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19. Dezember +++ Jeffrey Eugenides: Die Liebeshandlung

© Gasper Tringale

DAS BUCH. Madeleine liebt Leonard. Und Leonard und Mitchell lieben Madeleine. Sie alle stehen an der Schwelle zum Erwachsensein, sie alle haben ein heikles Verhältnis zu Bindungen und Glück. Auf den ersten Blick eine klassische Dreieckskonstellation, wie sie im Leben nicht selten vorkommt. Aber was Jeffrey Eugenides, durch seine Romane Die Selbstmord-Schwestern und Middlesex weltberühmt geworden, aus dieser Konstellation macht, ist atemberaubend: ein Schlüsselroman über die Liebe, eine Liebesgeschichte von epischem Format: intelligent und herzerwärmend, fesselnd und inspirierend.
Die Geschichte um dieses Beziehungsdreieck nimmt 1982 an einem College in Rhode Island ihren Ausgang. Madeleine, Tochter aus gutem Hause, liebt die Eheanbahnungsromane der viktorianischen Ära – jebe «marriage plots» einer Jane Austen oder einer Edith Wharton). Über Derrida, Lacan und Roland Barthes, die modernen Theoriegötter des Stukturalismus, gerät sie im berüchtigten «Semiotik 211»-Seminar samt all seiner Intelligenzbestien ins Grübeln. Mitchell studiert Religionswissenschaften, er ist ein moderner Sinnsucher. Und immer schon war er in Madeleine verliebt; als sie sich dem charismatischen Kommilitonen Leonard zuwendet, dessen manisch-depressive Seite auf der Hochzeitsreise in voller Wucht durchbricht, begibt er sich auf eine spirituelle Reise, die ihn über Europa bis nach Indien führt, in ein Hospiz von Mutter Teresa.

DAS ZITAT. «Madeleine hatte vergessen, wie lustig Mitchell sein konnte. Im Vergleich zu Leonard war er so pflegeleicht. Ungefähr eine Stunde später, als sie nach draußen ging, um ein Taxi anzuhalten, folgte Mitchell ihr, und ehe sie sich versah, küsste er sie, und sie küsste ihn. Es ging nicht lange so, aber länger, als es hatte gehen dürfen. Schließlich riss sie sich los und schrie: ‹Ich dachte, du wolltest Mönch sein!› ‹Das Fleisch ist schwach›, sagte Mitchell grinsend. ‹Geh!›, sagte Madeleine und boxte ihm auf die Brust. ‹Geh nach Indien!›
Er blickte sie mit seinen großen Augen an. Dann nahm er ihre Hände. ‹Ich liebe dich!›, sagte er. Und zu ihrer eigenen Überraschung hatte Madeleine geantwortet: ‹Ich liebe dich auch.› Sie meinte, dass sie ihn im Sinne von lieb haben liebte …»

DIE GEWINNSPIELFRAGE. In dem in Princeton geführten Video-Interview mit Michael Saur erfahren wir, wir lange Jeffrey Eugenides an seinem neuen Roman Die Liebeshandlung arbeitete …
G: 9 Jahre
T: 8 Jahre
C: 7 Jahre

DER LINK ZUR LÖSUNG ... http://www.rowohlt.de/sixcms/detail.php?template=rr_media_video&_id=2971914