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Lilja Sigurdardóttir: Zwölf Schritte

© Matrix Buchkonzepte, Ch. Modi & M. Orlowski

Im hohen Norden wird viel getrunken? Könnte stimmen. Und viel gemordet? Zumindest mag man das glauben angesichts der Vielzahl großer skandinavischer Krimierfolge, in denen unnatürliche Todesfälle in Hülle und Fülle aufzuklären sind. Dass auch im Buchmessen-Gastland Island überaus spannende Romane geschrieben werden, stellt einmal mehr Lilja Sigurdardóttir mit ihrem Thriller Zwölf Schritte unter Beweis.

«Denn mein ist die Rache …»

Gerade aus dem Entzug entlassen, macht sich Magni Hoffnungen auf einen Neuanfang. Sein altes Leben, dass nach dem Tod des gerade erst wenige Wochen alten Sohnes nur von Alkohol bestimmt war, will er hinter sich lassen und auch seine Exfrau Idunn zurückgewinnen. Doch Idunn sucht nicht nach Nähe, sondern nach Antworten. Sie ist Kriminalkommissarin in Reykjavik und ermittelt in einem grausamen Mordfall. Ein Mann wurde in seinem eigenen Wohnzimmer lebend an ein Holzkreuz genagelt und verblutete dort. Da das Opfer Mitglied der Anonymen Alkoholiker war, bittet Idunn Magni, bei den Treffen der AA Augen und Ohren offenzuhalten.

Obwohl er den Auftragt Idunn zuliebe annimmt, fühlt sich Magni zunächst sehr unwohl dabei die Teilnehmer der Meetings auszuhorchen. Doch als er entdeckt, dass der Mörder im Haus des Opfers den Platz zweier Gemälde verändert hat und von einem ehemaligen Pfarrer mehr über die symbolische Bedeutung der Kreuzigung erfährt, lässt ihn der Mordfall nicht mehr los. Welcher Mensch ist zu solchem Sadismus fähig? Und was wollte er den Ermittlern mit seiner Inszenierung mitteilen?

Ein Schritt zu wenig

Magni stürzt sich mehr und mehr in die Mordermittlungen. Währenddessen versucht er mit Hilfe der Meetings der Anonymen Alkoholiker und den «12 Schritten» seine Alkoholsucht endgültig loszuwerden. Diese 12 Schritte bilden die Grundlage für eine dauerhafte Abstinenz und seelisches Gleichgewicht. Mit ihrer Hilfe sollen die Alkoholiker erkennen, dass sie die Kontrolle über ihr Leben verloren haben, ihre Schwächen eingestehen und lernen, auf eine höhere Macht zu vertrauen.

Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. In kurzer Zeit werden weitere AA-Mitglieder ermordet. An den Tatorten finden die Ermittler religiöse Symbole, jedoch keine Hinweise auf den Täter. Nach und nach wird deutlich, dass alle Ermordeten mit einem der 12 Schritte monate- oder sogar jahrelang zu kämpfen hatten, ohne diese Stufe der Selbstheilung vor ihrem Tod bewältigen zu können. Im Laufe der Ermittlungen tauchen immer mehr Verdächtige auf, schließlich gerät sogar Magni selbst unter Mordverdacht. Und wie sieht es eigentlich mit seiner Erfüllung der 12 Schritte aus …?

Lilja Sigurdardóttir rororo 256 S.
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