Keine andere Persönlichkeit hat den Umgang der Deutschen mit Sexualität mehr geprägt als Oswalt Kolle. Mit seinen Filmen und Büchern, die ein Millionenpublikum erreichten, gelang es ihm, die herrschende Sexualmoral der Adenauerjahre zu untergraben. Dabei kämpfte er für ein Lebensgefühl, das man bis dahin gefälligst zu unterdrücken hatte: die Lust an der Liebe. Und wie kein Zweiter zog er damit die Wut der Konservativen auf sich, die ihn am liebsten mundtot gemacht hätten. Doch die von ihm mit ausgelöste Revolution war nicht mehr aufzuhalten. Oswalt Kolle erzählt in diesem Buch sein bewegtes Leben. Schon als Kind wird er mit der Verlogenheit der herrschenden Moral konfrontiert: Der Großvater setzt sich als Medizinprofessor für die Rechte von Homosexuellen ein, der Vater darf als Psychiater unter den Nazis nicht mehr publizieren. In den fünfziger Jahren findet Oswalt Kolle dann sein Lebensthema, er schreibt u. a. für die «Quick» die Erfolgsserie «Das Wunder der Liebe». Im Rückblick schildert er mit Witz und Charme, wie seine Werke die Nation erregt haben und wie er bis heute gegen Doppelmoral und Bigotterie streitet. Eine Autobiographie voller Leidenschaft – und ein Stück deutscher Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.

 

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