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Bernard Cornwell: Stonehenge

© corbis

Als Autor historischer Romane ist der Engländer Bernard Cornwell eine Klasse für sich. Ob in seiner fünfbändigen bildmächtigen Wikinger-Saga, einem Geschichtsepos mit dramatischen Schlachtentableaus, und großen Gefühlen, oder einem Großroman wie Das Zeichen des Sieges – immer geht es um Macht und Verrat, Heldenmut und Intrigen, Liebe und Treue. Bei rororo erscheint jetzt ein Roman, der im angelsächsischen Raum als «Meisterwerk» (The Times) gefeiert wird: Stonehenge, die mitreißende Geschichte über eines der rätselhaftesten Monumente der Welt.

Wir befinden uns in der Bronzezeit, um das Jahr 2000 v. Chr. Hengall ist der Anführer des Stammes der Ratharryn friedliebender und gerechter Fürst. Im Leben seines Stammes spielen die Götter eine herausragende Rolle; ganz besonders verehren sie Slaol, den Sonnengott, und Lahanna, die Mondgöttin.

Sonne und Mond, Mord und Totschlag

Slaol war ein mächtiger Gott, der jedoch in Lahanna, der Göttin des Mondes, eine ebenbürtige Rivalin hatte; und die beiden, einstmals Liebende, haten sich inzwischen entfremdet. Das war die Rivalität, die Ratharryn beherrschte und die jede Entscheidung quälend macht; denn eine Geste an den einen Gott verärgerte den anderen …»

Eines Tages sucht ein Fremder Zuflucht in Ratharryn; mit sich führt er den geraubten Goldschatz des Stammes der Sarmennyn. Lengar, Hengalls ältester Sohn, tötet ihn. Auf diese Gelegenheit hat er lange gewartet; mit dem Gold kann er sich genügend Krieger kaufen, um die Macht über Ratharryn als nächster Clanführer an sich zu reißen. Dafür ist er bereit, den einzigen Zeugen des Fundes aus dem Weg zu räumen: seinen, jüngeren Bruder Saban. Doch Saban kann ihm entkommen und dem Vater von dem Mord und der Goldbeute berichten.

Der Zwisat unter den verfeindeten Familienmitgliedern droht alles zu vernichten, was Hengall mühsam errichtet hat. Als Lengar Saban auch noch dessen Frau Derewynn raubt, kennt der Hass keine Grenzen: aus dem Zwist wird offener Krieg. Da kommt Camaban ins Spiel, der mittlere der Brüder. Einst vom Vater als missgestaltet und schwachsinnig verstoßen, gewinnt er mehr und mehr Einfluss als Seher. Viele in seinem Stamm glauben, dass er dank magischer Fähigkeiten direkt mit den Göttern sprechen kann.

Autoreninfo

Bernard Cornwell, geboren 1944, machte nach dem Studium Karriere bei der BBC. Nach Übersiedlung in die USA entschloss er sich, einem langgehegten...
mehr über den Autor
Camabans Vision: Stonehenge

Und Camaban hat eine Vision: Nur wenn sie dem Sonnengott Slaol einen riesigen steinernen Tempel errichten, kann es wieder Frieden für alle errichten: Stonehenge. «Wir haben ihn beleidigt, indem wir die weniger bedeutenden Götter ebenso inbrünstig verehren wie ihn», verkündet Camaban. «Wir haben ihn beleidigt, deshalb hat er sich von der Erde entfernt; jetzt müssen wir ihn zurückholen, indem wir ihn so verehren wie es ihm von Rechts wegen zusteht. (…) Der Winter ist Slaols Strafe für die Menschen. Wir haben ihn beleidigt, daher bestraft er uns jedes Jahr aufs Neue.“ […]

Und Camaban verspricht buchstäblich das Blaue vom Himmel: «Es wird keinen Winter mehr geben. Und keine Krankheit und kein Leid und keine Kinder, die in der Nacht weinen.»

Da in Ratharryns Umgebung keine Steine zu finden sind, die sich für das riesige Bauwerk eignen, müssen sie von weither transportiert werden. Ausgerechnet Saban, Lengars jüngster Bruder, der als Sklave verstoßen wurde, soll als Baumeister die Vision Camabans verwirklichen. Und tatsächlich wird Stonehenge, der Tempel des Sonnengottes, gegen alle Widrigkeiten fertiggestellt. Da verkündet Camaban, das aus riesigen Monolithen gefügte Bauwerk müsse durch ein Blutopfer geweiht werden. Die Wahl fällt auf Sabans Tochter …