100 Jahre Roald Dahl

Zum 100. Geburtstag von Roald Dahl

Am 13.9.2016 wäre Roald Dahl 100 Jahre alt geworden. Ein schöner Anlass, den Autor zu feiern – mit einer kleinen Reise zu seinen beliebtesten Büchern.

«Bücher sollen witzig sein, aufregend und wundervoll, und wer sie lesen kann, ist anderen weit voraus.»

Das sagte einst Roald Dahl, der mit seinen Büchern Kinder und Erwachsene auf der ganzen Welt inspirierte. Wir waren dabei, als Sophiechen und GuRie Freunde wurden, wir haben Charlie ins Schlaraffenland der Schokoladenfabrik begleitet und das tolle Mädchen namens Matilda bewundert. Und wie haben wir uns vor den bösen Hexen gegruselt!
Die ersten Geschichten verfasste Dahl Anfang der 60er Jahre. «James und der Riesenpfirsich» (1961) und «Charlie und die Schokoladenfabrik» (1964) zählten zu seinen ersten Kinderbüchern. Seit über 50 Jahren leben die Geschichten von Roald Dahl in den Kinderzimmern weiter, sei es als alte, zerlesene Schätzchen oder als schmucke Neuausgaben.
Nicht nur wir erinnern uns gerne an unsere Kindheit und die Geschichten von Roald Dahl, sondern auch viele unserer Autoren.

Steven Spielberg, Regisseur von The Big Friendly Giant, über die Macht von Büchern

Rowohlt-Autoren über Roald Dahl

David Walliams

Es gibt keinen größeren Dahl-Fan als mich. Ich erinnere mich noch genau an meine erste «Begegnung» mit ihm. Wir wohnten in Surrey; alle paar Wochen nahmen meine Eltern mich und meine Schwester mit in die Bücherei. Ich hatte meine Mitschüler über «Charlie und die Schokoladenfabrik» reden hören, und ich mochte den Titel, weil ich gern Schokolade mochte – Kinderlogik.
Als erstes fielen mir die Bilder ins Auge – seltsame Kinder und ihre grässlichen Eltern sowie ein irre aussehender Typ namens Willy Wonka. Als ich das Buch las, war ich sofort verzaubert. Es war witzig, aber auch finster und schräg. Es spielte in einer Welt, die mir irgendwie bekannt schien und doch so ganz anders war als unsere. Befinden wir uns in der Zukunft? Oder in der Vergangenheit? In welchem Land? Es gab keine eindeutigen Antworten darauf. Das Buch hielt sich aufregend vage in Hinblick auf Informationen, die langweiligere Autoren so unbedingt betonen müssen. «Schau her», schien Dahl zu sagen, «wir beide brauchen uns doch nicht mit langweiligen Details herumzuschlagen. Lass uns gleich zu den spannenden Themen kommen.»
Ich weiß, dass sich manche Eltern über die Grausamkeiten in seinen Büchern Sorgen machen. Dahl lässt sich in «Hexen hexen» ausführlich darüber aus, wie die Hexen Kinder töten. In «Das Wundermittel» versucht George, seine Oma zu vergiften. In «Matilda» schleudert die schreckliche Knüppelkuh die Mädchen an ihren Zöpfen durchs Fenster. Dahl darf das, weil er so witzig ist. Das Schreckliche wird durch seinen Witz ausgeglichen. Die bösen Figuren sind alle derartig übertrieben gezeichnet, dass wir schließlich über sie lachen müssen. Und Kinder lieben diese Unarten.
Manche Kinder wollen wissen, ob ich versuche, so zu schreiben wie Dahl. Ich wünschte, das könnte ich. Ich glaube, man kann ihn nicht imitieren. Er ist der Meister. Man kann nur hoffen, von ihm zu lernen.

Aus: The Telegraph
http://www.telegraph.co.uk/tv/2016/09/03/david-walliams-why-i-love-roald-dahl/

Jan Weiler

Was verbinden Sie mit Roald Dahl?
Ein angenehmes Gruselgefühl, das mich als Junge immer und immer wieder erfasste, wenn ich seine Kurzgeschichten las.
Haben Sie Roald Dahl als Kind bzw. Jugendlicher gern gelesen?
Sehr sogar. Wobei mir die Kindergeschichten erst auffielen, als ich selber Kinder hatte.
Gibt es ein Roald-Dahl-Buch, das Sie besonders geliebt haben?
Die «Küsschen»-Bücher und darin die tollen Geschichten von der Lammkeule, Gelee Royale und dem «Mann aus dem Süden», die mochte ich besonders. Ich fand sie sehr inspirierend. Später entdeckte ich dann «James und der Riesenpfirsich» und den fantastischen Mr. Fox, was an den großartigen Verfilmungen lag.








