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Ein großer Monat für alle Paul-Fans! Im Juni erscheint Da muss man durch als Taschenbuch bei rororo, der zweite Teil der Geschichten um Paul Schuberth und seine Freunde Günther, Schamski und Bronko. Und parallel dazu bei Wunderlich Teil 3 der köstlichen Paul-Episoden: Was will man mehr. «Ein federleichter Sommerroman (…) Eine amüsante Mischung aus lebenskluger Beobachtung, flapsigem Humor und manchmal kabarettreifem Witz.» (NDR Kultur)
Ein kleiner Rückblick: Als wäre der Stress in seiner 4-Männer-1-Hund-WG nicht schon wüst genug - jetzt muss Paul Schuberth auch noch bella figura machen bei der Jagd nach dem großen Karrieresprung. Um Vorstandsvorsitzender im Imperium der Beuten Medien AG zu werden, muss er die Besitzerfamilie von seinen Talenten und seiner Loyalität überzeugen, und zwar in der Beuten-Villa auf Mallorca.
Ein überaus kniffliges Unterfangen, keine Frage. Die kühle Patriarchin Elisabeth mag ihn offenkundig nicht; seine Traumfrau Iris, Elisabeths Tochter, hat einen anderen geheiratet; Tante Melissa sucht händeringend einen Mann zwecks Familiengründung; und Iris’ laszive Schwester hat Paul im Malle-Flieger kennen gelernt, Audrey; sie ist «jung, schön und ansprechend verludert». Eine Frau, die Männerherzen «schneller schreddern kann als die Stasi ihre Geheimakten» - und von der Paul in der mallorquinischen Beuten-Villa umgehend aufs Laken, pardon: in die Dusche gezerrt wird. Ein Quickie mit Folgen: Paul wird Vater. Gut für die Karriere ist der Seitensprung nicht, so viel steht fest.
Eigentlich würde sich Paul gern um Mutter und Kind kümmern. Letzteres kommt unter ziemlich heiklen Umständen zur Welt: bei einem Fotoshooting im bürgerkriegszerrütteten Kongo, das sich seine Mama nicht entgehen lassen wollte. Dem frisch geborenen Jungen wird der Name Dragijonarha verpasst («Weg des Baumes»), was den frisch gebackenen Papa in tiefste Fassungsloigkeit stürzt: «Dass man vielleicht einen Geländewagen, ein Ballspiel oder ein chinesisches Fertiggericht Dragijonarha nennen sollte, aber nicht unbedingt ein kleines Kind …» Zumindest den Zweitnamen des Knaben hat man als mittelgebildeter Westeuropäer schon mal gehört: Newton. Nun denn.
Andererseits ist es auch egal, mit welchem Namen Audreys Kind sich durchs Leben schlagen muss. Paul soll eh nur minimalen Kontakt mit seinem Erstgeborenen haben. Dennoch reist er nach London, wohin es Audrey und andere aus der krisengebeutelten Beuten-Clan verschlagen hat. Denn das lädierte Familienglück ist nicht Pauls einziges Problem: Seine Karriere geht gerade fürstlich den Bach runter.
Als Sohnemann Dragijonarha ein paar Wochen alt ist, weiß Paul endlich, wie er ihn – zum Entsetzen Audreys – nennen wird: Jona. «Damit wir nicht zu viel Zeit mit der Anreden verplempern». So richtig in Wallung gerät Paul Schuberth, als er herausfindet, wer das Beuten-Verlagshaus systematisch an die Wand gefahren hat: Timothy, der Gatte seiner Traumfrau Iris. Um die windigen Machenschaften des Trickers und Blenders zu enttarnen, müssen Schamski, Günther und Bronko ran, Pauls Gefährten aus seligen WG-Tagen.
Risikolos ist das Ganze nicht, legal erst recht nicht. Pauls Boygroup muss dafür einen kleinen Einbruch begehen, Daten klauen und andere hier nicht näher zu spezifizierenden Aktionen in der juristischen Grauzone anzetteln, ehe die Beweise schwarz auf weiß auf dem Tisch liegen. Recht speziell gestaltet sich auch Pauls neues Familienleben: Audrey übergibt ihm den gemeinsamen Sohn, weil sie für eine Zeit unabkömmlich wird. «Fünf Monate Australien. Könnten auch sechs oder sieben werden … Die größte Agentur der Welt hat mich angefragt.» So ist das eben: Job ist Job und Kind ist Kind.
Als mehr oder minder alleinerziehender Vater trifft Paul auf Spiel- und sonstigen Plätzen Frauen, an deren Paarungsbereitschaft kein Zweifel besteht. Eine davon ist Hilde; sie ist apart, direkt und sagt liebenswerte Sätze wie «Ich weiß, dass Männer mehr Angst vor Vertrauen haben als Frauen vor Bindegewebsschwäche.»
In Krimis geht es auf den letzten Seiten oft hoch her, nicht anders ist es bei Hans Rath. Wir erleben eine wilde Trauung, die sich gewaschen hat. Wer sich da traut, sich von Reverend Mulligan trauen zu lassen, das kann hier nicht verraten werden. Und dann das noch: Trauen ist ansteckend … Küsse, Tränen, Handschellen, was für ein Spektakel!