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Unsere Wirtschaft ist der Wahnsinn. Der reine Wahnsinn. Wer das immer noch nicht kapiert hat, sollte sich unbedingt HG.Butzko zu Gemüte führen. Wer noch einen Hauch Restglauben in die Segnungen der freien respektive sozialen Marktwirtschaft in sich trägt - damit ist nach der Lektüre von Geld oder Leben Schluss. Ein Grundkurs in Antikapitalismus, der sich gewaschen hat. Da steht sogar das Handelsblatt stramm: «Butzko beherrscht diese schwierige Klaviatur, trockene Finanzmärkte satirisch zu erklären, ohne dabei in Binsen zu verfallen.» Und auch die Süddeutsche Zeitung ist beeindruckt von Butzkos «gut recherchierten und wortgewaltigen Attacken».
Woher der Butzko all das weiß? Klar: Nicht aus der Schule, nicht von der Uni. Nicht vom andächtigen Lauschen von Sonn- und Werktagsreden unserer Damen & Herren Politiker (Angela Merkel: «Problematisch finde ich, dass wir Politiker ständig Dinge beschließen sollen, von denen wir nicht viel verstehen»). Erst recht weiß Butzko all das nicht vom bloßen Zeitunglesen. Sondern: Von seinem Opa. «Der war früher Bergmann in Gelsenkirchen und hat noch richtig unter Tage gearbeitet. Mit anderen Worten: Mein Opa wusste, wie man an Kohle kommt. Und abends in der Kneipe hat er seine Zeche auch immer bezahlt. Er wusste also außerdem, wie man eine Wirtschaft ohne Schulden hinterlässt.» Ein Hoch auf Opa Butzko!
Wie heißt es so richtig: Wer nicht hören will, muss fühlen. Und wer nicht glauben will, muss lesen. Zu einigen Themen und Figuren von öffentlichem Interesse redet HG. Butzko im Folgenden Klartext. Das Leben ist hart, nicht immer kann man gerecht sein, findet der gebürtieg Gelsenkiiirchener; und es ist ja nicht gesetzlich vorgeschrieben, jedermann bzw. -frau zu lieben, der einem via TV ständig frei Haus geliefert wird (Johannes B. Kerner, Heidi Klum oder Josef Ackermann etwa). Dieses Buch macht schlau und Lust auf mehr. «Ein Juwel.» (Basler Zeitung)
Gesundheitswesen. «Noch mehr lernt man über dieses System, wenn man erfährt, dass 70 Prozent aller Ärzte genau dieselben Maßnahmen, die sie ihren Patienten verordnen, bei sich selbst auf gar keinen Fall anwenden würden. Was ungefähr so ist, als würden drei von vier Piloten kein Flugzeug besteigen, wenn sie wüssten, dass sie selber am Steuer sitzen. Aber wen wundert das, wenn man darüber hinaus erfährt, dass in Deutschland jedes Jahr rund 15 000 Menschen durch falsche Medikamentierung sterben. Das sind doppelt so viele, wie im Straßenverkehr ums Leben kommen – und da wurden aber schon die mitgezählt, die von Ärzten überfahren wurden.»
Steuerzahlen. «Aber wem gehört eigentlich der öffentliche Raum? Ich zahle doch schließlich Steuern. Wofür also bestraft man mich, indem man mir an irgendwelchen Straßenecken von irgendwelchen Plakatwänden auch noch das Wurstgesicht von Johannes B. Kerner entgegengrinsen lässt. Soweit ich weiß, hat der doch schon ein Weibchen. Falls Sie Johannes B. Kerner nicht kennen – früher gab es mal eine gallertartige Masse als Spielzeug zu kaufen, die Slime hieß. Heute heißt diese Masse Johannes B. Kerner. Und dieser Johannes B. Kerner müsste übrigens ins Guinness- Buch der Rekorde eingetragen werden, und zwar als der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der 24 Stunden am Tag damit beschäftigt ist, nicht auf seiner eigenen Schleimspur auszurutschen.»