Anna McPartlin

Ich habe vermutlich jedes einzelne Buch von Roald Dahl gelesen und sie alle geliebt – aber am allerdeutlichsten in Erinnerung geblieben ist mir «Matilda». Es war, als ob ich sie kannte. Ich wollte am liebsten so sein wie Matilda und gebe gern zu, dass ich viele Stunden mit den Versuchen verbracht habe, mit meinen Gedanken Gegenstände zu bewegen oder unseren schlafenden Hund in die Luft zu heben. Ich habe nie telekinetische Kräfte entwickelt, aber jedes Mal, wenn ich eines von Dahls Büchern aufschlug, lebte ich in einer Welt reinster Phantasie.













Nils Mohl

Als Schüler Roald Dahl in die Finger zu bekommen – was ein Ereignis. Hier gab es vor allem eins: Plot. Die Frau aus «Lammkeule», die ihren Ehemann tötet und die Tatwaffe, das entscheidende Beweisstück, der Polizei wortwörtlich vor die Nase setzt, ohne dass die Ermittler den servierten Braten riechen … Toller Clou. Oder natürlich: «Der Mann aus dem Süden», Carlos, der einem jungen Soldaten eine Wette anbietet, bei der ein Cadillac als Belohnung winkt. Die Übung scheint leicht, der Einsatz allerdings hoch und reichlich bizarr. Zehn Mal muss ein Sturmfeuerzeug nacheinander entflammt werden, andernfalls wird Carlos dem Soldaten einen Finger abschneiden … Wahrscheinlich haben wir es hier mit einem der wenigen großen Märchenerzähler des 20. Jahrhunderts zu tun. Gerade in den Kurzgeschichten, die ja nicht nur das entsprechende Format haben, sondern auch märchenhaft erfolgreich waren und sind – und in bester Tradition darauf bauen, uns das Fürchten zu lehren. Rückblickend erscheint der Zwang zur Pointe manchmal ein wenig gewollt und die vorgeführte Verzweiflung des Personals zuweilen auf arrogante Art herzlos. Dafür aber vergisst man die besten Geschichten auch nie wieder. In einer der vielleicht wunderbarsten überhaupt, sie heißt «Der Wunsch», verschwindet ein ziemlich fantasiebegabter Junge auf dem Weg zur Haustür im Muster eines Teppichs. Und dann? Sucht ihn draußen die Mutter.

Till Raether

Es muss in einem späten Grundschuljahr gewesen sein, fünfte oder sechste Klasse. Unser Lehrer war nicht da, und die Vertretungslehrerin meinte, sie würde uns eine Geschichte vorlesen. Oder zwei. Das war nicht besonders verheißungsvoll. Ich stellte mich innerlich auf was Sozialkritisches mit klauenden Schlüsselkindern ein. Stattdessen las sie die Geschichte einer Frau, deren Mann erschlagen worden ist, und die Frau ist ziemlich untröstlich, aber der ermittelnde Polizist ist nett, so dass sie ihn am Ende einlädt, mit ihr die Lammkeule zu essen, die sie gerade im Ofen hat. Aus einem zerlesenen rororo-Band, den ich heute noch vor mir sehe: «... und noch ein Küsschen» von Roald Dahl, mit dem grob gezeichneten Springteufel vorne drauf.
In Wahrheit geht die Geschichte ein wenig anders, und womöglich auch die nächste, die die Vertretungslehrerin auf unser Flehen hin las: «Der Mann aus dem Süden», in der ein Junge wettet, zehnmal hintereinander ein Feuerzeug anmachen zu können, und dafür kriegt er ein Auto, einen Ami-Schlitten, wie wir damals gesagt hätten, oder der Mann aus dem Süden darf ihm einen Finger abschneiden. Das war alles andere als kindgerecht, kein Wunder, dass wir begeistert waren.
Vor allem aber waren wir hingerissen, wie in diesen Geschichten ohne Taschenspielertricks und ohne Leserbetrug alles durcheinandergeriet, was man bis eben geglaubt hatte, oft erst im letzten Absatz. Es war also möglich, dass ein Autor einen die ganzen Zeit so fest in der Hand hatte, das man gar nicht mitkriegte, was er mit einem vorhatte. Ich empfand das als aufregenden Kontrollverlust, als etwas völlig Neues. Zum Glück standen die Bände mit Roald Dahls «Küsschen» bei meinen Eltern im Regal, wie damals in jedem westdeutschen Haushalt, ich kannte sie schon vom Sehen und bald nach der Vertretungsstunde in- und auswendig. Und wenn ich ehrlich bin, zielt ein großer Teil meines Lesens als Erwachsener immer noch darauf, so aus dem Konzept gebracht zu werden wie damals mit der «Lammkeule». Manchmal gelingt es, aber nie wie bei Roald Dahl.

