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Lincoln Child: Nullpunkt

© Fotolia/Jörg Vollmer

Nachdem er Mitte der 90er Jahre mit Douglas Preston den Millionenseller Das Relikt geschrieben hatte, startete Lincoln Child als Autor eine Solokarriere. Und ist auch da erfolgreich: Nach Wächter der Tiefe legt er nun mit Nullpunkt wieder einen exzellenten, ungemein spannenden Thriller vor. Und erneut zieht es ihn (und er uns) in die Tiefe: in einen arktischen Gletscher, dessen Geheimnis am besten nie entdeckt worden wäre … «Ein packender Pageturner, der lange Nachtwachen verkürzt und dabei hilft, selbst fiebrige Erkältungen wohlig schaudernd zu überstehen.» (Spiegel Online)

Bei Forschungen in Fear Base, einer verlassenen Militärstation in Alaska, untersuchen Klimaforscher und Evolutionsbiologen der Northern Massachusetts University eine Eisformation, die die einheimischen Tunit mit einer Mischung aus Respekt und Angst betrachten, den Mount Fear. Als ein riesiges Gletscherstück abbricht, wird eine Höhle im Eis freigelegt – mit einer merkwürdigen Kreatur, deren gelbe Augen ihnen Angst und Schrecken einjagt: eine prähistorische Katze? ein Smilodon, ein urzeitlicher Säbelzahntiger? ein Mammut? Hätten sie doch nur auf die Warnungen des Tunit-Schamanen Usuguk gehört! «Der Zorn der Alten malt den Himmel blutig rot. Der Himmel schreit vor Schmerz wie eine Frau in den Wehen …»

Jahrtausende hat es geschlafen. Jetzt wacht es auf …

Als auf Betreiben der Geldgeber der Expedition, dem Kabelsender Terra Prime, der Expedition ein ehrgeiziges Filmteam in die Stille von Fear Base einfällt, gibt es kein Zurück mehr. Für die TV-Dokufilmer ist die Mount Fear Remote Sensing Installation, wie es offiziell heißt, nichts weiter als eine spektakuläre Location, die es medial umgehend auszubeuten gilt, eine Umgebung «so feindselig, so abgelegen und so fremdartig wie der Mond». Die Warnungen der Tunit vor dem Berg, den sie einen «verbotenen Ort» nennen, einen «Ort der Dunkelheit und des Bösen», ignorieren sie arrogant: Eingeborenen-Folklore, Panikmache, nichts weiter.

Zum Entsetzen der Wissenschaftler wird das Monstrumauf Anweisung der Filmleute aus dem Eis gesägt und in einem einzigen Block abtransportiert, um es vor laufenden Kameras und einem Millionenpublikum überall auf der Welt «kontrolliert» aufzutauen und zum Leben zu erwecken. Am nächsten Morgen wird die grausig zugerichtete Leiche von Josh Peters gefunden: Der Produktionsassistent von Terra Prime TV ist das erste Opfer der Bestie aus dem arktischen Eis, ein halbes Dutzend weitere werden noch folgen …

Autoreninfo

Lincoln Child studierte Literatur und arbeitete viele Jahre als Lektor bei St. Martin's Press. Gemeinsam mit seinem Freund Douglas Preston entwickelte...
mehr über den Autor
Kurrshuq – Maul der Götter, Verschlinger der Seelen

Evan Marshall, Paläoökologe der Northern Massachusetts University, ist der Einzige, dem der Rat der Tunit-Ureinwohner etwas bedeutet. Er sucht den alten Schamanen Usuguk auf, der ihm nach langem Zögern von der Jahrtausende im Permafrost eingeschlossenen Kreatur erzählt, das seit Jahrtausenden tief im ewigen Eis eingeschlossen lebt … ein mörderisches Instrument der selbstregulativen Evolution (bekannt unter dem Namen Callisto-Effekt): «Nach dieser Theorie erscheint immer dann eine neue Kreatur auf der Bildfläche, wenn eine Spezies es sich in ihrer Nische zu sehr bequem gemacht hat. Wenn sie aufhört, sich weiterzuentwickeln, oder wenn sie anfängt, die Ökosphäre zu sehr zu belasten. Diese neue Kreatur ist eine Tötungsmaschine, die die Population der anderen Spezies eindämmen und den Prozess der Evolution wieder anwerfen soll. Ökologisch gesehen eine perfekte Waffe.»

Wer ES sieht, den packt das nackte Entsetzen: Ein riesiger Schädel mit gewaltigem Oberkiefer, mörderischen Zahnreihen und rasiermesserscharfen Tasthaaren, ein Knochenbrecher und Killer wie aus den schrecklichsten Albträumen.

Ein Ende mit Schrecken

Evan Marshall erfährt, dass es vor einem halben Jahrhundert schon einmal auf Fear Base Tote gegeben hat. Damals, im April 1958, starben innerhalb von zwei Tagen sieben der acht dort stationierten Forscher, die an einem Geheimprojekt der US Army arbeiteten: einer Echokammer, die in der Lage ist, eine infernalische Lärmkulisse zu erzeugen. Wenn schon Kugeln aus automatischen Waffen gegen die Bestie aus der Tiefe des Eises ebenso auszurichten vermag wie Stromschläge, wieso sollte man es nicht mit elektromagnetischen Wellen versuchen – mit einem Sperrfeuer aus Lärm?