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Als wäre der Stress in Pauls 4-Männer-1-Hund-WG nicht schon wüst genug! Jetzt muss er auch noch bella figura machen auf der Jagd nach dem großen Karrieresprung. Um Vorstandsvorsitzender im Imperium der Beuten Medien AG zu werden, muss Paul Schuberth die Besitzerfamilie von seinen Talenten und seiner Loyalität überzeugen, und zwar in der Beuten-Villa auf Mallorca. Eine überaus knifflige Geschichte, keine Frage. Die kühle Patriarchin Elisabeth mag ihn offenkundig nicht; seine Traumfrau Iris, Elisabeths Tochter, hat einen anderen geheiratet; Tante Melissa sucht händeringend einen Mann zwecks Familiengründung; und Iris’ eminent laszive Schwester Audrey schleppt Paul umgehend ins Bett, pardon: in die Dusche. Alles keine Pluspunkte im Jobpoker …
Da muss man durch ist die Fortsetzung von Hans Raths hinreißendem Bestseller Man tut, was man kann. «Ein federleichter Sommerroman.»(NDR Kultur)
Audrey Beuten lernt Paul gleich im Malle-Flieger kennen. An dieser Frau kann man weder vorbeischauen noch vorbeihören, sie ist «jung, schön und ansprechend verludert». Audrey, Mitte zwanzig, Modefotografin und ursprünglich von ihren Eltern mit dem Namen Andrea-Regina ins Leben hinausgeschickt, macht aus ihren Leidenschaften kein Staatsgeheimnis. Sex über den Wolken – super; Unterwäsche-Models in New York – gern mal zwischendurch usw. «Überhaupt wird aus ihren Erzählungen deutlich, dass sie Männerherzen schneller schreddern kann als die Stasi ihre Geheimakten.»
Überhaupt – was für eine schräge Familie! Elisabeth von Beuten: elitär-aristokratisch, launisch, herrisch von Kopf bis Fuß. Ihr Mann Karl: Ein Schöngeist, der seit Jahrzehnten die Affäre mit Hausmanagerin Uschi geheim hält, von der aber eh alle wissen; der Mann trinkt für sein Leben gern sechsstöckige Brandys und andere derben Sachen. Melissa: Ist auf Männersuche. (Dafür liefert Pauls Freund und Arbeitskollege Schamski bald die ideale Lösung.) Ihr Bruder Konstantin: ein Pingel vor dem Herrn, in Geschäftsdingen ein kleingeistiger Besserwisser und zu allem Überfluss ein erbärmliches Muttersöhnchen. Und Audrey? Läuft am liebsten in der Beuten-Villa splitternackt rum, was Pauls Konzentrationsfähigkeit auch nicht gerade zuträglich ist.
Die Motoryacht der von Beutens hört übrigens auf den hübschen Namen Bertolt Brecht, was Paul zu gerne zynisch kommentiert hätte: «Ich halte es für eine hübsche Idee, Luxusgütern Namen berühmter Kommunisten zu geben»; auch ein Mercedes-Geländewagen in einer Leo-Trotzki-Edition käme da sicher prima. Aber natürlich verbeißt sich Paul partytaugliche Zynismen aller Art, zumindest solange die stahlblaue Patriarchin in der Nähe ist.
Pauls menschen-, tier- und pflanzenhassender Hund Fred, der die Reise nach Mallorca leider nicht antreten konnte, hat derweil zu Hause im Alleingang zwei Rottweiler eines Rock-Produzenten fachkundig zerlegt – für Fred nicht mehr als ein mittlerer Amoklauf. Wie dringliche Telefonate mit seiner Schwester nahelegen, könnten auf Paul Schadensersatzansprüche im erweiterten fünfstelligen Bereich warten. (Auch hier wird Freund Schamski seine erstaunliche Realitätstüchtigkeit unter Beweis stellen).
Wir wollen der Entwicklung nicht vorgreifen, nur so viel: Ja, in der Tat, die Verhandlungen mit den von Beutens gestalten sich schwierig. Nein, Melissa kriegt Paul nicht ins Bett, dafür zerrt ihn aber Audrey zum Vollzug in die Dusche (ein Quickie mit Folgen). Ja, in der deutschen Kolonie Mallorca tauchen auch noch die Freunde aus Pauls WG auf, die da wären:
Günther ist so etwas wie Pauls best buddy und … na ja, eben Günther, ein 41-jähriger Dauersingle. «Wenn Günther sich für eine Frau interessiert, dann tut er alles, aber auch wirklich alles, um sie kennenzulernen, mit Ausnahme dessen, dass er sie einfach anspricht.» Schamski, Vorname: Guido, Pauls Vertrauter in allen wichtigen Lebensfragen. Wurde von seiner Frau vor die Tür gesetzt, weil sie ihm eine Affäre mit seiner Sekretärin unterstellte. Zu recht, absolut zu recht. Schamski raucht viel, trinkt viel, und sorgt dafür, dass in der Männerbude nachts auch schon mal eine splitternackte Dame durch die Küche spaziert. Bronko ist Künstler, brotloser Künstler. Gott hat nicht wirklich mit Talent nach ihm geschmissen; für Paul gehört Bronko in die Kategorie «glücklicher Idiot» (unseligerweise ist er der Bruder von Kathrin, Pauls Ex).
Das muss übrigens noch nicht das Ende von Hans Raths köstlichen Paul-Episoden sein. Ein dritter Band dürfte dann (u.a.) in London spielen, wo Paul seinen (so was von unerwarteten!) Vaterpflichten nachzukommen hätte …
Dass wir am Ende noch Zeuge eines regelrechten mallorquinischen Roadmovies werden, ist dann doch eine Überraschung. Paul und seine Freunde landen nämlich buchstäblich auf der Straße, wohnen und arbeiten im Ferienparadies Mallorca … wie sagt man: ziemlich prekär. Und können sich auch sonst zeitweise nicht vorstellen, wie sie aus dem Schlamassel wieder herauskommen sollen, in das sie sehenden Auges hineingeschlittert sind …