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Mit Werken wie «Kurz und schmerzlos», «Solino», «Gegen die Wand», «Crossing the bridge», «Auf der anderen Seite» und «Soul Kitchen» hat er Filmgeschichte geschrieben. Zugefallen ist Fatih Akin, 1973 als Sohn türkischer Eltern in Hamburg geboren, nichts; verbogen hat er sich nie; es war ein langer Weg, bis er in Cannes den berühmten roten Teppich betrat. «Wenn er erzählt, atemlos, mit verschiedenen Stimmen und immer im Präsens, klingen kleine Anekdoten nach großem Kino.» (Stern) Volker Behrens und Michael Töteberg haben über Monate Interviews mit Fatih Akin geführt (wir dokumentieren im Folgenden ihr Vorwort). Entstanden ist ein spannender Werkstattbericht, für den Akin auch sein privates Fotoalbum geöffnet hat.
Im Clinch ist ein erzähltes, kein geschriebenes Buch: Fatih Akin in his own words – authentisch, unverstellt, direkt, lebendig. Dem Buch liegen Gespräche zugrunde, die die Herausgeber über mehrere Monate mit Fatih Akin geführt haben. Wer je erlebt hat, wie er seine Filme im Kino vorstellt, weiß, dass er für sie kämpft und dabei sein Herz auf der Zunge trägt. Von ihm sind keine inhaltsleeren Statements zu hören, sondern Anekdoten aus der oftmals abenteuerlichen Produktionsgeschichte von Filmen, die international Furore machten, in den Filmkanon Eingang gefunden haben und Gegenstand wissenschaftlicher Abhandlungen geworden sind.
Doch gegen kulturelle Zuschreibungen und Festlegungen – auf die Rolle eines Repräsentanten des deutsch-türkischen Kinos, auf ein Filmgenre oder einen Stil – hat er sich immer gewehrt. Fatih Akin hält nichts von ästhetischen Dogmen oder programmatischen Erklärungen; seine Position – und er hat eine Haltung – entwickelt er im Dialog.
Mit Beharrlichkeit und Leidenschaft hat sich Fatih Akin den Weg ins Filmgeschäft gebahnt, doch immer sich seine Unabhängigkeit bewahrt. Er reibt sich an cineastischen Vorbildern (Martin Scorsese, Emir Kusturica, Yilmaz Güney, um nur einige zu nennen), doch zu seinen Heroen zählen ebenso Bruce Lee und Muhammad Ali. Er dreht mit Wut im Bauch und verfügt über die Berserker-Qualitäten eines Rainer Werner Fassbinder, ist zugleich aber ein Romantiker, der voller Zärtlichkeit und Liebe zu seinen Figuren existenzielle Themen umkreist.
Das Buch bietet einen Werkstattbericht, der nichts beschönigt. Ausruhen auf Lorbeeren – sei es der Goldene Bär der Berlinale oder das Bundesverdienstkreuz – gibt es nicht. Ein Fatih Akin lässt sich nicht eingemeinden, weder von der Filmindustrie noch vom politischen Establishment. «Filmemachen ist wie Boxen», sagt er: »Kräfte einteilen, Taktik, Timing.» Oft genug lag er im Clinch mit sich selbst. Es ist die rechte Zeit für einen Blick zurück, denn nun beginnt Phase zwei. Fatih Akin weiß, dass er seinen besten Film noch vor sich hat. Also steigt er wieder in den Ring. Der Kampf geht weiter.