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Max Goldt: Gattin aus Holzabfällen

«133 Bilder mit Goldt-Kommentar - freue sich jeder auf dieses Opus magnum. Es ist ein künftiger Klassiker und ein prangender Prachtaltar, dargeboten der Göttin des zart absurden Humors.» (Michael Maar, FAZ) Großformatig, vierfarbig, Halbleinen: dieses Buch kommt ganz schön edel daher. Ein Bilderbuch mit einem Titel, wie er nur von Max Goldt stammen kann: Gattin aus Holzabfällen. Das Cover zeigt – ja was eigentlich? Ist der mit einem kräftigen Seil umwickelte Stapel aus unterschiedlich geformten Holzstücken vielleicht jene titelgebende Gattin? Dieses Rätsel kann gelöst werden, das Wort hat der Autor:

«Nicht jede Frau freut sich an ihrem Hochzeitstag über den ewig gleichen Blumenstrauß und die Billigpralinen aus dem Werbefernsehen. Auch Diamanten sind nicht wesentlich phantasievoller. Wie wäre es zur Abwechslung mit einer selbstangefertigten Kleinplastik aus Holzabfällen und Sisalseil? Dazu ein kleines Schild wie in einem Museum: («Leihgabe» natürlich durchstreichen und «Geschenk» darüberschreiben!)

«Ach, was quälen wir uns mit den sogenannten Bildunterschriften! Ach, wie leicht fällt das Max Goldt!» (Die Zeit)

Nicht nur «Titanic»-Leser behaupten, er habe die Bildlegende zur Kunstform erhoben: Max Goldt demonstriert, wie kleine Eingriffe aus obskuren Bildern Literatur machen. In diesem Prachtband des Komischen erzählt Goldt kleine Geschichten zu absurden Schnappschüssen (viele dieser «Netzhautbeleidigungen» stammen aus Flohmarktfotokisten): Werbemotive, Bilder aus dem deutschen Privatleben. «Ein sagenhaftes Bildlegendenbuch … Lustig und immer ein bisschen gemein, gegenwartslüstern und herrlich undeutsch. Die Welt ist schön!» (Die Welt)

Nun mag es ja verwegen erscheinen, eine Bildlegende ohne dazugehöriges Bild vorzuführen (sodass nur noch die Legende bleibt). Aber einen Versuch ist es wert, zum Beispiel diesen:

«Das Münchner Olympiastadion! Was für ein Jammer, daß es zu folgender Schlagzeile einfach nicht passen mag: ‚Audrey Hepburn – 46 Kilo weg und verliebt in Deutschlands dicksten Konditor.’ Schließlich ist Audrey Hepburn schon lange nicht mehr unter uns. 1972 allerdings hat sie durchaus noch gelebt. Sie hätte sehr schön als Olympia-Hostess arbeiten können. Dann wäre sie es gewesen, die Carl Gustaf kennengelernt hätte, und sie wäre heute schwedische Königin. Als solche besäße sie ein eigenes Flugzeug und könnte jederzeit heimlich nach Deutschland fliegen und sich mit Deutschlands dickstem Konditor treffen.»

Autoreninfo

Max Goldt, geboren 1958 in Göttingen, lebt in Berlin. Zuletzt veröffentlichte er „Gattin aus Holzabfällen“ (2010) und „Ein Buch namens Zimbo“ (2009)....
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