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Mathias Fischedick: Du bist Magie

© Armin Zedler

Irgendetwas stimmt mit dem Cover nicht, denkt man. Aber was? Alles ist hier in die Vertikale gestürzt, Autorentitel, Buchtitel, Untertitel, Bild des Autors (und das gleich zweimal). Das kann es nicht sein, obwohl … Im ersten Kapitel erfahren wir, was die Irritation auslöst: «Die Kopfstand-Version meines Gesichts hat sich in die Fratze eines Monsters verwandelt» – das Phänomen ist als «Thatcher-Effekt» bekannt (dazu später mehr).
Es sind solche verblüffenden Phänomene, die Mathias Fischedick mit leichter Hand aus dem Hut zaubert – und wir, das Publikum, staunen. Als gelernter Systemischer und Mental Coach hat er sich auf die Beratung von Zauberkünstlern in Fragen der Tricktechnik und Inszenierung bei TV- und Bühnenauftritten spezialisiert (u.a. Magic Consultant bei «Unglaublich. Die Show der Merkwürdigkeiten» bei RTL und «The next Uri Geller» bei SAT.1)
Du bist Magie zeigt uns einige der schier unglaublichen Fähigkeiten unseres Körpers: eine mitreißende Zaubershow mit vielen Aha- und anderen Lerneffekten. «In diesem Buch erfahren Sie Dinge über sich, die Sie nicht für möglich gehalten hätten. Großartig.» (Thorsten Havener)


Seit fast zwei Jahrzehnten ist Fischedick auf der Suche nach neuen Tricktechniken: eine interdisziplinäre Reise, die ihn in alle möglichen wissenschaftlichen Regionen führt, von Biochemie und Neurologie bis Psychologie und Pyrotechnik. Unser Körper ist ein wahres Wunder an Möglichkeiten (bei überschaubarem stofflichen Wert): «Reiner Materialwert: ca. vier Euro. Der Wert dessen, was in mehreren Millionen Jahren Evolution daraus entstanden ist: unbezahlbar.» In 38 Kapiteln nähern wir uns den magischen Möglichkeiten, die in uns stecken. Manche «Tricks» sind so überzeugend und spielend einfach zu beherrschen, dass man sie schon mal für die nächste Party einstudieren sollte (oder sicherheitshalber erstmal für den Kindergeburtstag …)

«Er lässt die Menschen staunen» (Thorsten Havener)

Kehren wir noch einmal zur Monsterfratze zurück. Peter Thompson, Professor an der University of York, demonstrierte in den 1980er Jahren den Effekt an einem Foto der damaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher demonstriert, bei dem Mund und Augen um 180 Grad gedreht waren. Liegt der Effekt daran, dass unser Gehirn nicht in der Lage ist, ein auf dem Kopf stehendes Gesicht adäquat wahrzunehmen? Diese Hypothese gibt es – aber sie erklärt das Phänomen nicht. Es liegt an etwas anderem: an unserem intuitiven Gefühl für Position und Proportion von Dingen. Übrigens: Wissen Sie, weshalb in fast allen Werbeanzeigen für Uhren die Zeiger der beworbenen Uhr auf zehn Uhr zehn stehen? «Die Zeiger sehen in dieser Position wie ein lachender Mund aus, und das runde Zifferblatt symbolisiert das Gesicht» – der «Happy-Face-Effekt».

Ein anderer magischer Effekt ist ähnlich verblüffend. Stellen Sie sich folgende Versuchsanordnung vor, aufgezeichnet von einer versteckten Kamera: Ein Eingeweihter fragt einen Passanten nach dem Weg. Plötzlich treten zwei Bauarbeiter ins Bild, die eine große Tür oder eine ausladende Holzplatte durch die Szenerie tragen. Blitzschnell wird im Schutze der Deckung die fragende Person gegen eine andere ausgetauscht; und nur der Hälfte der befragten Passanten fällt dieser Wechsel auf! Veränderungsblindheit lautet das Kernprinzip dieser Täuschung. «Die bittere Wahrheit lautet also: Wir nehmen weniger wahr, als wir glauben. Um uns so sehr abzulenken, dass wir eine Veränderung nicht wahrnehmen, genügt sogar schon der Bruchteil einer Sekunde. Es reicht ein Blinzeln oder eine Augenbewegung, während wir unseren Blick auf eine andere Stelle fixieren.»

Autoreninfo

Mathias Fischedick, 1970 in Essen geboren, arbeitet seit fast 20 Jahren in der Fernsehbranche, vor allem als Producer und Medienberater. Außerdem hat...
mehr über den Autor
Wenn der Autopilot das Steuer übernimmt …

Ein wenig verraten die Kapitelüberschriften, wohin die Reise geht (nicht zufällig kommt man sich vor wie damals, als man zu Weihnachten dem ersten Zauberkasten geschenkt bekam!): Geheimnisvolle Karte – Verhexter Kreis – Röntgenblick – Unsichtbare Münze – Magische Fingerlupe – Dritte Dimension – Magisches Erdbeben – Geisterzitrone – Rätselhafte Berührung – Gedankenlesen – Metamorphose eines Apfels in eine Birne – Schrift im Spiegel – Allwissendes Pendel – Laufende Streichhölzer – Stillstehende Zeit etcetera.

Lassen Sie sich überraschen von Mathias Fischedicks magischer Show – viel Spaß!