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Dr. med. Eckart von Hirschhausen ist der Mann, der in Sachen Krankheitsprävention ähnlich viel leistet wie ein ganzes Ärztezentrum – weil Lachen hilft, gesund zu bleiben. Mit seiner Stiftung HUMOR HILFT HEILEN fördert er das therapeutische Lachen in Medizin und Öffentlichkeit. Er ist der Mann, der das Pinguin-Prinzip erfunden und popularisiert hat und der ein Glücksbuch verfasst hat, das, glückstechnisch gesehen, so gut wie keine Frage offen lässt – ein Buch, das es sämtlichen Jammerlappen zwischen Aachen und Cottbus und Flensburg und Kempten ganz schön schwer machen wird. Glück kommt selten allein ... gibt es jetzt als Taschenbuch: mit genauso viel Spaß und einem neuen Kapitel!
Glück kommt selten allein … ist ein erfrischend provokanter Perspektivenwechsel auf Finanzkrise, Partnerwahl und Erdbeeremarmelade – mit garantiert 20 Prozent weniger Ratschlägen als in vergleichbaren Büchern. «Ein Segen in Zeiten der Krise. Qualitätshumor.» (Stern) «Hirschhausens Buch verfolgt das Glück nicht. Es lässt das Glück kommen.» (Die Zeit)
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Zum Erscheinen der Hardcover-Ausgabe 2009 haben wir mit dem Glücksdoktor ein Gespräch über sein Buch geführt; an einige Passagen soll an dieser Stelle noch einmal erinnert werden.
Man könnte Ihr Buch eine kleine Philosophie des Glücks nennen, ein Hausbuch des Glücks. Kein schlechtes Gewissen, dass Sie für andere «Glücksforscher» eigentlich nichts mehr übrig gelassen haben?
Im Gegenteil – ich bin froh, dass mir die bisherigen Autoren eine Lücke gelassen haben: genau das Paradoxe, das Widersprüchliche, das Komische am Glück hat noch keiner so richtig ausgeleuchtet. Es gibt viele gute psychologische, philosophische und praktische Glücksbücher, aber noch keines, das Wissenschaft und Komik, Witz und Weisheit, Fotos und Bewegtbilder als Daumenkino miteinander verbindet.
Waren Sie eigentlich schon als Kind der Klassenclown? Oder wann fing das Lustigsein vor anderen und für andere an?
Mein Weg auf die Bühne kam weniger über die Schule, sondern mehr über mein Hobby, die Zauberkunst. Daher habe ich mich früh schon mit der Psychologie der Täuschung beschäftigt, was mir bei dem neuen Buch sehr nützte. Glück ist wie Zauberei eine Frage, welche Erwartungen man aufbaut und was man sich und anderen vorgaukelt. So täuscht uns unser Belohnungssystem eigentlich ständig darüber, was uns glücklich machen soll, dann haben wir endlich, was wir wollten – und sind nicht glücklicher, sondern enttäuscht. Und immer wieder fallen wir darauf rein – ein genialer Trick, der uns antreibt. Die Unzufriedenheit macht erfinderisch. Wären wir alle glücklich und zufrieden, säßen wir immer noch im Neanderthal am Feuer, ohne Lesen und Schreiben zu können, was sich extrem schlecht für den Buchhandel machen würde – ganz zu schweigen von den Autoren.
Sie nennen sich einen «ehemaligen Arzt», einen, der seine wahre Berufung – medizinisches Kabarett als Präventionsarbeit – zum Beruf gemacht habe. Wie viel Arzt steckt in dem Autor v. Hirschhausen?
Glück kommt selten allein … enthält sehr viele Ideen und praktische Einsichten aus der kognitiven Verhaltenstherapie gegen Depression. Aber wenn man das so schreibt, will natürlich niemand etwas davon hören. Zwischen den Zeilen ist das in meinen Augen aber tatsächlich ein ärztliches Buch, in dem Sinne, dass es aufklärt, aufheitert und eine leicht verdüsterte Stimmung aufhellen kann. Und für die richtig düsteren Momente gibt es sogar eine «dunkle Seite» die man herausreißen kann – wir haben an vieles gedacht. Sogar an ein Sternzeichen zum Selbermachen für alle, die mit ihrem Sternzeichen nicht glücklich sind und ein Selbsttest für die Zeichen drohender Zufriedenheit.
Auf die Frage, wie er persönlich mit Erfolg und Popularität umgehe, hat Daniel Kehlmann in einem Interview einmal gesagt: «Wie Woody Allen – mit gnadenloser Selbstverspottung.» Wie gehen Sie mit den Folgen Ihrer Berühmtheit um? Leben Sie noch so ungestört wie früher?
Woody Allen ist auch eines meiner Idole und kommt in dem neuen Buch auch zu Ruhm: «Neulich sagte jemand zu mir, dass ich in den Herzen meiner Landsleute weiterleben werde. Ich will aber in meinem Appartement weiterleben!» Mein Bucherfolg hat mir immerhin dazu verholfen, Daniel Kehlmann kennen zu lernen, Rowohlt sei Dank. Alles hat sein Gutes.
Sie sind der Erfinder des «Pinguin-Prinzips». Was haben Pinguine mit Glück zu tun?
Die Geschichte vom Pinguin ist mir ja tatsächlich so passiert, kam dann ins Bühnenprogramm Glücksbringer und ist jetzt die Leitidee des Buches – aber eine, die erst ganz zum Schluss kommt. Und als Daumenkino an der rechten unteren Ecke auf jeder Seite präsent ist. Tatsächlich werde ich von all meinen Geschichten am meisten auf diese angesprochen oder angemailt. Es geht im Pinguin-Prinzip darum, sein Element zu finden, und dafür lieber kleine tappelige Schritte zu tun, anstatt sich ständig darüber zu ärgern, dass man nicht so einen langen Hals hat wie die Giraffe oder dass es in der Wüste nicht so flutscht. Und wem das jetzt nicht sofort einleuchtet – hat mein vollstes Verständnis. Im Buch habe ich für die Erläuterung etwas mehr Platz.