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Gerhard Schulz

Novalis

Selten haben Vorurteile die allgemeinen Vorstellungen von einem Dichter so stark getrübt wie im Falle von Novalis. Selten hat man über einen Dichter soviel und zugleich so wenig gewußt. Das beginnt mit seinem Namen und gilt für das Bild seiner Persönlichkeit ebenso wie für sein Werk. Novalis hieß eigentlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg. «Novalis», der Neuland Bestellende, nannte er sich zuerst 1798 bei der Veröffentlichung seines «Blütenstaub». Die Zeichnung von Beiträgen mit Initialen oder einem Pseudonym war Zeitsitte; der Bürger konnte sich hinter dem Schriftsteller verbergen. Aber wenn bei anderen später die Tarnkappe des Künstlers in Vergessenheit geriet, als sie durch ihre Leistungen auch bürgerlichen Respekt erworben hatten, so blieb bei Hardenberg, dem Frühverstorbenen, der romantische Deckname von Dauer und hat denn auch weitgehend das Bild beeinflußt, das sich die Nachwelt vom Bürger zu machen suchte.

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