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Dieses unterhaltsame Buch versammelt all die Dinge, die Eltern mit ihrem Kind getan haben sollten, damit es für das Leben gerüstet ist: von der Mutprobe bis zur Reise an den Ort der Träume, vom Bau der allergrößten Sandburg bis zum freudvollen Scheitern, vom Digitalfasten zum Reiten einer Welle. So poetisch diese Dinge besetzt sind, man sollte ihr Eintreten nicht dem Zufall überlassen. Denn unvergessliche Erlebnisse in der Kindheit prägen uns ein Leben lang – und wir erinnern uns gern an sie zurück. Geschrieben von Hans Rath und Edgar Rai, zwei leidenschaftlichen Vätern – ein unkonventioneller Beitrag zur aktuellen Erziehungsdebatte.
Sie brauchen dieses Buch nicht,, schreiben Rath & Rai in ihrem Vorwort. «Dies ist kein Buch, das 'gebraucht' werden will. Wir werden Ihnen nicht erklären, wie Sie Ihr Kind aufzuziehen haben. Das wissen Sie hoffentlich ebenso gut wie wir, oder besser. Trotzdem mögen sich die Ideen, Informationen und Überlegungen, die zwischen diesen Deckeln versammelt sind, in Ihren Augen als hilfreich und erhellend erweisen. Was Sie aus den folgenden 88 Dingen für sich herausziehen möchten, sei ganz Ihnen überlassen. Auch erwarten wir nicht, dass Sie unsere Ansichten teilen oder gar übernehmen. Das haben wir untereinander auch nicht getan. Manches Mal waren wir uns sogar derart uneins, dass wir es für nötig hielten, dasselbe Thema von zwei Seiten zu beleuchten, so zum Beispiel bei 'Mit den Fingern essen' und 'Tischmanieren beibringen'.»
Eines dieser «88 Dinge» stellen wir Ihnen hier vor. Es geht um den Reiz für Kinder, eine eigene Geheimsprache auszutüfteln ...
Sla Dnik nebah Eis hcod tmmitseb hcua enie Ehcarpsmieheg tlekciwtne – oder etwa nicht? Sollte Ihr Kind ebenfalls auf diese Idee kommen, so tragen Sie es mit Fassung. Schon der junge Mozart sprach angeblich gerne rückwärts, um sich mit seinen Geschwistern zu verständigen. Natürlich lässt sich diese Geheimsprache sehr leicht dechiffrieren, vorausgesetzt, sie haben alles schriftlich vor Augen. Gesprochen dürfte das schon etwas schwieriger werden. Wie auch immer Ihr Kind es anstellen mag, Geheimsprachen bedürfen einer gewissen Übung, sind dafür aber in manchen Situationen von ungeheurem Nutzen.
Schließlich haben nicht nur Eltern etwas vor den Kindern zu verbergen, sondern auch umgekehrt. Oder Sie und Ihr Kind möchten in einer bestimmten Situation ein Geheimnis bewahren.
Die Wissenschaft der Verschlüsselung nennt sich Kryptographie. Die Kryptographie setzt Vertrauen voraus, weil sie auch die Wissenschaft von den Geheimnissen ist. Geheimnisse werden nun mal nur von einem speziellen Personenkreis geteilt. Wenn ein Fremder den Kreis durchbricht, ist das Geheimnis gelüftet und das Vertrauen dahin. Jedes geteilte Geheimnis setzt also Vertrauen voraus, und das versteht jedes Kind. Gegenseitiges Vertrauen wird dabei durch das gemeinsame Geheimnis repräsentiert. Es gilt also, eine Sprache zu entwickeln, die nur Ihnen und Ihrem Kind gehört, die sich einzig und allein Ihnen beiden erschließt.
Dabei muss es keineswegs das Ziel sein, eine nie zuvor gekannte Verschlüsselung zu erfinden. Wenn Sie es trotzdem versuchen möchten, bitte schön. Der Phantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Sollte Ihr Kind mathematisch begabt sein, bietet es sich an, auf eine zahlenbasierende Verschlüsselung zu setzen.
Das können Sie durch komplexe Tabellen festlegen, oder aber einfach
dadurch, dass Sie jedem Buchstaben eine Zahl zuordnen. Apropos, haben Sie Ihrem Kind schon von jener berühmten Verschlüsselung erzählt, die im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle spielte? Nicht umsonst beschäftigte das britische Heer in der berühmten Zentrale von Bletchley Parc eine ansehnliche Zahl von Mathematikern und Geheimdienstlern, um die sogenannte Enigma, die Geheimsprache des Deutschen Heeres, zu entschlüsseln.
Sollte Ihr Unterricht in Sachen Geheimsprachen irgendwann dazu führen, dass Ihr Kind eine Sprache entwickelt, die Sie nicht entschlüsseln können, dann tragen Sie es bitte mit Fassung. Erstens haben Sie den Grundstein für diese Entwicklung gelegt, und zweitens sind Geheimnisse vor den Eltern um einiges spannender als Geheimnisse mit den Eltern.
Ad nnak nam rediel rag sthcin nehcam.