberteppich? Wird auch gut klappen, aber die Preise für blonde deutsche Frauen sind drastisch eingebrochen, seitdem auch russische Blondinen auf dem Markt sind.»
Gottesdienste. «In der Karibik heißt Gottesdienst: extrem laut singen, lachen, musizieren und wieder extrem laut singen, lachen und musizieren, bis Gott sagt: ‹Gut gedient, aber jetzt ist Schluss mit lustig, geht nach Hause.› Bei uns heißt Gottesdienst: lateinische Texte murmeln, Lieder summen, Fürbitten herunterleiern und wieder lateinische Texte murmeln, Lieder summen und Fürbitten herunterleiern, bis Gott sagt: ‹Gut gedient, aber ich bin bedient, geht nach Hause.› Ich wüsste zu gern, welche Kirche Gott besser gefällt? Ist Gott ein Langeweiler oder eher ein Partygänger?›