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Mordserie im Berlin der Nazi-Zeit. Hochhaushorror in L.A. Sturm auf eine Blutbank auf dem Mond. Der Yeti als missing link evolutionärer Entwicklung vom Affen zum Menschen. Isaac Newton als Meisterdetektiv im Londoner Tower 1696 Womanizer John F. Kennedy im Visier eines Profikillers … Anders als Thrillerkollegen wie Grisham und Crichton ist Philip Kerr, geboren 1956 in Edinburgh, Rechtsphilosophie- und Jura-Studium in Birmingham, leidenschaftlich an technischen wie ethisch-philosophischen Fragen interessiert. Wer ist dieser «literarische Streuner» (Der Spiegel), dessen Plots so atemberaubend sind, dass Hollywood-Scouts bei ihm ständig auf der Lauer liegen? Ein Porträt von Philip Kerr, dessen neben Game over wohl bekanntester Thriller Das Wittgensteinprogramm jetzt bei rororo neu aufgelegt wurde.
Das Wittgenstein-Programm. London 2013: Wem das Aggressionsdämpfungs-Gen fehlt, wird vom Staat als potentielle menschliche «Zeitbombe» in einer geheimen Datenbank erfasst. Einer bricht aus der ihm zugedachten Rolle aus: «Wittgenstein» verschafft sich Zugang zu der Datei und beginnt mit der Liqudierung seiner gendefekten «Kollegen» …
Die Berlin-Romane. «Finster, komplex, schonungslos», urteilte Kirkus Review über die Serie: Privatdetektiv Gunther, ein verwegener Mix aus Sam Spade und Philip Marlowe, beackert in der Nazi-Metropole Berlin ein einträgliches Geschäftsfeld: die Suche nach Vermissten. Faszinierend, wie Kerr die Atmosphäre latenten Terrors im Berlin zur Zeit der Olympischen Spiele spürbar werden lässt. Erstaunlicherweise hat Bernie Gunther die Nazi-Jahre nicht nur überlebt, sondern er ermittelt weiter, wie die Folgebände der Berlin-Trilogie zeigen: Der Janus-Pakt, Das letzte Experiment und Die Adlon-Verschwörung, 2010 neu bei Wunderlich.«Die Übertragung des hartgesottenen Krimis auf die Verhältnisse jener Epoche funktioniert nicht nur, sie erweist sich als ein ausgesprochener Glücksfall.» (NZZ)
Game over. Zweifellos einer von Kerrs spektakulärsten Thriller, eine Art «Zehn kleine Negerlein» in einer futuristisch-kalten Welt: Ein selbstregulierendes High-Tech-Hochhaus in Los Angeles wird zur tödlichen Falle, als das elektronische Steuerungssystem außer Rand und Band gerät. Supercomputer Abraham arbeitet selbstreferentiell, ist also in der Lage, seine Steuerungsalgorithmen selbständig umzuschreiben. Herauskommt ein Mordprogramm mit den aberwitzigsten Todesarten, ausgeheckt von Abrahams degeneriertem binärem «Enkel» Ismael.
Esau. Ein kalifornischer Bergsteiger findet im Himalaya einen gut erhaltenen fossilen Schädel. Seine Freundin, Paläoanthropologin in Berkeley, ist überzeugt, dass es sich um einen Jahrhundertfund handelt: das missing link zwischen dem Affen und unserer Spezies. Eine Expedition nach Nepal bricht auf …
Newtons Schatten. Isaac Newton deckt als Ermittler der Königlichen Münzanstalt 1696 im Londoner Tower eine (politische und fiskalische) Intrige gegen King William und das Empire auf.
Der Tag X. Profikiller Tom Jefferson erfährt während der Vorbereitung eines Mordanschlags auf Fidel und Raul Castro, dass John F. Kennedy ein heißes Tête-a-tête mit einer Wahlhelferin der Demokraten hatte – mit Jeffersons Frau. Tags darauf ist diese tot. Das nächste Ziel: Kennedy.
Der zweite Engel. 2069: ein tödliches Virus bedroht die Menschheit. Nur ein Blutaustausch kann Infizierte retten. Massen von Blutplasma lagern in einem Mondkrater, geschützt durch Firewalls des Sicherheitsexperten Dallas. Als dessen Tochter selbst erkrankt, dreht er durch.
Der Coup. 21 der reichsten Männer der Welt werden in einem entlegenen Ort in New Mexico bei ihrer Sommerklausur gekidnappt. Das Weltfinanzsystem kollabiert, die Börsen spielen verrückt. Werden die Forderungen der Kidnapper nicht erfüllt, sollen die Tycoons erschossen werden. Einer nach dem anderen …
Der Pakt. Herbst 1943: Nach der Niederlage der deutschen Wehrmacht vor Stalingrad spricht alles für einen Sieg der Alliierten. Auf der Konferenz von Casablanca fordern US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Winston Churchill die bedingungslose Kapitulation von Nazi-Deutschland; jetzt, bei der geplanten Konferenz von Teheran, wollen sie gemeinsam mit Stalin die Details einer neuen Nachkriegs- und Friedensordnung sprechen. Als Sonderbotschafter reist Willard Mayer im Präsidententross nach Teheran. Der 35-jährige jüdische Deutsch-Amerikaner ist eine schillernde Figur: Philosophieprofessor in Harvard, Frauenheld, Geheimdienstler. Bevor er für den amerikanischen OSS (den Vorläufer der CIA) arbeitete, hatte ihn während seiner Studienzeit in Berlin der sowjetische NKWD rekrutiert … Ein starkes Stück Was-wäre-wenn-Spekulation, «ein preisverdächtiger Thriller» (Hamburger Abendblatt).