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Wissen Sie, wann man von einer Epidemie und wann von einer Pandemie spricht? Wo hört der Sturm auf und fängt der Orkan an? Gibt es tatsächlich brennbares Eis als Energiequelle der Zukunft? Wie viel Kakaobutter muss in der leckeren Tafel stecken, damit diese sich Schokolade nennen darf? Gibt es vernünftige Gründe, weshalb Wissenschaftler an Fröschen lecken? Und warum sollen gerade Quietscheentchen uns Menschen entscheidende Hinweise über die Klimaentwicklung verraten? Fragen über Fragen, und die meisten Antworten sind wirklich verblüffend.
W wie Wissen ist das Begleitbuch zur beliebten ARD-Fernsehsendung. Es lädt zu einer aufregenden Entdeckungsreise ein in die Tiefen der Ozeane, in die Regenwälder Amazoniens, ins geheimnisumwitterte Bermuda-Dreieck, in die Solarkraftwerke der Zukunft und in die Wunderwelt des menschlichen Körpers. Dieses Buch macht schlau. Und es macht Spaß. Man staunt, grübelt, schüttelt ungläubig den Kopf, liest noch einmal – bis sich der Aha-Effekt einstellt.
Das W wie Wissen-Begleitbuch befasst sich mit sechs großen Themen: Der Mensch – Das Klima – Energie – Meere und Seen – Regenwald – Tiere. Es wimmelt nur so von erstaunlichen, oftmals bizarr anmutenden Informationen (die aber allesamt wissenschaftlich solide begründet daherkommen). Wer wäre bei Günter Jauch schon gern bei der Frage rausgeflogen, was wohl älter sei, das Elektroauto oder der Verbrennungsmotor (die Elektrovariante: Paris 1881)?
Dass eine auf der Insel Aldabra 1750 geborene Riesenschildkröte 256 Jahre später im Zoo von Kalkutta starb, das hätte man zur Not noch geglaubt; aber dass es ein anderes Lebewesen gibt, das locker 10000 und mehr Jahre alt werden kann? Oder dass vor 35000 Jahren im Ruhrgebiet Löwen und Wölfe Jagd auf Bisons, Rentiere und Auerochsen machten? Und dass das sog. Klathrat, also aus Methanhydrat bestehendes «brennbares Eis», leicht alle fossilen Brennstoffe ersetzen und den globalen Energiebedarf auf weit mehr als hundert Jahre decken könnte? Staunen, entdecken, verstehen!
Die Fernsehsendung W wie Wissen entstand 2003 als Gemeinschaftsproduktion der ARD-Rundfunkanstalten BR, SWR, HR, NDR und WDR (fester Sendetermin: sonntags um 17.03 Uhr). Eine beliebte Rubrik ist Welt in Zahlen, animierte eineinhalbminütige Spots mit den wichtigsten und kuriosesten Zahlen zu den Schwerpunkten der Sendung. Diese Rubrik findet sich auch in dem jetzt bei Rowohlt Berlin erschienenen Begleitbuch, das der Biologe und Journalist Lothar Frenz (bekannt u.a. von «Riesenkraken und Tigerwölfe» und «Das unglaubliche Quiz der Tiere») verfasst hat. Zum Einlesen hier zwei Beispiele für erstaunliche Zahlen:
WELT IN ZAHLEN: Zellaltern. Der menschliche Körper erneuert sich alle sieben Jahre – so heißt es im Volksmund. Das stimmt so nicht, auch wenn sich das menschliche Ge webe andauernd erneuert. Von den zehn bis 100 Billionen Zellen, aus denen ein Mensch bestehen kann, werden pro Sekunde zehn bis 50 Millionen Zellen abgebaut und ersetzt. Die Lebensdauer der Zellen ist aber sehr unterschiedlich. Die Epithelzellen unserer Magenschleimhaut sind nach fünf Tagen verschlissen. Die Haut wird etwa alle zwei Wochen erneuert – weshalb die Urlaubsbräune auch rasch vergeht, wenn wir sie nicht auffrischen. Rote Blutkörperchen sind etwa 120 Tage im Körper unterwegs, Leberzellen leben 300 bis 500 Tage. Knochenzellen werden zehn, Muskelzellen 15, Leerdarmzellen aus dem Dünndarm 16 Jahre alt. Überhaupt nicht ausgewechselt werden dagegen Augenlinse, Herzmuskel- und Gehirnzellen. Sie müssen ein ganzes Leben lang halten.
WELT IN ZAHLEN: Fischstäbchen. Pro Jahr verspeisen die Deutschen fast 53000 Tonnen Fischstäbchen, jeder Bundesbürger nimmt etwa 21 der Knusperhappen jährlich zu sich. Um diesen Hunger zu befriedigen, produziert allein Deutschlands größter Fischstäbchenhersteller 400000 Stück – in der Stunde, die aus 7,7 Kilogramm schweren „Fischnormblöcken“ von der Größe 482 mm x 254 mm x 62,7 mm geschnitten werden, die jeweils nicht mehr als 1,25 Gräten enthalten dürfen. (…) Jeder Block wird maschinell in 378 kleine Stäbchen geschnitten, die ein jedes 20 Gramm schwer sind. In einer auf acht Grad gekühlten Nasspanade aus Wasser, Kartoffelstärke, Mehl und Salz erhalten die gefrorenen Fischstreifen den ersten Knusperanteil, bevor sie – für die knackige Kruste – in Semmelbröseln gewälzt werden. Feinstes Paprikapulver sorgt für die rostbraune Farbe, bevor sie in einem Schockbad in 200 Grad heißem Sonnenblumenöl vorgebrutzelt werden; aber nur für 20 Sekunden, den die Fischstäbchen sollen im Innern eisig bleiben, bevor sie – nun etwa 30 Gramm schwer – bei minus 36 Grad tiefgefroren werden. 30 Minuten dauert es, bis ein Rohling zu Knusperstäbchen geworden ist.