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DAS BUCH. Ein halbes Jahrhundert war John Updike der diensthabende Chronist der weißen amerikanischen Middle Class: ein großer Schriftsteller, ein großer Menschenfreund, eine der Schlüsselfiguren der US-Literatur (und mit geradezu penetranter Konsequenz übersehen von den noblen Stockholmer Akademie-Granden). Die Tränen meines Vaters sind «das Vermächtnis eines großen Autors» (Focus).
Noch einmal blickt er zurück, will die verblassenden Bilder so zärtlich, aber auch so genau wie möglich beschreiben – die Großeltern, die Eltern, die eigenen Kinder und Enkel. Und natürlich die Frauen, immer wieder die Frauen. Es ist die Suche nach der verlorenen Zeit, die seine männlichen Protagonisten umtreibt. Lustvolle Ausbrüche, verpasste Gelegenheiten. Begierde, Verrat und Verzicht. Ob David Kern oder Craig Martin, Evan Morris oder Dan Kellogg – die Männer, denen wir in diesen Geschichten begegnen, sind alt geworden. Sie wissen, dass ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt; der Schatten des Todes ist unübersehbar. Ihr Blick zurück fällt Updike-typisch aber nicht bitter, zynisch oder larmoyant aus, sondern melancholisch und mit der unsentimentalen Gelassenheit des Alters.
DAS ZITAT. «Boston hatte etwas Struppiges, Trostloses in jenen Jahren, den Mittsiebzigern. Immer noch gingen Mädchen mit langen Haaren und langen Röcken und bloßen Füßen durch die Charles Street, aber die Blüte der Sechziger war dahin; man hatte Sorge, dass diese Blumenkinder in Glasscherben treten könnten oder dass Parasiten sich in in ihre schmutzigen Fußsohlen bohrten, die grün gefärbt waren vom Umherschlendern auf dem grasbewachsenen Common. Die Kulturrevolution war unsauber geworden.» (aus: Deutschunterricht)
DIE GEWINNSPIELFRAGE. Wie viele Erzählungen enthält John Updikes Werk Die Tränen meines Vaters?
T: 18
D: 9
R: 13
DER LINK ZUR LÖSUNG ... http://www.rowohlt.de/artikel/2924882