Die Bestellung unserer E-Books ist momentan aus technischen Gründen nicht möglich.

Artikelempfehlung versenden

E-Mail-Adresse des Empfängers*

Wenn Sie mit der Empfehlung dieses Titels eine Nachricht an den Empfänger versenden wollen, tragen Sie den Text bitte hier ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse*

(* = Pflichtfelder)

Dirk Steffens: Faszination Erde

© Matrix Buchkonzepte, C. Modi & M. Orlowski; ZDF / Thomas R. Schumann (Autorenfoto)

Seit 2008 moderiert der Dokumentarfilmer und Autor Dirk Steffens im Rahmen des erfolgreichen ZDF-Formats Terra X die Sendereihe Faszination Erde, die einen naturwissenschaftlichen Blick auf unseren Planeten in seiner üppigen Vielfalt wirft: Tiere und Pflanzen, Berge und Meere, Wüsten und Sümpfe, Erdbeben und Vulkane. In dem großformatigen, brillant bebilderten Band reisen wir noch einmal zu den bisherigen Expeditionszielen: nach Sibirien, Alaska, Neuseeland, Patagonien, Uganda/Ruanda, Tansania, Südsee und Panama. Eine faszinierende Reise, die uns staunen lässt – und Fernweh weckt.

Als Botschafter des World Wildlife Fund weist Steffens nicht zuletzt auf den tödlichen Arten-Countdown hin: Jedes Jahr sterben bis zu 130 Arten aus. In jedem der acht Kapitel von Faszination Erde wird eine dieser bedrohten Tierarten vorgestellt: der Sibirische Tiger, der Eisbär, der Kakapo (eine eulenähnliche Papageienart Neuseelands), der Südliche Andenhirsch, der Berggorilla, , der Löwe, die Grüne Meeresschildkröte und der Brillenbär.

Jedes Kapitel endet mit einem Stück Expeditionstagebuch. Der Eintrag vom 16. August 2008 in King Salmon, Bristol Bay, Alaska, dürfte Steffens als ZDF-Mann besonderes Vergnügen bereitet haben. Überschrift: «Mit dem Zweiten sieht er gar nichts.» Um was es geht? Um eine mittelschwere Ungeschicklichkeit des Autors … «Aber woher hätte ich auch wissen sollen, dass der Auslöser so leichtgängig ist? Während der Moderation über Grizzlys fummle ich unvorsichtigerweise an der Dose mit dem Bären-Abwehrspray herum – und dabei passiert es dann: Ein Zischen, ein Schrei, und ein paar Sekunden später lässt Kameramann Craig erst sein Arbeitsgerät und dann sich selbst fallen. Jetzt liegt er bäuchlings vor mir auf dem Boden und taucht sein Gesicht ins eisige Wasser eines namenlosen Flusses. Ich drehe mich nervös im Kreis und bedrohe abwechselnd die fünf Bären, die sich zu uns gesellt haben. Leider scheinen Grizzlys überhaupt keine Angst vor Spraydosen zu haben. Schade …»

Wussten Sie ...

… wie sich extreme Hitze und Kälte anfühlen? Sibirische Winter sind lang und kalt. Es gibt Orte, an denen mitunter Temperaturen von -70 Grad Celsius herrschen. In den kurzen, heißen Sommern kann die Quecksilbersäule auf + 40 Grad steigen. Sibirien ist in vielem extrem, vor allem ist es mit seinen gut 13 Millionen Quadratkilometern von einer ehrfurchtgebietenden Größe – nicht umsonst wird das rätselhafte weite Land auch «achter Kontinent» genannt.

… weshalb das 2007 gefundene Wollhaarmammutbaby für Forscher ein einziger Traum ist? «Flusswasser hatte das Jungtier auf der Jamal-Halbinsel in Nordwestsibirien aus dem Boden gespült. Das mumifizierte Mammut enthält so viele Informationen, dass das Tier in den Augen der Forscher wieder lebendig wird.» Nicht nur der Rüssel der Mammutbaby-Mumie war noch dran. Viel wichtiger ist, dass sogar die Erbinformationen überraschend gut erhalten sind, so dass das Klonen von Mammuts, deren letzte Exemplare vor rund 4000 Jahren aus Sibirien verschwanden, keine allzu verwegene Zukunftsvision zu sein scheint.

