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Wissen Sie, wo der Hase im Pfeffer liegt, wann jemanden der Hafer sticht, woher sich der rote Faden in unsere Sprache geschlängelt hat und weshalb es wie am Schnürchen läuft? Jochen Krause hat als Dr. Wort täglich in der Sendung «Guten Morgen Niedersachsen» auf radio ffn Wörter und Redewendungen der deutschen Sprache unter die Lupe genommen. Manche der Erklärungen sind so entzückend, dass man unwillkürlich grinsen muss wie ein Honigkuchenpferd und sich freut wie ein Schneekönig. Wir demonstrieren an drei Beispielen, wie Dr. Worts beliebte Wissensserie auf radio ffn funktioniert. Dabei lernen Sie nicht nur Essentielles über die Kunst des Schuhemachens, sondern auch (Günter Jauch lässt grüßen!), was ein Hohlhipper ist und woher der Name der Wissenswebsite Wikipedia stammt. Viel Vergnügen!
Was Dr. Wort im Nachfolgeband des Bestsellers Klappe zu, Affe tot (rororo 62632) an Redewendungen so alles vor die Flinte gelaufen ist? Zum Beispiel das: Eine Standpauke halten – Sich einen Wolf laufen – In trockenen Tüchern sein – Jemandem den Garaus machen – Die Kurve kratzen – Holland in Not – Etwas abkupfern – Etwas auseinanderklamüsern – Jemanden um die Ecke bringen – Ach du liebes bisschen – Asche auf mein Haupt – Es regnet Katzen und Hunde – Der Gelackmeierte sein – Wissen, wie der Hase läuft – Im siebten Himmel sein – Lügen, dass sich die Balken biegen – Satansbraten – Etwas in petto haben – Schwein gehabt … Kurz und gut: rund 200 erhellende Einblicke in die Welt der Redewendungen. Nun aber in medias res!
Die Redensart bedeutet, dass jemand ein völlig falsches Vorgehen gewählt hat oder dass das Gegenteil von einer Behauptung zutrifft.
Schon im Mittelalter trugen die Bürger in den Städten Lederschuhe, und zwar sogenannte Wendeschuhe. Die hießen so, weil der Schuhmacher zunächst einmal die passenden Lederstücke aneinandergenäht hat, sodass die Nähte sich auf der Rückseite des Leders befanden. In der Sprache der Fachleute wurden die Schuhe «auf links» genäht. Bevor er fertig war, musste jeder Schuh dann gewendet, also quasi umgestülpt werden. Die Nähte waren dann im Inneren verborgen, und die glatte Lederseite lag nun außen. Erst umgestülpt, also andersrum, ist aus dem schlichten Lederobjekt wirklich ein smarter mittelalterlicher Schuh geworden.
Wenn man jemanden «verhohnepipelt», dann veralbert man ihn, man macht ihn zum Gespött, man nimmt ihn auf den Arm.
Grundlage für dieses Wort ist ein Ausdruck aus der Zeit von Martin Luther. Damals aß man gern mal die eine oder andere «hole Hip», das war eine Waffel, die man rollte, sodass sie innen hohl war. Diese Waffeln gibt’s auch heute noch, inzwischen heißen sie Hippen, und man bekommt sie zum Beispiel zur Eistüte gerollt oder rund als Zugabe zum Speiseeis. Früher zogen die Verkäufer solcher Waffeln von Tür zu Tür und boten ihr Gebäck an. Sie waren unter dem Namen Hohlhipper bekannt. Es war üblich, dass bei diesen Verkaufsgesprächen ohne Ende gelästert, getratscht und Unsinn geredet wurde. So kam es zur Entstehung des Verbs «hohlhippen», später «honnippeln» und schließlich zu unserem heutigen «verhohnepipeln».
Die «Wikipedia» ist bei weitem das populärste Nachschlagewerk im Internet. Es steht allen Nutzern zur Verfügung und kann von ihnen erweitert oder korrigiert werden. Nachdem es in den ersten Jahren seit der Gründung 2001 viele Diskussionen um die Seriosität und Wirksamkeit der sogenannten «Schwarmintelligenz» gab, ist das Online-Lexikon heute oft eine verlässliche Quelle, wenn schnelle Informationen und ein erster Überblick über ein Thema gesucht werden. Die Fehlerquote ist relativ niedrig, trotzdem sollte jeder User die Wikipedia-Informationen immer mit Hilfe anderer Quellen gegenchecken.
Auf Hawaii gibt es heute noch eine Sprache, in der sich Reste des alten Polynesisch mit dem heutigen Englisch vermischen. Hawaii Pidgin nennt sich diese Sprache, und oft kann man dort den Ausruf hören: «Hey c’mon, wiki wiki!», zu Deutsch: «Los, komm her, es wird Zeit, mach schnell!» Dieses «wiki», das also «schnell» bedeutet, wurde als Teil des Namens ausgewählt – und etablierte sich schnell zum Spitznamen des Online-Angebots – , als Wikipedia im Januar 2001 online ging. Der zweite Wortteil «pedia» entstammt dem englischen Wort für Enzyklopädie «encyclopedia». Zusammen bedeuten die Wortbestandteile «wiki» und «pedia» also nichts anderes als schnelles Nachschlagewerk oder schnelles Lexikon.