rotfuchs-Programmleiterin Christiane Steen

Roald Dahl wird 100 Jahre alt! In diesem September fühle ich mich als Programmleiterin von rotfuchs beinahe, als hätte ich selbst Geburtstag: Was für ein Geschenk, dass wir einen der wunderbarsten Kinderbuchautoren der Welt, der schon seit vielen Jahren zum rotfuchs-Programm gehört, noch einmal mit solch schönen Ausgaben feiern können!
Roald Dahl wird 100 – doch seine Kinderbücher sind zeitlos. Ich bin mit ihnen groß geworden, als sie bereits Klassiker waren, und habe seine Bücher mit dem größten Vergnügen meinen eigenen Kindern vorgelesen. Unser aller Lieblingsbuch ist nach wie vor «Matilda», denn kaum ein anderes Kinderbuch bringt auf diese tiefempfundene Weise zum Ausdruck, welche Magie Bücher ausstrahlen können, welch ein Glück es ist zu lesen.
Danke für all die schönen Bücher, Roald Dahl!

Die Klassiker in neuer Ausstattung

Matilda

Matilda

Matilda saß auf ihrem Platz in der zweiten Reihe und sagte kein Wort. Ein sonderbares Gefühl tiefer Ruhe und Sicherheit senkte sich über sie, und plötzlich merkte sie, dass sie sich vor nichts und niemandem auf der Welt mehr fürchtete.
Matildas Verstand ist so hell und scharf, dass er selbst den beschränktesten Eltern auffallen müsste. Nur sind ...  Weiterlesen

Preis: € 16,99
Seitenzahl: 272
rororo rotfuchs
ISBN: 978-3-499-21761-6
26.08.2016
Erhältlich als: Hardcover, e-Book
Charlie und die Schokoladenfabrik

Charlie und die Schokoladenfabrik

Willy Wonka stand ganz allein in dem großen offenen Fabriktor. Seine Augen waren ungewöhnlich lebhaft. Plötzlich machte er ein paar komische kleine Tanzschritte, breitete die Arme aus und rief: «Willkommen, meine kleinen Freunde! Willkommen in der Schokoladenfabrik!»
Der geheimnisvolle Willy Wonka öffnet zum ersten Mal die Tore seiner ...  Weiterlesen

Preis: € 16,99
Seitenzahl: 192
rororo rotfuchs
ISBN: 978-3-499-21772-2
26.08.2016
Erhältlich als: Hardcover, Taschenbuch, e-Book
Boy / Im Alleingang

Boy / Im Alleingang

Roald Dahl erzählt seine Kindheit. Roald Dahl erzählt vom Krieg.
Weil er daheim der einzige Sohn neben fünf Töchtern ist, heißt er einfach «Boy». Dahl erzählt von seinem norwegischen Vater, seinen Erlebnissen auf der englischen Public School, von sadistischen Erzieherinnen und freundlichen Sonderlingen wie dem Mathelehrer Corkers, der Zahlen hasst ...  Weiterlesen

Preis: € 16,99
Seitenzahl: 432
rororo
ISBN: 978-3-499-29034-3
26.08.2016
Erhältlich als: Hardcover
Alle Küsschen!

Alle Küsschen!

Kennen Sie einen originelleren Erzähler als Roald Dahl?
Klassiker der makabren Erzählkunst: Diese fünfundzwanzig bösen Geschichten - «Gelée Royale», «Lammkeule», «Schwein», «Mann aus dem Süden» und viele andere - haben Roald Dahl berühmt gemacht.
Spannend, haarsträubend und immer extrem unterhaltsam: Der Meister des schwarzen Humors zieht alle in ...  Weiterlesen

Preis: € 16,99
Seitenzahl: 544
rororo
ISBN: 978-3-499-29031-2
26.08.2016
Erhältlich als: Hardcover
Hexen hexen

Hexen hexen

Im Märchen haben Hexen immer alberne schwarze Hüte auf, tragen schwarze Umhänge und reiten auf dem Besen. Diese Geschichte ist jedoch kein Märchen. Sie handelt von echten Hexen ... echte Hexen tragen ganz normale Kleider und sehen auch wie ganz normale Frauen aus. Sie wohnen in normalen Häusern, und sie haben ganz normale Berufe. Deshalb ist es so ...  Weiterlesen

Preis: € 16,99
Seitenzahl: 240
rororo rotfuchs
ISBN: 978-3-499-21696-1
26.08.2016
Erhältlich als: Hardcover, Taschenbuch, e-Book
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