Rot-Grün. «Gerhard Schröder ist inzwischen russischer Gashändler geworden und Joschka Fischer Berater bei der ökologischen Vorzeigefirma BMW, was seitdem die Abkürzung ist von: «Bruderschaft Mit Weinkennern». Die SPD spielt sich heute wieder als Beschützer des kleinen Mannes auf. SPD = Sehr Peinliche Deppen! Rot-Grün, dazu zählen sich Leute, die sich heute am lautesten über genau die Heuschrecken beschweren, die sie selber erst angelockt haben. Wer bei der nächsten Bundestagswahl Rot-Grün wählt, könnte genauso gut ein Picknick veranstalten, um dann erst mal fünf Eimer Erdbeermarmelade rund um die Decke auszuschütten. Und dann über die vielen Wespen meckern. Diese schwarz-gelben Mistviecher! Dabei sagte schon Goethe in seiner Farbenlehre: «Wenn man Rot und Grün mischet, bekömmt man ein Grauen!»
Henkel & Juhnke. «Nehmen wir etwa Hans-Olaf Henkel, den ehemaligen Arbeitgeberchef, der sich selber als einen Befürworter der sozialen Marktwirtschaft bezeichnet. Und das stimmt auch. Der ist nämlich so sozial, dass er einmal meinte, dass diese vielen Kredite an die vielen Neger in Amerika schuld an der Finanzkrise gewesen seien. Nein, wortwörtlich gesagt hat er das natürlich nicht – deswegen habe ich ja auch formuliert, dass er das «einmal meinte. (…) In deutschen Medien aber wurde dieser Mann darauf nach wie vor gerne in Talk-Show-Sendungen als Finanz- und Wirtschaftsexperte eingeladen. So ist das, wenn Idioten Fachidioten brauchen. Und bei einer solchen Fernseh-Talk-Show hat dieser Super-Henkel tatsächlich mal Folgendes gesagt, und zwar wortwörtlich: «Ich habe erst im Alter von 60 Jahren bemerkt, dass das Leben mehr zu bieten hat als nur die Wirtschaft.» Mal ehrlich, treffender hätte es Harald Juhnke auch nicht formulieren können.».
Karl Theodor von und zu. «Ein ganz freier Herr kam daher, der Herr Freiherr Karl Theodor zu Guttenberg. Nicht nur von und zu, sondern auch hin und weg. Und zwar direkt weg vom Wirtschafts- und hin zum Verteidigungsminister, was offensichtlich die logische und konsequente Abfolge war. Und dann kam nämlich der Herr Freiherr um die Ecke, zu einem um die Ecke gebrachten Soldaten. Und dann machte man einen auf ganz christlich, und heile, heile Gänschen war auch alles wieder gut. Ein Dank dem deutschen Adel. Dafür haben unsere Urgroßväter 1848 Barrikaden errichtet.»
Joseph Ackermann. «Ist per Selbstdefinition ‹ein tüchtiger Mann›, Chef der Deutschen Bank und Erstanwender des Victory-Zeichens als Bankchef. (…) Josef Ackermann, das ist der Mann, der vorschlägt, der Steuerzahler solle Bad Banks gründen, um den Banken ihre faulen Kredite aus den Bilanzen herauszukaufen. Jahrelang hatten wir von Herrn Ackermann zuvor gehört, der Markt regele alles von alleine. Ja, nee, ist klar. Es hat ja auch schon mal ein Bauer erlebt, dass die Schweine beschließen, ihren Saustall selber auszumisten. (…) Josef Ackermann, das ist auch der Mann, der in einem Satz 1,8 Milliarden Euro Quartalsgewinn sowie die Entlassung von 6000 Angestellten verkündet. Die werden dann in Arbeitslosen- und Sozialversicherungssystemen vom Steuerzahler aufgefangen. Aber darüber hinaus würde Herr Ackermann sich schämen, Hilfe vom Staat anzunehmen.»
So sind wir Deutschen … «Denn dawollen wir dabei nicht vergessen: Wer legt denn sein Geld in diesen Hedgefonds an? Klar, auch Millionäre und Milliardäre. Aber vor allem Banken, Lebensversicherungen, Privatrentenfonds et cetera. Da schau mal einer an, wir nennen diese Leute gierige Börsenzocker und vergessen dabei gerne, dass auch wir diejenigen sind, für die sie da zocken. Aber so sind wir Deutschen: Wir wollen ein Kotelett auf dem Teller, aber keine Bilder vom Schlachthof sehen. Wir wollen billigen Sprit in unsere Autos tanken, aber die Bundeswehr aus Afghanistan abziehen. Wir wollen, dass unsere Renten sicher sind, aber überlassen das Kinderkriegen Blitzbirnen wie Boris Becker oder Heidi Klum, dieser spät geborenen BDM-Führerin von ProSieben. Von Ursula von der Leyen will ich erst gar nicht anfangen.»