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Wissen Sie, wann und wie der Otto Normalverbraucher Einzug in unsere Alltagssprache gehalten hat? Oder warum der Hund in der Pfanne verrückt wird, Sie wieder mal nur Bahnhof verstehen und vor lauter semantischen Fallen in die Bredouille geraten? Damit wir nicht den Faden verlieren, einen Föhn kriegen oder in alle möglichen Fettnäpfchen treten, können wir uns nun kompetent kundig machen über die Herkunft der bekanntesten Redewendungen.
Jochen Krause hat als Dr. Wort täglich in der Sendung «Guten Morgen Niedersachsen» auf radio ffn Wörter und Redewendungen der deutschen Sprache erklärt; in Klappe zu, Affe tot können wir sie endlich nachlesen. Manche Erklärungen sind so entzückend, dass man unwillkürlich grinsen muss wie ein Honigkuchenpferd und freut sich wie ein Schneekönig.
Wir demonstrieren an zwei Beispielen, wie Dr. Worts beliebte Wissensserie auf radio ffn funktioniert.
Dieser Ausruf ist Zeichen größter Überraschung und Fassungslosigkeit nach dem Motto «Das gibt’s doch nicht! Das darf doch nicht wahr sein!»
Es gibt zwei Theorien zu dem Hund, der in der Pfanne durchdreht: Nach der ersten stammt die Redewendung aus Berlin und ist eine von vielen gebräuchlichen Formulierungen, mit denen man etwas völlig Abwegiges oder Unwahrscheinliches quittiert, wie zum Beispiel «Ich glaub, mich knutscht ein Elch» oder «Da brat mir einer `nen Storch!» - ganz einfach, weil das so gut wie nie passiert.
Die zweite Theorie macht den legendären Schelm Till Eulenspiegel dafür verantwortlich. In einer seiner Episodensoll er als Geselle in einer Brauerei in Einbeck auf Befehl des Meisters den Hopfen sieden, also aufkochen. Dummerweise hat der Meister aber einen Hund, der «Hopf» heißt, und so nehmen die Dinge ihren Lauf: Statt des Hopfens befördert Till Eulenspiegel den Hund namens «Hopf» in die Pfanne. Wen wundert’s, dass das arme Tier dort verrückt geworden ist?
Otto Normalverbraucher» ist eine fiktive Person, die man sich ausgedacht hat, um die durchschnittlichen Bedürfnisse der Bevölkerung anschaulich darstellen zu können. In der Marktfoschung bezeichnet der Name deshalb den ganz normalen Durchschnittsverbraucher.
Die Bezeichnung geht zurück auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs, als Lebensmittelkarten eine angemessene Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln gewährleisten sollten. So wurden zum Beispiel die Rationen für sogenannte Schwerstarbeiter, aber auch für schwangere Frauen großzügiger bemessen als die der «Normalverbraucher», für die es keine Extras gab. Diese Lebensmittelkarten waren auch nach dem Kriegsende 1945 noch in Umlauf.
Seinen Vornamen verdankt der Normalverbraucher dem Film Berliner Ballade, de r1948 in die Kinos kam. Gert Fröbe spielte darin einen verhärmten Kriegsheimkehrer, der Otto heißt und über eine Lebensmittelkarte mit dem Aufdruck «Normalverbraucher» verfügt. Von der Leinwand aus eroberte Otto Normalverbraucher dann die Umgangssprache und wurde dort richtig populär. Später hat er dann einen jüngeren Bruder bekommen, der ihn mit seinem zeitgemäßeren Namen zunehmend verdrängte. Wenn man heute vom Durchschnittsverbraucher sprucht, hört der eher auf den Namen Max Mustermann.
… einen Sockenschuss haben, Schmiere stehen, verflixt und zugenäht, die beleidigte Leberwurst spielen, einen Zacken zulegen, êinmal quer durchs Alphabet von A bis Z – deutsche Redewendungen, auf Herz und Nieren geprüft.
Wem all diese sprachlichen Finessen nicht unter den Nägeln brennen, für den ist diese vergnügliche Zusammenstellung nichts. Für den gilt auch weiterhin, quasi bis er den Löffel abgibt: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.