… wozu das Wolfsgeheul dient? «Einzelne Wolfsrudel verteidigen Territorien mit Flächen bis zu mehreren tausend Quadratkilometern. Entlang der Reviergrenzen wird ständig auf der Suche nach Eindringlingen patrouilliert. Für die Verständigung untereinander steht ihnen mit dem charakteristischen Wolfsgeheul ein Kommunikationsmittel zur Verfügung, das ausgesprochen effizient ist: Es ist schnell, variantenreich und überbrückt mit Hilfe der tieferen Frequenzen Distanzen von bis zu zehn Kilometern. Die lange Schnauze hilft, den Schall zu bündeln und in eine Richtung zu lenken – dann rast die Nachricht mit Schallgeschwindigkeit durch die Landschaft. Durch die Variation der Tonhöhe, Lautstärke und Ruflänge können ganz verschiedene Informationen übermittelt werden. Jeder Wolf hat eine eigene, unverwechselbare Stimme.»

Und wie kommt es ...

… einmal im Monat zu der mysteriösen Insektenwolke über dem sagenumwobenen Victoriasee, dem mit knapp 70.000 Quadratkilometern zweitgrößten Süßwassersee der Welt? «Die Insektenwolke hat ihren Ursprung am Grunde des Victoriasees: Hier schlüpfen die Larven der Büschelmücke, die als eine der wichtigsten Nahrungsquellen der hier lebenden Fische eine maßgebliche Rolle im Ökosystem des Sees spielen. (…) Der Neumond ist schließlich das Signal, das ein großes Naturspektakel in Gang setzt: Im Morgengrauen schlüpfen Millionen Tiere gleichzeitig. Über eine weite Fläche hinweg sammeln sie sich wie von unsichtbarer Hand gelenkt und bilden einen Schwarm nach strenger Ordnung. (…) Das Faszinierende daran ist, dass es keinen Dirigenten gibt. Die Tiere richten sich nicht nach einem einzelnen Leittier aus; stattdessen orientiert sich jedes Schwarmmitglied an seinem jeweiligen Nachbarn. Durch einfache Regeln halten die Tiere zusammen und weichen Feinden aus. Der Schwarm reagiert wie ein einziger Organismus.»

… dass Gnus in der Savanne besonders gefährlich leben? Die Serengeti (in der Sprache der Massai «Endloses Land»), die sich auf 30.000 Quadratkilometern östlich des Victoriasees vom Norden Tansanias bis ins Grenzgebiet Kenias zieht, ist berühmt als Schauplatz spektakulärer Tierwanderungen: Hunderttausende Tiere in einem nicht enden wollenden Treck auf dem Weg zu neuen Weidegründen. Der Fluss Mara ist die Lebensader der Serengeti. «Die Überquerung des Mara ist für die Gnus lebensgefährlich. Sie drohen dabei nicht etwa zu ertrinken; vielmehr müssen sie die im Fluss lebenden Krokodile fürchten. Die Gnus überqueren den Mara deshalb in Gruppen von bis zu 100.000 Tieren» (!) In Ufernähe lauert dann auf die klugen Tiere die nächste Gefahr: Löwen laben sich gern an diesen afrikanischen Antilopen – wenn sie die unglaublich schnellen Tiere zu fassen kriegen.

Faszination Erde: Wunder gibt es immer wieder …

Dirk Steffens und sein Team haben ein Buch geschrieben, das sich wunderbar als Geschenk eignet. Ein Buch für die ganze Familie – und das nicht nur wegen der großartigen Bilder von Landschaften, Tieren und Pflanzen. Sondern weil hier die allerschönsten Geschichten erzählt werden, bei denen Kinder große Augen machen werden …

Okay, man möchte nicht unter den mächtigen Fuß eines Elefanten geraten; als Mäuschen aber könnte ein solcher «Unfall» glimpflich ausgehen! «Trotz ihrer Körpermasse haben Elefanten erstaunlich empindsame Füße, mit denen sie die Schwingungen des Infraschalls im Boden erspüren. Ihre Fußballen sind so nachgiebig, dass eine Maus, die versehentlich unter den Riesenstampfer gerät, zumindest bei weichem Boden und ein wenig Glück unbeschadet davonhuschen kann.»