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Es ist bekanntlich ja nicht ganz einfach mit Männern und Frauen. Die Unterschiede liegen auf der Hand (und daran hat sich seit der Prähistorie verdammt wenig geändert): «Fragt man Männer nach dem Inhalt des Films Titanic, dann vergessen die meisten die darin vorkommende Liebesgeschichte zu erwähnen. Frauen hingegen kennen alle Details dieser Liebesgeschichte, können sich aber oft nicht mehr daran erinnern, dass das Schiff am Ende untergeht …»
Vier Männer, ein Hund: Paul und Günther, Schamski und Bronko, außerdem Fred, Pauls vierbeiniges Anhängsel. Zusammen sind sie eine Wohngemeinschaft wider Willen. Sie alle wollen nur eines: Liebe und Geborgenheit. Und sie alle haben ein Problem: Warum nur ticken Frauen so anders?
Paul ist 42, frisch geschieden, solo, hat einen Doktortitel, ist Personalchef der Beuten Medien GmbH und auf der Suche nach einer Frau, nicht nur für eine Nacht oder zwei, sondern für den Rest seines Lebens. Iris könnte so eine sein. Es gibt da nur ein klitzekleines Problem, eigentlich sind es drei: 1. Iris wird in wenigen Tagen heiraten, und leider nicht Paul. 2. Dr. Iris Jasper, geborene von Beuten, gehört zur Eigentümerfamilie des Verlags, in dem Paul der Posten des Vorstandsvorsitzenden angeboten wird. Und 3. Paul müsste in Ruhe über sich und sein Leben nachdenken. Kann er aber nicht, weil seine schöne Hier-wohnt-Paul-allein-Wohnung unglücklicherweise zum Experimentierfeld einer fünfköpfigen Mann-und-Hund-Zusammenrottung wurde …
RALF KÖNIG: ARCHETYP
Dieses Buch gehört in jeden Haushalt! Weil es die Bibel an einer entscheidenden Stelle … ja, was heißt korrigiert, sagen wir: um eine interessante neue Lesart bereichert. Wie war das nun wirklich mit Noah und der Sintflut, diesem Quasi-Weltuntergang? Wurden die Städte Sodom und Gomorrha nur als Sündenpfuhl denunziert, damit der Allmächtige überhaupt einen akzeptablen Grund hatte, die Welt in Wasser versinken und ertrinken zu lassen?
Fein illustriert, großartig gereimt – so rücken wir den Menschheitsfragen dank Ralf König nun zu Leibe. Und König macht keine Gefangenen, er dichtet auf den Punkt: und fertig. Beispiel: Fortpflanzung – so sieht’s der Mensch, so sieht es Gott:
«Der Mensch entdeckte nun den Sex.
Er fand das geil, Gott war perplex.
Denn Sex, weil «geil», hat keinen Sinn!
Drum ist im Sperma auch was drin.»
Und Noah? Der alte Zausel und spätere Arche-Typ ist (Verzeihung!) ein bigottes, misanthropes Arschloch, ein selbstgerechter Querulant, der dem Herrn (gepriesen sei sein Name!) schwer auf den Zeiger geht. Was tut nämlich Noah, der Heuchler? Er beantragt bei Gott kurzerhand die Vernichtung seiner Artgenossen (mit Ausnahme seiner Familie). Den kannst du haben, denkt sich der, und gibt nach strategischer Rücksprache mit Luzifer dem verdutzten Noah den Auftrag, die aus der Bibel bekannte besagte Arche zu bauen, um ihm ein für alle Mal eine Lektion in Toleranz und Menschenfreundlichkeit zu erteilen …
Mit Wachturm oder ähnlichen Bekenner- und Bekehrerschriften hat David Safiers zweiter Roman rein gar nichts zu tun. Eher im Gegenteil. Schließlich wird hier die Geschichte einer ganz speziellen Liebe erzählt: Marie, Anfang 30, hat gerade ihrem Freund Sven mit einem klar artikulierten «Nein!» den Laufpass gegeben, und zwar vor dem Traualtar. Kurz darauf lernt sie in ihrem Heimatstädtchen einen dort frisch eingetrudelten Zimmermann kennen, Joshua. Der allen Ernstes behauptet, Jesus zu sein – und die Welt erlösen zu wollen.
«Du glaubst mir nicht, dass ich Jesus bin», stellte er fest. Warum konnte er nicht einfach sagen: Du, die ganze Jesus-Numnmer war ein ziemlich dummer Scherz. Den habe ich nur gemacht, weil ich ein oller Kiffer bin. Damit hätte ich sehr gut leben können. Darauf hätte man eine gemeinsame Zukunft aufbauen können. «Dir fehlt der Glaube», merkte Joshua sachlich an. Und dir eine Zwangsjacke, dachte ich ...»
Wurde in Mieses Karma reinkarniert, dass es eine helle Freude war, von der Ameise über diverse Mutationen bis zur Frittenfee, sorgt in Jesus liebt mich Gottes Sohn höchstpersönlich im Leben einer einfachen jungen Frau für große Konfusion – und zwar in Malente m Ostholsteinischen …
Es ist ein hartes Leben, das die 15-jährige Eva und ihr kleiner Bruder Niklas im mittelalterlichen Passau führen. Zwölf Stunden am Tag spinnt Eva Wolle, und weil ihr Stiefvater den kargen Lohn versäuft, langt es kaum mal zum Sattessen. Das ist Frauenlos im Jahre 1561. Mund halten, schuften, hinnehmen, was immer die Männer verlangen, beten und gebären – so ist es gottgegeben, so wird es von der Kanzel gepredigt. Als ihr Stiefvater sich eines Tages über sie hermachen will, rammt das Mädchen ihm ein Fleischermesser ins Bein.
Panisch flieht sie aus Passau. Sie möchte zu ihrem Bruder nach Straßburg, aber auf den Straßen herrscht Krieg. Kaufleute und Krüppel sind unterwegs, brutale Landsknechte ohne Anstellung, Handwerksgesellen, Abdecker und Knochensammler. Jeder betrügt und bestiehlt und benützt den anderen, wo immer er kann. Wie soll sie als Mädchen unter diesen Umständen unbeschadet davonkommen? Die rettende Idee: Sie zieht sich Männerkleider über, verwandelt sich in den Schneidergesellen Adam Portner. Der Rollenwechsel funktioniert bestens – bis sie auf den jungen Landadligen Moritz von Ährenfels trifft.
Übrigens: Eva Barbiererin, die Vagabundin in Männerkleidern, hat es wirklich gegeben. Im September 1565 wurde sie in der Freien Reichsstadt Nördlingen hingerichtet.
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Ralf König
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