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Mia Morgowski: Die Nächste, bitte

© thinkstock

Dr. Paul Rosens Karriereziel: Anti-Aging-Doc. Da stimmt das Geld, und die Frauen ziehen sich freiwillig für ihn aus. Nur Nella nicht. Die findet ihren neuen Hausarzt zwar verdammt attraktiv, aber auch ganz schön unverschämt. Und dazu noch total unfähig, was die Behandlung ihrer Flugangst angeht. In Genf kommen sich Arzt und Patientin auf unerwartete und ziemlich vertrackte Weise näher … Mia Morgowski legt nach ihren Bestsellern Kein Sex ist auch keine Lösung und Auf die Größe kommt es an jetzt einen waschechten Arztroman vor. Sehr vergnüglich!

Notfall in Reihe 13, Dr. Rosen!

Paul Rosen hat auf seinem Flug nach Genf gerade die Zeitung aufgeschlagen, als eine Stewardess mit aufgeregter Stimme um die Hilfe eines Arztes bittet. Genervt folgt Paul ihr zu dem Notfall in Reihe 13, bei dem es sich um die junge Frau handelt, die kurz zuvor in seiner Praxis um ein Medikament gegen Flugangst gebeten hatte, aber jetzt «kreidebleich und mit rot geränderten Augen» kaum noch Ähnlichkeit besitzt mit der attraktiven Nella Johannsen, die zuvor «wie eine Mischung aus Filmdiva und preisgekrönter Araberstute» wirkte. Die Tropfen, die er ihr gegeben hatte, haben offenbar ihre Wirkung verfehlt, jedenfalls hyperventiliert Nella und japst deshalb ganz fürchterlich nach Luft. Keine gute Voraussetzung für eine Romanze, so sollte man meinen. Aber Turbulenzen gibt es schließlich nicht nur in der Luft.

Eine Art Arzt-Roman, wie der Untertitel des neuen Romans von Mia Morgowski augenzwinkernd behauptet, verbirgt sich tatsächlich hinter der nicht ganz klassischen Aufforderung «Die Nächste, bitte» – allerdings einer der etwas schrägen Sorte. Immerhin ist die Rolle des männlichen Protagonisten in dieser heiteren Beziehungskomödie mit einem veritablen Arzt besetzt: mit jenem Paul Rosen, ledig, attraktiv, im besten Alter und mit braunen Augen, die den Gedanken an Nutella nahelegen.

Autoreninfo

Mia Morgowski ist gebürtige Hamburgerin. Viele Jahre hat sie als Grafik-Designerin in verschiedenen Werbeagenturen gearbeitet. 2008 erschien ihr...
mehr über die Autorin
Kein Arzt ist auch keine Lösung

Den Flug hat Nella, die in Genf ihren Freund Leo besuchen will, zwar überstanden, aber in Not ist sie dennoch. Denn aus heiterem Himmel hat sich Leo für den geplanten ge­meinsamen Abend wegen einer dringenden Dienstreise entschuldigt. In Not ist aber auch der fesche Dr. Rosen, der sich in Genf beim Chefarzt einer renommierten Schönheitsklinik bewerben will. Eine Voraussetzung dafür ist der Nachweis einer vorhandenen Ehefrau: Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Paul bittet also Nella um ihre Mithilfe – schließlich schuldet sie ihm einen Gefallen, wo er ihr doch gerade das Leben gerettet hat.

Und damit beginnt ein vergnügliches Chaos, in dem größte Missverständnisse, bösartige Vorwürfe, herrliche Klischees über Männer und Frauen, üble Handgreiflichkeiten, Überraschungen aller Art und lustige Slapsticks kunterbunt durcheinander wirbeln. Das Geschehen, das sich innerhalb einer einzigen Woche abspielt, aber soviel Unvorhersehbarkeiten mit sich bringt, wie sie andere Men­schen über Jahre und Jahrzehnte nicht erleben, betrachten wir abwechselnd aus den Perspektiven von Nella und Paul. Nella notiert ihre Beobachtungen und Befindlichkeiten minutiös in ihr Tagebuch, während Paul in betonter Schnod­derigkeit kommentiert.

Und wie in einem richtigen Arztroman gibt es natürlich auch hier ein Happy End.

(Aus: Rowohlt Revue 91, Autorin: Jeanette Stickler)