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Hjorth/Rosenfeldt: Der Mann, der kein Mörder war

© Jonas Vellin/Getty Images


  

Tage vergehen nach der Vermisstmeldung in der Notrufzentrale, bis die Suche nach Roger Eriksson anläuft. Polizeikräfte, unterstützt von einigen Pfadfindern, durchkämmen die Gegend um Västeras. In einem schlammigen Wasserloch wird die Leiche des 16-Jährigen schließlich gefunden. Der Körper von Messerstichen übersät, das Herz herausgeschnitten: ein Massaker. Torkel Höglund, Leiter der Mordkommission der schwedischen Reichskriminalpolizei in Stockholm, übernimmt den Fall. Zu seinem Team stößt auch der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman, dem der Ruf eines zynischen, unkollegialen Ekelpakets vorauseilt. Die heißeste Spur führt die Ermittler in das elitäre Palmlövska-Gymnasium …
Der Mann, der kein Mörder war ist ein erstklassiger, packender Polizeiroman; in Schweden wurde der Bestseller als bestes Krimidebüt seit Stieg Larsson gefeiert.


Dieses Autorenduo ist ein Garant für Dynamik und Tempo. Michael Hjorth ist erfolgreicher TV-Produzent und Drehbuchautor (u.a. für mehrere Mankell-Verfilmungen), Hans Rosenfeldt ist als Dramatiker, Schauspieler und Moderator in Schweden eine bekannte Größe. Der Roman entwickelt einen starken Sog, was vor allem an den differenziert gezeichneten Figuren liegt: Torkel Höglund; die Tatortanalytikerin Ursula Andersson, seine Ab-und-an-Geliebte; Höglunds Kollegen Vanja Lithner und Billy Rosén. Vor allem aber ist es die faszinierend komplexe Figur des Sebastian Begrman mit all ihren Launen, Schwächen und genialischen Momenten, die einen bis zur letzten Seite mitfiebern lässt.

Trail and Error in Vollendung

Knapp 600 Seiten – da ist viel Zeit und Raum, um die Leser auf alle möglichen Fährten zu locken. Was hat der Hausmeister Axel Johansson zu verbergen? Welche Rolle spielt das homosexuelle Verhältnis, dass Ragnar Groth, der autoritäre Rektor der Schule, mit einem Schützenbruder unterhielt? Was wusste Lena Eriksson, die Mutter des toten Jungen, von den dunklen Seiten ihres Sohnes? Liegen die Boulevardblätter wirklich daneben in ihren wüsten Spekulationen über Ritualmord, Satanismus und Organraub?

Hjorth/Rosenfeldt führen blendend Regie in diesem Puzzle aus falschen Fährten und heißen Spuren, aus Indizien, Verdachtsmomenten und Spekulationen. Sie beschreiben präzise und atmosphärisch dicht die Mühen der Ebene, das entnervende Klein-Klein der täglichen Polizeiarbeit, wie man es auch von Wallander kennt (und, mit einem anderen Dreh, auch von Stieg Larsson). Einen kleinen Seitenhieb auf Wallanders weltberühmten Kommissar Beck konnten sich die Autoren dann auch nicht verkneifen: «Was war nur aus der altehrwürdigen Polizeiarbeit geworden? Sofort verbat er sich den Gedanken. Genau so dachten die opernbegeisterten, whiskyschlürfenden alten Kommissare in Kriminalfilmen …»

Autoreninfo

Michael Hjorth, geboren 1963, ist ein erfolgreicher schwedischer Produzent, Regisseur und Drehbuchautor. Er schrieb u.a. Drehbücher für die...
mehr über den Autor
Hans Rosenfeldt, Jahrgang 1964, ist in Schweden ein beliebter Radio- und Fernsehmoderator und ein gefragter Drehbuchautor, zuletzt schrieb er die...
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Sebastian Bergman – Top-Analytiker, Womanizer, Ekelpaket

Kaum einer weiß, wie und wo Bergman seine Familie verlor: an Thailands Küste, bei dem fürchterlichen Tsunami vom 26. Dezember 2004. Seit jenem fatalen Tag hat sein Leben keine Richtung mehr. Eine Zeitlang versuchte er, sich mit Alkohol und Tabletten zu betäuben. «Als er begriff, dass er sein Dasein so oder so hassen würde, egal, was er tat, entschied er sich für die Angst … Seither hatte er weder Alkohol noch Drogen angerührt. Nicht einmal mehr eine Kopfschmerztablette. Doch er träumte. Jede Nacht.» Das Einzige, was ihm gegen die Leere und die lähmende Trauer hilft, sind Frauen. Immer neue Affären, ein Kinderspiel für den Verführer mit dem charmantesten Lächeln der Welt. Sex ohne Verpflichtungen, Trennnung im Morgengrauen, basta.

Zufällig weilt Bergman in Västerås, als die Mordermittlungen im Fall Roger Eriksson aufgenommen werden. Nach dem Tod seiner Mutter, zu der er seit über zwanzig Jahren keinen Kontakt mehr hatte, will er das verhasste Elternhaus verkaufen. Spätabends rotzt er einem in den Gelben Seiten gefundenen Makler folgende Nachricht aufs Band: «Hier ist Sebastian Bergman. Ich möchte ein Haus verkaufen, mit allem, was sich darin befindet. Ich habe keine Ahnung, wie das abläuft, aber ich will, dass es schnell geht, damit ich diese verdammte Drecksstadt so bald wie möglich wieder verlassen kann. Ich scheiße auf das Geld, Sie können also so viele Prozente vom Kaufpreis behalten, wie Sie wollen, Hauptsache, es geht schnell. Falls Sie das interessiert, rufen Sie mich an.»

Als spannendste Frage erweist sich am Ende die nach dem Opfer selbst. Von seiner alten Schulen wurde Roger Eriksson weggemobbt, erst auf dem Palmlövska scheint sich seine Situation gebessert zu haben. Aber wieso kann er sich plötzlich teure Uhren und Markenklamotten leisten? Wieso erzählt sein Freund Johan wütend, zuletzt habe sich bei Roger alles nur noch um «Geld und Sex» gedreht? Und was hat Roger jenem «Mann, der kein Mörder war», getan? Als das überraschende Ergebnis der pathologischen Untersuchung vorliegt, kommt für das Ermittlerteam der Reichskriminalpolizei endlich Bewegung in die Sache: Roger wurde mit einem Jagdgewehr erschossen – von hinten; die 22 Messerstiche wurden ihm post mortem beigefügt ...