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Die Profis (Hg.): Beschränkt ist der große Bruder von Blöd

© FinePic, München

So unscheinbar dieses Buch daherkommt – es enthält sensationelle Dinge. Wer hätte gedacht, dass «Beamen» in der Realität möglich ist (Voraussetzung beim Wegbeamen, so Jörg Thadeusz: Menschen müssen auf 1500 Grad erhitzt und so in ihre kleinsten Einzelteile zerlegt werden). Wissenschaftler jeder möglichen Disziplin sind die Stars der radioeins-Sendung «Die Profis». Wenn es eines Beweises bedurfte, dass auch Molekularbiologen, Verkehrssoziologen, Geophysiker, Musiktherapeuten etc.pp. spannende Gesprächspartner sein können – die auf rbb ausgestrahlte Sendung erbringt ihn jeden Samstagvormittag. Seit elf Jahren. Für Jörg Thadeusz und seine Kollegen ist es in aller Bescheidenheit «das beste Wissenschaftsmagazin auf der Nordhalbkugel.»

Einige der spektakulären, bizarren, unglaublichen Tatsachen, von denen in diesem Buch berichtet wird, möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Der Untertitel von Beschränkt ist der große Bruder von Blöd lautet: «Klüger werden leichtgemacht.» Man ist am Ende nicht nur ungleich schlauer/klüger als vorher, man hat auch was fürs Leben gelernt. Etwa wie man eine vernünftige Danksagung schreibt, also einen klassischen Paratext im Sinne des französischen Literaturwissenschaftlers Gérad Ginette. (Allein diese vier Seiten lohnen die Lektüre!)

«Blöd zu sein ist vor allem blöd» (Jörg Thadeusz)

Der Kabarettist und Physiker Vince Ebert hat herausgefunden, wie man den Typus Wissenschaftler, Theologe und Esoteriker spielend leicht unterscheiden kann, auch und gerade an sich selbst. Man benötigt dafür einen Kühlschrank und ein paar Flaschen Bier. Und so geht’s: «Wenn ich vermute, dass sich im Kühlschrank Bier befindet, und nachsehe, betreibe ich im Prinzip schon eine Vorform von Wissenschaft. Wenn ich lediglich sage: „Im Kühlschrank ist Bier“, und es dabei bewenden lasse, bin ich Theologe. Wenn ich im Kühlschrank nachschaue, nichts finde und dennoch behaupte, im Kühlschrank sei Bier, bin ich Esoteriker.»

Das Jesus-Dilemma zählt zu den lustigsten, schrägsten Episoden des von Frank Bruder zusammengestellten Bandes. Hintergrund ist ein Experiment aus dem Jahr 1959, das unter dem Namen «Die Christusse von Ypsilanti» bekannt wurde. (Es handelt sich hierbei nicht um eine SPD-Geschichte – bitte weiterlesen!) In der psychiatrischen Klinik Ypsilanti in der Nähe von Detroit gab es drei Insassen, die steif und fest behaupteten, Jesus zu sein. Und alle hatten logische Erklärungen, weshalb die jeweils anderen nur Blender und Scharlatane sein konnten: «Einer sagte: „Sie sind nicht wirklich am Leben. Maschinen in ihnen sprechen. Nimm die Maschinen raus, und sie werden nicht mehr sprechen.“ Der Zweite glaubte, die beiden anderen wollten nur Jesus sein, um Prestige zu gewinnen. Und der Dritte erklärte mit entwaffnender Logik, die beiden anderen könnten nicht Jesus sein, da sie schließlich in einer psychiatrischen Anstalt lebten.» Kleiner Nachtrag: Der behandelnde Psychologe Milton Rokeach stellte nach zwei Jahren die Befragung der drei Christusse ein; jeder war bei seiner Version geblieben. Heilige Dreifaltigkeit!

Das Buch mit den 1000 Aha-Effekten

Der Ig-Nobelpreis – ein AntiNobelpreis. Seit 1991 gibt es ihn; verliehen wird er mit dem Ziel, «das Ungewöhnliche zu feiern, den Einfallsreichtum zu ehren und das Interesse der Menschen an Wissenschaft, Medizin und Technik anzusporrnen». «Ig» kommt von «ignoble» (= gemein, unwürdig, unedel, unehrenhaft). Hier werden die wunderlichsten Forschungen beschrieben; für preiswürdig hielt das Ig-Nobelpreis-Komitee u.a. folgende: die Auswirkung von Ale, Knoblauch und saurer Sahne auf den Appetit von Blutegeln; Hühnerrupfen als Maß für Windgeschwindigkeit in Tornados; Asymmetrie der Hoden bei Menschen und bei antiken Skulpturen; Die einzigartig simple Persönlichkeit von Politikern; Hühner bevorzugen schöne Menschen; Beendigung von unbehandelbarem Schluckauf durch rektale Fingermassage. Eine der bedeutendsten linguistischen Feldforschungen ergab, dass Ratten tatsächlich manchmal Probleme haben zu unterscheiden, ob jemand Japanisch oder Niederländisch rückwärtsspricht. Oh ja!

Ich bastele mir einen Menschen - was brauche ich dafür. Pimaldaumen Folgendes, wenn es um einen ca. 70 kg schweren Körper geht: 33 kg Sauerstoff, 14 kg Kohlenstoff, 7 kg Wasserstoff, 2,1 kg Stickstoff, 1 kg Kalzium, 0,7 kg Phosphor, 170 g Kalium, 140 g Schwefel, je 70 g Chlor und Natrium, 30 g Magnesium, 3 g Eisen, 300 mg Kupfer, 100 mg Mangan sowie kleine Prisen von Elementen wie Jod, Zink, Arsen, Titan, Gold und vielem anderen. Die Kunst ist nicht, diese Werkstoffe in der ausreichenden Menge zu besorgen, sondern sie sachgerecht zusammenzufügen. Schließlich müssen am Ende ein Gefäßsystem von rund 100.000 km Länge, 8 Meter Darm, 200 Knochen, 150.000 Haare auf dem Kopf (bei einem Blondschopf), 4 Millionen Schweißdrüsen, 132 Millionen Sehzellen etcetera zur Verfügung stehen. Der Teufel steckt halt im Detail.

Man kann nicht alles wissen ...

… aber vieles doch! Gibt es ein Kommunismus-Gen? Macht Belohnung faul? Rechnet sich Fairness? Was ist Entropie? Was istSchnee? (Poröses Eis.) Und: Weißt du, wie viel Sternlein stehen? Hier bekommen Sie kompetente Antworten. Selbst auf Fragen, die Sie nie gestellt hätten …